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Interview mit Nicole Simon : „Twitter ist ein Schlaraffenland“

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Die Autorin des ersten deutschsprachigen Twitter-Buchs: Nicole Simon Bild: Nicole Simon

'Das sind doch nur Belanglosigkeiten' ist ein beliebter Spruch von Twitter-Kritikern. Wer so über den Mikrobloggingdienst urteilt, habe allerdings nie genau hingeschaut, sagt Nicole Simon. Die Autorin des ersten deutschsprachigen Twitter-Buchs im Interview.

          „Das sind doch nur Belanglosigkeiten“ ist ein beliebter Spruch unter Twitter-Kritikern. Wer das sagt, habe allerdings nie genau hingeschaut, sagt Nicole Simon. Die Autorin des ersten deutschsprachigen Twitter-Buchs im FAZ.NET-Interview.

          Frau Simon, Sie sind selbst aktivere Twitterin. Wann und was hat Sie in das Twitterland verschlagen?
          Ich bin jetzt seit fast 20 Jahren netzaktiv. Das hat damals mit BTX-Chat angefangen und sich ab 1995 im Internet mit Usenet, Foren, Blogs, Podcasts über Second Life und jetzt eben Twitter fortgesetzt. Gegen Twitter habe ich mich drei, vier Monate lang gewehrt, dann aber dem Gruppenzwang nachgegeben, weil eben alle in meinem Umfeld twittern. Im Januar 2007 habe ich dann selber angefangen, sowohl privat als auch professionell.

          Bringt den Leser auf 235 Seiten zum Web 2.0
          Bringt den Leser auf 235 Seiten zum Web 2.0 : Bild: Open Source Press

          Was hat Sie daran fasziniert?
          Twitter hat eine neue Kategorie geschaffen: die Mikrokommunikation auf 140 Zeichen mit Verbindung im Netz und vom Handy aus. An sich hat Twitter nur Bekanntes kombiniert und mit diesem Mix etwas neues geschaffen. Die Begrenzung auf 140 Zeichen sieht im ersten Moment wie ein Nachteil aus, aber überraschenderweise scheint es die Kreativität der Teilnehmer nur anzuregen. Hinzu kommt, dass inzwischen genügend Menschen mit dem Internet und dem Handy vertraut sind, so dass diese Symbiose auf ungewöhnlich fruchtbarem Boden wächst. Mich persönlich fasziniert dabei vor allem, wie andere Menschen Twitter für sich entdecken und nutzen.

          Worum geht es in Ihrem Buch „Twitter - Mit 140 Zeichen zum Web 2.0“ und an wen richtet es sich?
          Das Buch ist ein Einführungswerk für jemanden, der sich mit Twitter noch nie beschäftigt hat, aber jetzt neugierig ist. Sei es privat oder um Twitter für das eigene Unternehmen zu nutzen. Viele Leute sagen, Twitter sei super einfach, das müsse man sich nur angucken und man versteht es. Da täuscht man sich allerdings. Twitter hat gewisse Tiefen, die man vielleicht von Anfang an nicht gleich versteht. Das Buch gibt einen umfassenden Einblick in das Twitterland und macht Leser mit allen relevanten Werkzeugen vertraut.

          Ist Twitter nicht einfach nur Zeitverschwendung mit inhalts- und belanglosen Statusberichten?
          Diese Aussage habe ich bis jetzt bei jeder neuen Technologie gehört. Bei Twitter nun ganz besonders wegen der 140 Zeichen. Gegenfrage: Wofür verwenden Sie Ihren Computer? Als dumme Daddelkiste oder als produktive Arbeitsumgebung? Es kommt immer drauf an, wie ich ihn nutze. Natürlich twittere ich auch mal Belanglosigkeiten wie zum Beispiel „habe gerade Milchkaffee getrunken“. Aber der Leser entscheidet doch, ob er das sehen will. Es gibt eine große Zahl von Twitterern, die den Dienst sehr professionell nutzen. Wer von Belanglosigkeiten spricht, sieht das Potential dieser Werkzeuge nicht und verpasst nebenbei eine weitere Chance, den Anschluss an die neue Welt der Kommunikation zu schaffen.

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