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Soziales Phänomen Twitter : 140 Zeichen für ein menschliches Bedürfnis

  • -Aktualisiert am

Startseite: Der Eingang ins Twitterland Bild: Twitter

Willkommen im Twitterland: Mehr als 62.000 deutschprachige Nutzer zählt der Mikrobloggingdienst bereits und minütlich werden es mehr. Gerade Prominente sind dem Gezwitscher verfallen. Doch was bewegt die Menschen dazu zu twittern?

          Es ist zurzeit der größte Hype im Netz: Twitter. Auch in Deutschland zieht der Microblogging-Dienst seit ein paar Monaten viele Onliner in seinen Bann. In den Medien tauchen Berichte über Twitter regelmäßig auf. Besonders beliebt ist der Dienst bei der männlichen Zielgruppe. Der Anteil der Männer liegt bei rund 74 Prozent. Der Anteil der Frauen dagegen bei nur etwa 26 Prozent. Der durchschnittliche Twitter-Nutzer ist 32 Jahre alt, im Schnitt also älter als die Nutzer sozialer Netzwerke (26 bis 27 Jahre) und laut Statistik haben 78 Prozent der Twitterer Abitur. Das geht aus einer Studie von Thomas Pfeiffer, Moderator der Xing-Microblogging-Gruppe #xmbg, hervor.

          Twitter wurde bereits 2006 von Jack Dorsey, Biz Stone und Evan Williams gegründet. Dabei handelte es sich anfangs noch um ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Firma Odeo, das das Unternehmen ausschließlich intern nutzte. Später gewann der Dienst sehr schnell an Bekanntheit und wurde im März 2007 mit dem South by Southwest Web Award in der Kategorie „Blogs“ ausgezeichnet. Ganz im Geiste des Dienstes stand auch die Dankesrede von Jack Dorsey: „Wir würden uns gern mit 140 Zeichen oder weniger bedanken. Was wir hiermit getan haben“.

          Alle drei bis vier Minuten eine Neuanmeldung

          Die von Dorsey erwähnten 140 Zeichen sind das zentrale Kennzeichen des Dienstes: Twitter ist Kommunikation in kürzester Form. Im Web oder mit dem Handy können Kurznachrichten verfasst werden, so genannte Tweets, die dann auf der Seite der „Follower“ - den „Freunden“ des Twitterers - erscheinen. Mikroblogging nennt man diese Art der Kommunikation. Dabei darf die Textlänge von 140 Zeichen nicht überschritten werden. Die Tweets, die man auf Twitter findet, reichen von Belanglosigkeiten und einfachen Statusberichten bis hin zu interessanten Diskussionen und nützlichen Links.

          Wer twittert denn da? Twitter-König Ashton Kutcher: www.twitter.com/aplusk
          Wer twittert denn da? Twitter-König Ashton Kutcher: www.twitter.com/aplusk : Bild: picture-alliance/ dpa

          Längst haben auch Unternehmen den Weg ins „Twitterland“ gefunden. Jeder vierte Twitterer ist Unternehmer oder Führungskraft. Jeder zweite Nutzer stammt aus der Medien- oder Marketingbranche. Laut einer Studie der Webevangelisten gab es allein im April dieses Jahres 12.400 Neuanmeldungen, weitere 13.300 im März. Das sind im Schnitt, allein in diesen beiden Monaten, pro Woche 3000, pro Tag 400 und alle drei bis vier Minuten ein neuer Nutzer. Eine Studie von Nielsen zeigt den raschen Wachstum des Dienstes. So soll Twitter im Februar 2009 über sieben Millionen Nutzer gehabt haben, während es im Vorjahreszeitraum noch 475.000 waren.

          Nutzer kehren dem Dienst den Rücken

          Allerdings zeigt die Studie auch, dass Twitter nur ein kurzweiliges Vergnügen zu sein scheint. Auch wenn der Dienst von Tag zu Tag wächst, springen ebenso rasch die Nutzer wieder ab. Rund 60 Prozent der Twitterer kehren dem Mikrobloggingdienst einen Monat nach Registrierung den Rücken. Andere Social-Media-Dienste, wie etwa das soziale Netzwerk MySpace, erreichten zu einem vergleichbaren Entwicklungsstand eine doppelt so hohe Bindungsrate.

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