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Mit Maschinen reden : Hey, Gerät!

Hey, Wauzi: Der neue Roboterhund Aibo von Sony will nicht nur spielen. Bild: Bloomberg

Sprachsteuerung ist das Zauberwort für technische Neuheiten. Das Gerät wird so vom dumpfen Befehlsempfänger zum Freund und Helfer. Da ist der Weg zum Vormund und Gedankenleser nicht weit.

          Soweit ersichtlich, wird die Menschheit sich für ihre Hände andere Aufgaben einfallen lassen dürfen. Zur Erteilung von Anweisungen an Maschinen werden sie nicht mehr gebraucht. Der Abschaffung von Tasten redet die Techbranche das Wort. Nirgends wirkt das konzentrierter als dieser Tage in Las Vegas, wo sich die Zukunft trifft, während mit Eimern der Gegenwart das in die Messehallen der CES tropfende Regenwasser aufgefangen wird.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Die Infrastruktur muss womöglich noch ein paar Fortschritte hinlegen, was sich freilich weniger auf dichte Dächer denn auf stabile Netze bezieht. Die Wolken mögen sich verziehen und der Cloud den Weg frei machen. Sie schläft in allen Dingen und hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort: ein schwungvoll-kumpelhaftes „Hey“. Was Siri und Alexa recht ist, ist Spiegel und Auto billig.

          „Hey, Mercedes“, spricht der Sternenkunde fortan sein Vehikel an, „es ist ein bisschen kühl hier drin.“ Worauf das treusorgende Gefährt die Klimaanlage ein Grad wärmer stellt. Keine zwei Sekunden dauert es von Wunsch zu Wirklichkeit, der Draht nach ganz oben ist offenbar ein kurzer. Man könnte meinen, dergleichen ließe sich in bewährter Manier mit einem Tastendruck flugs erledigen.

          Hey, Zukunft: Die vernetzte Welt und ihr Youtuber auf dem Messegelände. Jordan Jtakin wandert auf der CES durch eine 5G-Präsentation von Intel. Die nächste Generation des Mobilfunks bringt mehr Tempo und kürzere Latenzzeiten. Bilderstrecke
          Hey, Zukunft: Die vernetzte Welt und ihr Youtuber auf dem Messegelände. Jordan Jtakin wandert auf der CES durch eine 5G-Präsentation von Intel. Die nächste Generation des Mobilfunks bringt mehr Tempo und kürzere Latenzzeiten. :

          Irrtum, Cloud und Algorithmus lauten die Antworten auf eine immer größere Fülle an Offerten. Woher soll der Mensch denn wissen, was er wirklich will? Das Gerät wird vom dumpfen Befehlsempfänger zum Freund und Helfer, besser noch zum Vormund. Sein Badezimmerspiegel sagt ihm und ihr künftig, wo die Hautunreinheit sitzt und was dagegen zu unternehmen sei.

          Hey, Alexa und Hey, Google und Hey, Sony und wie sie alle heyßen werfen Kaffeeautomat und Frühstücksfernseher an, noch bevor der Morgenmuffel richtig aus dem Bett ist. Was anzuziehen und wann das Haus zu verlassen und was des Abends zu tun sei, empfiehlt der Wetter und Verkehr und Kinoprogramm kennende Wahrscheinlichkeitsrechner via Smartphone.

          Der so umsorgte Mensch fragt sich, wann die Maschine auch Gedanken wird lesen können und wie weit er die Künstliche Intelligenz in seine natürliche hineinlassen will. Las Vegas verspricht stets viel, einiges löst sich ebenso stets in Wohlgefallen auf. Aber, hey, die Zeiten ändern sich. Hand drauf.

          Quelle: F.A.S.

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