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Smartphone LG G6 im Test : Leider nur fast

Das neue Flaggschiff von LG: das G6 Bild: Hersteller

Eigentlich hat LG mit dem neuen G6 vieles richtig gemacht. Es ist schick, hat ein überzeugendes Display und die Kamera macht gute Bilder. Dennoch haben die Koreaner einen entscheidenden Fehler gemacht.

          Wenn die Smartphones der Erzrivalen LG und Samsung nebeneinanderliegen, zeigt dies auf besonders deutliche Weise, dass entweder das koreanische Klima immer wieder ähnliche Ideen gebiert oder einige Ingenieure weiterhin ihre Erkenntnisse untereinander austauschen. Schon Ende Februar stellte LG sein G6 mit einem ungewöhnlichen Bildschirmformat vor. Ein Verhältnis von 18:9 schafft Platz in der Höhe, so dass das Gerät trotz eines Bildschirms von 5,7 Zoll noch gut in der Hand liegt.

          Samsung hatte bei seinem S8, das ein paar Wochen später präsentiert wurde, die gleiche Idee. Nur überholte der vermeintliche Nachahmer den Konkurrenten, weil die ersten Testgeräte und somit auch die Besprechungen früher da waren. Und Samsungs Flaggschiff ist momentan nicht zu schlagen, wie der Test zeigte.

          Unauffälligkeit als Stärke

          Das G6 hat zweifelsohne einen gewissen Charme, der das S8 mitunter extravagant wirken lässt. Es ist, und das ist positiv gemeint, ein Smartphone für all jene, die ein Smartphone der Oberklasse haben, aber damit nicht auffallen wollen. Das Gehäuse ist im Vergleich zum S8 minimal breiter und schwerer. Doch weil ihm das grazile Design mit dem an den Seiten abgeflachten Bildschirmglas fehlt, wirkt es etwas klobiger und weniger fein, ist aber dennoch schick und in der Verarbeitung hochwertig.

          Auf der Rückseite gibt es nach wie vor den Fingerprintsensor, mit dem das Gerät angeschaltet wird. Alternativ lässt es sich mit einem selbst wählbaren Klopfmuster aus dem Standby-Modus holen. Auf dem glänzenden Glasrücken fühlen sich Fingerabdrücke – jedenfalls in der schwarzen Ausführung – recht wohl. Das G6 ist schnell, die Android-Oberfläche schlank und übersichtlich.

          Zwei Linsen für nah und fern Bilderstrecke
          Zwei Linsen für nah und fern :

          Die Kamera hinterlässt unterschiedliche Eindrücke. Erwähnenswert ist auf jeden Fall die zweite Linse, die beim G6 für Weitwinkelaufnahmen zuständig ist. Sie schafft 125 Grad. Das Ergebnis sieht allerdings nicht so gut aus wie mit der Hauptlinse. Mit bis zu 13 Megapixeln gelingen scharfe und in den Farben realistische Fotos, die etwas weniger gefällig als die des S8 oder iPhone 7 sind. Mit einer Einschränkung: Der Chip scheitert bei Fotos in Innenräumen mit wenig Licht.

          LG hat wohl einen Fehler in der Preisgestaltung gemacht. Mit offiziellen 750 Euro nimmt es aus finanzieller Sicht in Anspruch, ein Oberklasse-Smartphone wie das S8 oder iPhone 7 zu sein. Dafür fehlt ihm das gewisse Etwas. Für 150 Euro weniger hätte LG all jene fangen können, die ein gutes Smartphone suchen, aber nicht mehr als 600 Euro ausgeben wollen. Doch das kostet gerade einmal zirka 600 Euro. Und von diesen Käufern gibt es einige. Die fängt sich momentan etwa Huawei mit seinem P10 für zirka 600 Euro, das ein Top-Gerät ist. In diesem Preissegment ist also noch viel holen.

          Quelle: F.A.Z.

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