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Smartphones 2017 : Innovation dringend gesucht

Man muss schon genau hinsehen, um an den neuen Modellen die Details zu finden, die sie von den heutigen Smartphones unterscheidbar machen. Bild: AFP

Wie gut sind die Smartphones des Jahres 2017? Und wie unterscheiden sie sich von den aktuellen? Eine Anwendung liefert der Branche Argumente für die neuen Modelle.

          Das Smartphone bestimmt noch nicht ganz unser Leben. Aber viele Menschen stehen kurz davor, sich den Alltag von dem handlichen Gerät diktieren zu lassen. Dass es so weit gekommen ist, liegt zum einen an Steve Jobs, der mit dem iPhone vor zehn Jahren die Welle losgetreten hat. Zum anderen haben die Hersteller ihre Smartphones so hochgerüstet, dass sie häufig Notebooks ersetzen können, Kompaktkameras meist überflüssig machen und mit ihren großen Bildschirmen den Sinn von Tablets in Frage stellen.

          Das ist zunächst gut für die Nutzer. Wer sich momentan ein neues Smartphone kaufen will und genügend Geld für die Oberklasse übrig hat, muss nicht lange recherchieren. Man kann nahezu blind bestellen. Die einzige Entscheidung, die überlegt sein will, ist das Betriebssystem. Doch auch in diesem Fall lässt sich kaum ein Fehler machen. Apples iOS und Googles Android haben einen hohen Reifegrad erreicht. Das wiederum ist schlecht für die Hersteller und ihre Marketingabteilungen. Die meisten Marken bemühen sich vergeblich, signifikante Unterschiede zur Konkurrenz und vermeintliche Innovationen herbeizureden, um die Kunden zum Kauf zu bewegen.

          Sony Xperia XZ Premium: Spiegelnder Rücken und 4K-Bildschirm sollen die Käufer entzücken. Außerdem beherrscht es auch Videos in Superzeitlupe. Bilderstrecke
          Sony Xperia XZ Premium: Spiegelnder Rücken und 4K-Bildschirm sollen die Käufer entzücken. Außerdem beherrscht es auch Videos in Superzeitlupe. :

          Ein schönes Beispiel ist der jährliche Turnus, in dem der führende Prozessorhersteller Qualcomm sein neuestes Produkt auf den Markt bringt und damit die Smartphone-Hersteller zwingt, ihren Entwicklungs- und Produktionsprozess dem von Qualcomm anzupassen. Wer etwas auf sich hält, wirbt in diesem Jahr mit dem Snapdragon 835. Das ist der momentan schnellste Prozessor. Und dieser wird wohl das erste Mal in einem Samsung-Smartphone auf den Markt kommen, die anderen Hersteller müssen warten. Die Koreaner brauchen einen Trumpf, weil sie mit ihrem nächsten Oberklassemodell Galaxy S8 wegen des Note-7-Debakels etwas hintendran sind. Das neue Flaggschiff der Koreaner wird im April kommen, das XZ Premium von Sony mit dem Snapdragon 835 erst Anfang Juni.

          Dabei dürfte es ganz wenige Smartphone-Nutzer geben, denen dieser neueste Prozessor etwas bringt. Die (noch) aktuellen Modelle von Samsung, Sony, LG, HTC oder Huawei sind so schnell, dass der direkte Vergleich mit den kommenden 2017er-Modellen keinen erkennbaren Unterschied hervorbringen wird. Einige Hersteller haben sich von Qualcomms Diktat befreit und entwickeln eigene Prozessoren. So hat Samsung den Exynos für seine Smartphones in asiatischen Ländern entwickelt. Huawei setzt seit dem P8 Lite die eigenen Kirin-Prozessoren ein. Im Zuge der Präsentation des P10 stellten die Chinesen in Barcelona den Kirin 960 vor.

          VR als Glücksfall für die Industrie

          Nun weiß man nicht, ob gerade ein Thema mit allen PR-Kräften nach vorn getrieben wird, um die Notwendigkeit von noch schnelleren Prozessoren rechtfertigen zu können, oder die Hersteller das Glück haben, dass ausgerechnet jetzt das Thema angesagt ist: Virtuelle Realität (VR) soll auch die Zukunft im mobilen Bereich sein. Weil die Anwendungen den Prozessor enorm strapazieren, ist es in der Tat erforderlich, dass dieser auf dem neuesten Stand ist. Qualcomm kündigte an, dass der Snapdragon 835 und die folgenden Generationen schon für VR-Anwendungen konstruiert sind. Die virtuelle Realität würde also den Prozessorherstellern noch einmal Verkaufsargumente liefern, ohne dass sie das abgegriffene Noch-schneller-Argument bringen müssten.

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