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Samsung Galaxy Note 9 im Test : Alleinstellungsmerkmal Stift – nur für wen und wozu?

Das Samsung Note 9. Bild: Hersteller

Samsung hält an der Note-Reihe mit dem Stift fest und hat somit neben dem S9+ ein zweites und ähnliches Flaggschiff. Im Test sollte uns der S Pen möglichst oft in der Hand liegen.

          Es ist keine einfache Aufgabe, die Samsung jedes Jahr vor sich hat. Das Unternehmen muss ein Smartphone verkaufen, das ein Flaggschiff ist und in direkter Konkurrenz zu einem anderem Flaggschiff aus dem eigenen Haus steht. Das gerade auf den Markt gekommene Note 9 ähnelt in Aussehen und Technik dem S9+, das seit April verkauft wird. Der Unterschied zwischen Note- und S-Reihe ist ein Stift. Der S Pen hat seit dem ersten Modell eine solch große Fangemeinde, dass die Koreaner an diesem Smartphone festhalten.

          Es ist ebenso eine schwierige Aufgabe, Jahr für Jahr über das Note zu schreiben, weil eben der einzige wirklich große Unterschied der Stift ist. Bei der Version 9 hat es Samsung den Journalisten etwas leichter gemacht. Der S Pen wurde stärker als in den Vorjahren geändert. Er dient bei Bedarf jetzt auch als Fernbedienung. Dafür mussten zwei technische Voraussetzungen geschaffen werden. Damit er mit dem Smartphone kommunizieren kann, sendet er kabellos Signale über ein Bluetooth-Modul, was wiederum zur Folge hat, dass er einen kleinen Akku braucht. Der lädt sich immer dann auf, wenn er im Smartphone steckt. Leer bekommen haben wir ihn in den vergangenen Wochen nie, was auch daran gelegen haben könnte, dass wir ihn eher selten benutzt haben. Geladen wäre er schnell: in 40 Sekunden.

          Das ist ein bisschen das Problem mit dem Note 9 wie auch mit den Vorgängern. Wenn man nicht zur Fangemeinde gehört, übersieht man den Stift meistens im täglichen Gebrauch. Er kam dann zum Einsatz, wenn Kollegen die Fernbedienungsfunktion gezeigt wurde. Dann wird das Gerät in ein paar Meter Entfernung so plaziert, dass ein Gruppenselfie ohne lang gestreckter Arm möglich wird. Durch ein längeres Drücken der Taste auf dem S Pen öffnet sich die Kamera-App, zweimal kurz wechselt zum Selfie-Modus und einmal kurz löst aus. Die Bilder sehen ziemlich gut und die Kollegen ziemlich verblüfft aus, wenn sie bei der Demo dabei sein dürfen.

          Der Unterschied zum S9+ ist kaum zu erkennen. Bilderstrecke

          Wer in dieser Funktion eine häufige Anwendung sieht, sollte über das neue Note länger nachdenken. Die klassische Anwendung, nämlich den Stift nutzen, um Notizen auf dem Bildschirm zu schreiben, häufte sich in den letzten Testtagen allmählich. So reicht es aus, den Stift zu ziehen, um direkt auf den Bildschirm schreiben zu können. Für Ad-hoc-Notizen eine prima Anwendung. Doch für Notizen, die nachhaltiger sind und gespeichert werden sollen, eignen sich Apps zum Tippen mehr. Dann lässt sich das Geschriebene auch durchsuchen, was bei handschriftlichen Notizen nicht geht. Vielleicht ändert sich aber auch der Umgang, wenn man das Note länger nutzt. Einen Vorteil hat die handschriftliche Notiz auf jeden Fall: Es macht mehr Spaß, mit dem Stift zu schreiben.

          Samsung versucht das Note 9 von der konkurrierenden S-Reihe auch dadurch abzusetzen, dass das Smartphone als Business-Gerät beworben wird. Das gelingt aus technischer Sicht, weil das Gerät ordentlich ausgestattet ist: Amoled-Riesenbildschirm mit 6,4 Zoll, üppiger Akku mit 4000 Milliamperestunden, schneller Octa-Core-Prozessor, sechs Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte interner Speicher. Die hervorragende Kamera ist vom S9+ übernommen und zeichnet sich durch ihre Lowlight-Fähigkeiten aus. Es können zwei Sim-Karten verwendet werden.

          In den meisten Punkten haben dieses technische Niveau andere Oberklassegeräte auch. Die Hersteller müssen allerdings nicht die Business-Kunden-Karte spielen. Deshalb zieht Samsung noch einmal einen Joker und lässt das Note 9 dank Dex-Technik zum PC werden. Schließt man es über HDMI an einen Monitor an, wechselt das Android-Betriebssystem des Smartphones in seiner Anmutung zu einem Betriebssystem eines Computers. Der Bildschirm des Note 9 wird dann zum Touchpad. Das funktioniert gut. Aber auch hier fehlte uns die alltägliche Anwendung, weil zu Hause ein Macbook und auf der Arbeit ein Windows-Rechner mit Cloud-Anbindung steht. Wer viel unterwegs ist, um Präsentationen zu zeigen, kann das Note 9 in Zusammenhang mit Dex sicherlich häufiger einsetzen.

          Vergleicht man den Preis von 1000 Euro mit anderen Oberklassegeräten, ist er gerechtfertigt. Wer kein absoluter Stift-Freund ist, hat allerdings weniger Gründe der S-Reihe abtrünnig zu werden.

          Technische Daten und Preis

          Bildschirm: 6,4 Zoll QHD+ Super-Amoled, Auflösung (2960 x 1440) mit 516 ppi

          Maße: 161,9 x 76,4 x 8,8 Millimeter

          Gewicht: 201 Gramm

          Akku:  4000 Milliamperestunden, Wireless Charging

          Prozessor: Octa Core 2,7  + 1,7 Gigahertz mit 64 bit 10-nm-Prozessor

          Arbeitsspeicher: 6 Gigabyte

          Interner Speicher:  128 Gigabyte

          Dual-Kamera hinten: 12 Megapixel mit 1,5/2,4 Blende; 12 Megapixel mit 2,4 Blende

          Kamera vorne: 8 Megapixel mit 1,7 Blende

          Betriebssystem: Android 8.1 mit Touchwiz-Oberfläche

          Wasser- und Staubdicht: IP 68

          Micro-SD: ja, bis 512 Gigabyte

          S Pen: mit Bluetooth und Akku

          Preis: 999 Euro (1249 Euro mit 512 Gigabyte mit internem Speicher)

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