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Twitter : Zwitscher dir einen!

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Alle wollen twittern Bild: Twitter

Bloggen auf 140 Zeichen! Unnötige Zeitverschwendung oder unverzichtbares Kommunikationsmittel? Die Amerikaner mögen das Web 2.0-Spielzeug Twitter jedenfalls. Nun fangen deutsche Internetnutzer an, den Micro-Blogging-Dienst lieben zu lernen.

          Was haben die Web 2.0-Wellen in den vergangenen Jahren nicht alles aus dem Internet vor die Füße der aufmerksamen Nutzer geschwemmt: soziale Software wie Blogs, Wikis, Videoportale und Online-Netzwerke. Darunter waren aber auch scheinbar nutzlose Spielereien, nach deren Sinn viele experimentierfreudige User immer noch vergeblich suchen. In den Vereinigten Staaten hat im letzten Jahr der Micro-Blogging-Dienst Twitter für Wirbel gesorgt. Mittlerweile fegt der Sturm über Deutschland.

          Micro-Blogging ist wie Bloggen, nur mit einer begrenzten Anzahl von Zeichen. Im Falle von Twitter sind es genau 140 Tastenschläge, die dem registrierten Nutzer zum „twittern“ zur Verfügung stehen. Die Kurznachrichten, „Tweets“ genannt, können über verschiedene Wege an Freunde oder an die gesamte Twitter-Community kommuniziert werden. Dabei spielt es keine Rolle, über welchen Kanal die Nachrichten versendet oder empfangen werden. Die Kommunikation ist möglich über die Twitter-Website, Desktop-Applikationen, per RSS-Feed, Instant Messenger oder unterwegs via Handy.

          Wie bei vielen Web 2.0-Anwendungen hat auch bei Twitter jeder User sein eigenes Profil. Auf diesem laufen die selbstverfassten Tweets, ähnlich wie bei einem Weblog, chronologisch ein und können fortan von anderen Nutzern eingesehen und kommentiert werden. Nach dem Login öffnet der Benutzer eine Übersichtsseite, auf der ausschließlich die neusten Beiträge der von ihm abonnierten Twitter-Freunde angezeigt werden und ihn über das aktuelle Geschehen in seinem persönlichen Netzwerk informieren. Ob man sich die Tweets nun auch tatsächlich aufs Handy kommen lassen möchte, kann der Nutzer selbst entscheiden.

          Bring es auf den Punkt!

          Eines haben alle Tweets gemeinsam: die Information muss knapp sein. Durch die vorgegebene Zeichenlänge ist der Nutzer gezwungen, sich kurz zu fassen und seine Nachricht auf den Punkt zu bringen. Getwittert wird, was geht. Also fast alles: Entdeckungen im Internet, Links, Empfehlungen, aber häufig auch Banalitäten wie „Sitze mit einem Teller Spaghetti vorm Fernseher“. Spätestens bei solchen gehaltlosen Sätzen stellt sich die Frage, wer sich für so etwas interessiert. Offensichtlich sind jede Menge Leute dazu bereit, solche Dinge über andere Menschen zu erfahren: Twitter verzeichnet derzeit über 2.200.000 registrierte Benutzer.

          Darunter sind einige Süchtige, die nicht mehr vom Twittern lassen können. Benedikt Köhler, Sozialwissenschaftler und ebenfalls aktiver Twitterer, hat für die Beliebtheit der neuesten Web 2.0-Anwendung eine Erklärung: „Wenn man eine genügend große Anzahl von Kontakten hat, passiert ständig etwas“. Aus einem „globalen, sehr heterogenen Aktivitätsfluss“ ziehe sich der Benutzer ausschließlich die Themen, die ihn interessieren. Die Möglichkeit zur Aktivität könne somit kurze Pausen ebenso wie längere Perioden des Nichtstuns spielend füllen. Daniel Rehn, Student an der Hochschule Darmstadt und leidenschaftlicher Twitterer, kennt dieses Gefühl allzu gut: „Wenn ich mir ansehe, wie viele Tweets ich in knapp sechs Monaten fabriziert habe, dann könnte man durchaus auf die Idee kommen, ich würde nichts anderes tun. Ein paar meiner Kommilitonen sehen das tatsächlich so“.

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