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Instant Messenger : Keine Lösung gegen die Einsamkeit

  • -Aktualisiert am

Wer viel chattet, findet nicht unbedingt mehr Freunde Bild: AFP

ICQ, MSN, Skype & Co.: Instant Messenger sind eine weitere Form der digitalen Kommunikation - sei es privat oder am Arbeitsplatz. Bereits über sechs Millionen Deutsche nutzen sie. Doch dieser Informationsaustausch in Echtzeit birgt auch Risiken.

          Im 21. Jahrhundert kommunizieren Menschen untereinander häufiger als je zuvor. Ursache für dieses Verhalten sind die technischen Voraussetzungen, die mittlerweile in vielfältiger Weise bestehen. Auf das Festnetztelefon folgte das Handy, kurz darauf kam die SMS hinzu. Das Versenden von Kurznachrichten war zunächst ein kostenloses, technisches Nebenprodukt, das sich später als das gewinnbringendes Feature herausstellte. Vor etwa zwanzig Jahren startete das World Wide Web. Zu jener Zeit gab es die E-Mail schon. Auch wenn sie in der Unternehmenskommunikation sehr beliebt ist, hat sie ihre Schwächen.

          Deshalb wird in vielen Firmen und Unternehmen inzwischen über Instant Messenger kommuniziert. Zu den bekanntesten Messenger zählen ICQ, MSN Live Messenger, AOL Instant Messenger oder auch Skype. Sie sind kostenlos, ein Konto ist schnell angelegt. Jeder Nutzer kann in seiner Taskleiste des Betriebssystems die eingehenden Nachrichten verfolgen. Die „Freundesliste“ schränkt die Kommunikation auf ausgewählte Nutzer ein, die vorher per Anfrage hinzugefügt wurden. Innerhalb einer Liste sehen die Nutzer jederzeit, wer gerade online ist und können die anderen in einem Fenster via Chat anschreiben, ihnen Dateien zusenden, einen Videochat starten und mit ihnen „telefonieren“.

          Von der Pizza-Bestellung bis zur Terminabsprache

          Die Darmstädter Kommunikationsagentur Camao benutzt Instant Messaging zur internen Kommunikation. „Jeder Mitarbeiter verwendet an seinem Arbeitsplatz einen Skype-Account“, sagt Camao-Geschäftsführer Christian Wiebel. „Sie nutzen diesen für die verschiedensten Zwecke: Pizza-Bestellung, Dateien- und Textaustausch, Terminabsprache und Diskussionen zu Fragestellungen aller Art.“ Die Gefahr, dass Mitarbeiter durch Instant Messaging vermehrt privates kommunizieren, sieht Wiebel nicht. „Wir haben das Vertrauen in unsere Mitarbeiter, dass die Balance zwischen privater und beruflicher Nutzung in einem akzeptablen Verhältnis bleibt“. Ob die Arbeitseffizienz durch die Nutzung von Instant Messengern gestiegen ist, kann Christian Wiebel nicht belegen. „Unsere Vermutung ist aber, dass die Vorteile der Kommunikation mit Skype wie etwa die hohe Komplexität in der Bewältigung von mehreren Fragen gleichzeitig, die Nachteile längerer Telefonate mindestens aufwiegen“.

          Eine Untersuchung an den Universitäten Ohio State und California belegen diese Vermutung. Demnach wirke sich die Produktivität der Mitarbeiter durch das Instant Messaging positiv aus. Dies wird durch den knappen und konstruktiven Informationsaustausch begründet. Derzeit gebe es an den Arbeitsplätzen zwar noch eine Mischform aus offizieller und privater Nutzung von Messaging-Diensten. Jedoch konnte in der Untersuchung die Annahme widerlegt werden, dass die Chat-Funktion die Mitarbeiter von der Arbeit abhalte.

          „Eine Schutzfunktion durch Anonymität“

          Bei Camao war die Einführung des Instant Messengers „ein schleichender Prozess, der vor etwa 10 Jahren mit ICQ begann. Den Ausschlag zu einem grundsätzlichen Einsatz gab der Umzug von einem Großraumbüro in ein Büro mit vielen einzelnen Räumen“, so Wiebel. Instant Messaging kann für Unternehmen allerdings auch eine Gefahr sein. Die Sicherheit des Betriebssystems wird teilweise stark beeinträchtigt. Durch das Öffnen bestimmter digitaler „Türen“ können Eindringlinge Spyware installierten oder Phishing-Attacken starten. Ebenso ist das Netzwerk nicht mehr so gut geschützt gegen Viren und Würmer. „Tatsächlich werden Ports, die ausschließlich für Skype eingesetzt werden, besonders beobachtet, um möglichen Risiken vorzubeugen“, so Geschäftsführer Wiebel. So würden insbesondere vertrauliche Dokumente per E-Mail versendet.

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