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Blackberry Passport im Test : Lob der Extravaganz

Bild: F.A.Z., Andreas Brand

Blackberry traut sich: Ein Smartphone wie den Passport hat die Welt noch nicht gesehen. Das Gerät ist gewöhnungsbedürftig. Aber es begeistert den Geduldigen mit vielen raffinierten Funktionen.

          Dieses Smartphone polarisiert: Den ganz neuen Blackberry Passport haben fast alle Journalisten negativ bewertet, er sei zu groß und nicht mit einer Hand zu bedienen. Dieses Argument trifft jeden Blackberry-Freund sofort ins Herz. Denn es war und ist der Blackberry, mit dem man, das Gepäck in der einen, das Gerät in der anderen Hand, sogar noch auf dem langen Fußweg zum Gate Z69 einhändig die E-Mail tippseln kann. Die Kritik stimmt. Der nahezu quadratische Passport benötigt beide Hände, es sei denn, man liest nur oder nutzt die Spracherkennung. Die Kehrseite der Medaille wird von den meisten Kollegen jedoch nicht gesehen: Der Blackberry Passport ist Innovation pur. Den Fortschritt kann man hier nämlich auch mit beiden Händen greifen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Vor einem Blick auf die Software sei zunächst die Hardware gelobt: Der Passport, der nahezu exakt die Fläche eines deutschen Passes einnimmt (12,8 × 9,0 Zentimeter) und vergleichsweise schwer ist (194 Gramm), ist mustergültig gut verarbeitet. Die Seitentasten wirken sehr solide, die dreizeilige physikalische Tastatur unterhalb des Displays ist toll. Zum Charakter eines robusten Arbeitsgerätes passt die Akkuleistung. Zwar ist der Kraftspender vom Anwender nicht zu wechseln, aber mit einer Kapazität von 3450 Milliamperestunden so ausdauernd, dass wir nur alle zwei Tage das Ladekabel bemühen mussten.

          Die Stärke des Passport ist nicht nur die breite Bildschirmdarstellung (mit einer Auflösung von 1440× 1440 Pixel), die das Lesen von Texten oder Bearbeiten von Tabellen einfacher macht. Seine Stärke ist das neue Betriebssystem 10.3 in Verbindung mit vielen pfiffigen Ideen. Die Tastatur beispielsweise wird um weitere Tastenreihen auf dem Bildschirm ergänzt, gegebenenfalls um bis zu vier weitere, so dass auch Sonderzeichen schnell erreicht werden. Wie bei den älteren Blackberrys gibt es eine Wortratefunktion, die kontextabhängige Vorschläge macht, die meist punktgenau passen. Mit einem Fingerschnips werden die Worte eingefügt. Ferner ist die Hardware-Tastatur zugleich ein Touchpad. Wenn man beim Lesen einer Website leicht mit dem Finger über die Tasten streicht, navigiert man auf der Seite. Mit einem resoluten Fingerwisch von rechts nach links löscht man wortweise.

          Bei der Spracherkennung schneidet Blackberry besser ab

          Die cleverste Eingabemethode für den Passport ist die Spracherkennung in Verbindung mit dem Blackberry Assistant. Beides ähnelt Siri auf dem iPhone, die Erkennungsrate ist ähnlich hoch, in vielen Disziplinen schneidet Blackberry jedoch besser ab. Der Assistant kann zum Beispiel auch neue Nachrichten vorlesen, er kann in Sekundenschnelle einen Kontakt heraussuchen, die zugehörigen Kalenderdaten und letzten E-Mails anzeigen, ja sogar die aktuellen Postings des Kontakts in sozialen Netzen. Im Auto lässt sich der Assistent über den Anruf zu einer virtuellen Rufnummer starten, das klappt mit jeder Freisprecheinrichtung.

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