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HTC Vive : Flucht aus der Welt für 800 Euro

Die Vive-Brille wurde im Design etwas verfeinert und es gibt zudem zwei unterschiedlich große „Schalen“. Bild: Marco Dettweiler

Endlich ist es soweit. Die VR-Brille Vive von HTC kommt demnächst in den Handel. Damit wird Virtual Reality wirklich Realität.

          Der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona ist nicht der perfekte Ort, um als Hersteller Neuigkeiten über eine Virtual-Reality-Brille zu verkünden. Anfang Januar auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas wäre passender gewesen, weil dort Spielehersteller ebenso wie Computerunternehmen anwesend sind. In Barcelona dreht sich eigentlich alles um Smartphones, Tablets und Auto-Infotainment. Da HTC im Wesentlichen bekannt ist für seine mobilen Geräten und natürlich vor Ort ist, hat man "nebenbei" die Messe für die Vive genutzt.

          Bisher tauchte die Vive immer nur auf Messen oder speziellen Events auf, wo sie Auserwählte für wenige Minuten ausprobieren durften. Journalisten, Spielefans und Tekkies kamen aus der Vorführung meist mit einem breiten Grinsen, weil sie so etwas noch nie gesehen und erlebt haben. So konnte man in einer anderen Welt Robotor reparieren, Kaffee kochen oder ein gesunkenes Schiff betreten. Leider bliebt es bei diesem Erlebnis, weil es Prototypen waren, die man nicht testen oder gar kaufen konnte.

          Nun ist es soweit. Ab 29. Februar kann jeder ein Vive-Set vorbestellen, ab Anfang April wird geliefert. Insgesamt sind es 24 Länder, darunter einige europäische wie zum Beispiel Deutschland. Das Set besteht aus der Brille, zwei kleinen Basestations, die die Position des Nutzers tracken und zwei Controllern, die man in Spielen als Hand, Waffe oder anderes einsetzen kann. Neu ist, dass die kleinen Kisten kabellos sind. Man kann sie also auf ein Regal oder ähnliches stellen. Ebenfalls neu ist die Integration des Smartphones. Es können über das Headset Anrufe angenommen, Textnachrichten gelesen oder Kalenderereignisse angeschaut werden. Mit dem Set werden auch zwei neue Spiele mitgeliefert: "Job Simulator" und "Fantastic Contraption".

          Um die Vive zum Einsatz bringen zu können, braucht man noch einen Computer. Genaue Hardware-Voraussetzungen gibt HTC (noch) nicht an, aber in Barcelona wurde ein Intel-Prozessor i5 genannt und eine Nvidia Geforce GTX 970. Die Grafikkarte ist wohl am wichtigsten für ein reibungsloses VR-Erlebnis. Das Nvidia-Modell gehört momentan zur Oberklasse und dürfte nur in Computern stecken, die weniger als zwei Jahre alt sind. Ist so ein Computer vorhanden, kann es also ab April losgehen.

          Grundsätzlich funktioniert der Aufbau der Vive so: Ein Rechner wird per Kabel mit der Brille verbunden. In zwei Ecken hängt oder steht im Regal etwa auf Kopfhöhe jeweils das Kistchen. Diese spannen Laserfäden so durch den Raum, dass der Brillenträger überall geortet werden kann. Dieser Raum wird mit den Controllern vermessen und darf zwischen 1,5 bis 5 Quadratmeter groß sein. Auf der Brille selbst sitzen Sensoren, die das Laserlicht als Abstandsmesser nutzen. Der Computer weiß immer, wo der Nutzer sich gerade befindet, und passt die Darstellung entsprechend an. Die Laser vemitteln in Zusammenspiel mit den Sensoren an der Brille die Position des Nutzers.

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