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Microsoft Onedrive : Zurück auf die alte Version

Sollte dann nicht mehr passieren. Bild: Picture-Alliance

Microsoft schützt die Cloud-Daten auf Onedrive gegen Verschlüsselungs-Trojaner. Ein Terabyte freier Speicher sind als Dreingabe zu einem Office-365-Abonnement ein Argument.

          Wer seine Daten allein in der Cloud sichert, muss die Achillesferse kennen: nicht nur, dass Privates auf fremden Rechnern liegt. Mit der nahtlosen Anbindung des Cloud-Speichers an den eigenen PC ist man im Unterschied zu einer Datensicherung auf externen Laufwerken nicht gegen Verschlüsselungs-Trojaner geschützt. Diese Schädlinge, auch Ransomware genannt, kapern einen Rechner und verschlüsseln alle Daten, um für die Entschlüsselung ein Lösegeld zu fordern. Wanna Cry hieß zuletzt einer der bekannteren Angreifer, der in kürzester Zeit Zehntausende von Computern in Unternehmen, Behörden und bei Verbrauchern blockierte. Da solche Schadprogramme alle Dateien infizieren, derer sie habhaft werden können, trifft es auch die eigenen Inhalte in der Cloud, selbst wenn sie in der Ferne liegen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Einige Cloud-Anbieter bieten Schutz gegen solche Schädlinge, und das eingesetzte Verfahren hilft einem auch, wenn man selbst Unordnung in seine Dateien gebracht, Excel-Tabellen zerstört oder Word-Dokumente gelöscht hat: Die Versionierung und der Versionsverlauf erlauben es, alte Versionen einer Datei wiederherzustellen. Die Dropbox zum Beispiel speichert auch gelöschte Dateien 30 Tage lang, in der Business-Variante sogar 120 Tage. Mit dem Versionsverlauf lässt sich eine frühere Version infizierter oder versehentlich geänderter Dateien wiederherstellen.

          Nun bringt Microsoft einen ähnlichen Schutz für sein Onedrive, den Cloud-Speicher, den man auch als Dreingabe zu einem Office-365-Abonnement erhält. Ein Terabyte Speicherplatz ist ein Argument. Nachdem die Business-Version von Onedrive schon etwas länger die Funktion „Files Restore“ erhalten hatte, wird sie nun den Privatnutzern zur Verfügung gestellt. Microsoft hatte die Technik gegen „desaströse Ereignisse wie Massenlöschungen, Datenfehler und andere Datenverlustszenarien“ und als Schutz vor Ransomware entwickelt. Die Wiederherstellung umfasst die letzten 30 Tage. Eine Dateiversionierung soll zudem das Wiederherstellen einzelner Dateien erlauben. Microsoft will sogar Ransomware erkennen, um anschließend die Wiederherstellung der betroffenen Dateien vorzuschlagen.

          Eine weitere Neuerung besteht darin, dass man Dateien künftig sicher über Onedrive teilen kann. Bislang lassen sich Dateien oder Ordner in der Form eines Links freigeben. Der Empfänger kann diese dann je nach gewählter Voreinstellung entweder nur ansehen oder auch bearbeiten. Der Link gewährt den Zugriff. Künftig lässt sich zusätzlich ein Kennwort setzen, so dass Dritte über den Link allein nicht mehr an die Inhalte gelangen.

          Das ist zugleich eine Maßnahme gegen Phishing-Attacken und gegen Versuche, Schadsoftware zu verbreiten. Die Office-Programme Word, Excel und Powerpoint erhalten eine verbesserte Prüfung von eingebetteten Links. Microsoft prüft, ob der Link eventuell zu einer verdächtigen Seite führt, und warnt dann den Nutzer. Die Ransomware-Erkennung und Files Restore werden sukzessive für alle Nutzer freigegeben. Der Kennwortschutz für geteilte Links soll in den kommenden Wochen folgen.

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