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Sportuhr Fenix 5 von Garmin : Neue Mitläuferin im Daten-Dorado

Die Uhr hat mehr als ein Dutzend Trainingsprogramme bereits eingebaut, weitere lassen sich laden Bild: Hersteller

Die Sportuhr Fenix 5 von Garmin ist eine Alleskönnerin am Arm. Manchmal nervt sie ein bisschen, aber sie verführt mit drei Modellen und vielen Optionen.

          So dicht können Kritik und Lob beieinanderliegen: Die neue Fenix-Sportuhr und Smartwatch des Herstellers Garmin hat ein anachronistisches Bedienkonzept und einen schlecht ablesbaren Bildschirm. Der Umgang mit ihr ist kompliziert, er erfordert nicht nur immer wieder nachdenken, sondern sogar den Blick ins Handbuch. Aber sie ist zugleich ein Objekt der Begierde, einzigartig in ihren Fähigkeiten und Talenten. Ihr Akku hält lange durch, der Sportler ist begeistert, und das liegt nicht nur an der Uhr, sondern vor allem an den vielen Möglichkeiten der Auswertung und Datenanalyse. Smarte Armbanduhren sind kein Selbstläufer, das hat die Apple Watch gezeigt. Sie müssen mehr bieten als ein Smartphone.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Garmin setzt bei seiner neuen Fenix der Modellreihe 5 auf einige bewährte Tugenden wie etwa einen Bildschirm, der immer aktiv ist, der also nicht vor jeder neuen Benutzung aus einem Schlafmodus geweckt werden muss. Allerdings ist er nur bei hellem Sonnenschein gut ablesbar. Sodann wird die Uhr wie ihre Vorgänger allein mit fünf Seitentasten bedient, die Anzeige ist nicht berührungsempfindlich, und es gibt überdies ein verschachteltes Menüsystem, das zwar eine gewisse Logik aufweist, aber anfangs viele Fragen aufwirft. Die neue Fenix ist in drei verschiedenen Varianten erhältlich. Die kleine 5 S mit der Gehäusegröße von 42 Millimeter und einem Gewicht mit Plastikarmband von 67 Gramm, die mittelgroße Fenix 5 mit 47 Millimeter und 85 Gramm sowie die von uns erprobte 5 X mit 51 Millimeter und 98 Gramm. Letztere ist opulent, mächtig, 1,8 Zentimeter dick, man kann sie nicht unter einem Hemd tragen. Die beiden kleineren Modelle kommen auf 1,5 und 1,6 Zentimeter, sind also ebenfalls deutlich dicker als eine Apple Watch mit 1,2 Zentimeter. Wir haben die kleine 5 S zusätzlich einige Tage ausprobiert, auch sie war uns zu dick und wirkt in der Variante „Silber mit weißem Armband“ billig.

          In den teureren Varianten kommt kratzfestes Saphirglas zum Einsatz

          Kurzum: Die neue Fenix wird man vermutlich nur während des Sports tragen. Man nehme vor dem Kauf alle drei Größen in die Hand, das Bildmaterial des Herstellers ist wenig aussagekräftig. Das Gehäuse der drei Modelle besteht aus Polymer, die Lünette und der Gehäuseboden sind aus Edelstahl. In den teureren Varianten kommt kratzfestes Saphirglas zum Einsatz. Stets sind die Uhren wasserdicht bis 10 bar, aber nicht zum Tauchen geeignet.

          GPS, barometrischer Höhenmesser, Gyroskop und Thermometer sind eingebaut, neu gegenüber der Fenix 3 ist die Herzfrequenzmessung mit optischen Sensoren an der Unterseite der Uhr. Um hier gleich zu ersten Ergebnissen zu kommen: Ungeachtet der Tatsache, dass diese Messtechnik rein prinzipiell nicht die Genauigkeit einer Messung mit dem Brustgurt hat, funktioniert sie bei der Fenix 5 bemerkenswert gut.

          Im Vergleich mit einer Apple Watch 2 hat die Fenix 5 zudem den Vorteil, dass sie selbst jenseits eines Trainingsprogramms kontinuierlich sekündlich aufzeichnet sowie unter schwierigen Bedingungen besser arbeitet. Wo die Apple Watch bisweilen, etwa beim Laufen oder Radfahren, minutenlang keine Daten liefert, weil die Uhr nicht exakt am Handgelenk liegt, sahen wir mit der Fenix und einem Dutzend Trainings nie auch nur die kleinste Messlücke im Protokoll. Wer auf den Brustgurt nicht verzichten will (für manche Fitnesstests ist er unabdingbar), kann ihn wie gehabt mit dem ANT-Protokoll oder über Bluetooth ankoppeln.

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