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Handywechsel : Die Tücken der Datenübertragung

Eigentlich ganz einfach: von einem Handy auf das andere Bild: dpa

Der Wechsel zu einem neuen Handy steht an. Da fragt man sich gleich, wie die persönlichen Einstellungen und Daten herüberzuretten sind. Ein solcher Hardware-Wechsel ist mittlerweile ebenso aufwendig wie das Einrichten des PCs.

          Der Wechsel von einem alten zu einem neuen Handy steht an, und da fragt man sich natürlich gleich, wie die persönlichen Einstellungen und Daten herüberzuretten sind. Bei den Smartphones mit allen nur denkbaren Funktionen und Zusatzprogrammen ist das Thema noch brisanter. Denn man hat ja nicht nur manche SMS oder E-Mail, die man „retten“ möchte, sondern auch die individuelle Konfiguration von Chat-System und Internet-Telefonie. Dazu kommen gegebenenfalls kostenpflichtige Applikationen (“Apps“), die man gern behalten möchte. Ein solcher Hardware-Wechsel ist mittlerweile ebenso aufwendig wie das Einrichten eines neuen PCs. Windows-Nutzer wissen sofort, wovon die Rede ist.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Beim Wechsel des Handy-Betriebssystems - etwa von Symbian zu Windows Mobile - gehen alle privaten Daten wie E-Mail und Kontakte verloren, es sei denn, man synchronisiert mit einem Backup-Dienst oder mit einem Exchange-Server. Zusatzprogramme laufen stets nur mit einem Betriebssystem. SMS, Fotos und sonstige Daten lassen sich bestenfalls zum PC übertragen und dort sichern. Wer indes mit Alt und Neu in einer Betriebssystem-Familie bleibt, hat weniger zu verlieren. Bei vielen Nokia-Handys gibt es zum einen das Backup-Programm für die Speicherkarte, das aber nur innerhalb einer Gerätekategorie funktioniert. Übergreifend soll ein Assistent namens „Austausch“ arbeiten, er verbindet zum Beispiel ein älteres Nokia N96 mit dem neuen E72. Zwar rettet der Helfer SMS und andere Daten, aber die Tücke liegt im Detail, und am Ende ist man doch wieder stundenlang mit der Einrichtung des neuen Telefons beschäftigt. Apps aus dem Ovi-Store werden gar nicht übertragen.

          Durchweg unbefriedigend

          Was wir bisher in dieser Hinsicht gesehen haben, ist also durchweg unbefriedigend. Und nun stand der Wechsel von einem älteren iPhone mit dem Betriebssystem 3.0 zu einem neuen mit 3.12 an. Wir hatten uns auf das Schlimmste eingestellt, zumal das ältere Gerät mit einem „Jailbreak“ von Apples Rechteminderung befreit und mit etlichen Cydia-Programmen aus der einschlägigen Hacker-Szene bestückt war. Indes lief nicht nur alles glatt. Das Ergebnis war geradezu erstaunlich perfekt. Man synchronisiere das alte iPhone mit iTunes am PC und schließe dann das neue an.

          Nach der unvermeidlichen Registrierung lassen sich die Inhalte des alten Geräts auf das neue zurückspielen. Das alles funktioniert mit einer Raffinesse, die wir nicht erwartet hatten. Alle Apps waren da, alle individuellen Einstellungen bis hin zum Hintergrundbild. Die Parameter der E-Mail-Konten waren eingetragen, die alten SMS vorhanden und sogar die Anruflisten der vergangenen zwei Wochen herübergeschaufelt. Kontakte, Kalendereinträge, Fotos, Lesezeichen im Internet-Browser, Notizen, die Einwahlparameter von Skype und Fring, alte Chat-Plaudereien, die Wiedergabelisten der Musikabteilung und sogar die Aufstellung der zuletzt gespielten Titel: Alles wurde 1:1 kopiert. Nicht nur, dass die To-do-Liste aus dem App Store auf dem neuen Gerät sofort parat stand, selbst die von uns eingegebenen Aufgaben wurden transferiert.

          Sicherheitskritische Einstellungen

          Manuelles Eingreifen erforderten allein sicherheitskritische Einstellungen: Die Kennwörter des heimischen Wireless-Lan, des Exchange-Servers im Büro sowie der bereits angebundenen Bluetooth-Geräte mussten abermals eingegeben werden. Nicht übernommen wurden ferner die besonderen Klingeltöne, die wir einzelnen Personen in der Adressverwaltung zugewiesen hatten. Und natürlich fehlte alles rund um den Jailbreak und Cydia. Als wir die Navigon-Navigation „Mobile Navigator“ starteten, suchten wir allerdings vergeblich die nachträglich hinzugekauften Verkehrsinformationen. Das Verfahren heißt „In-App-Kauf“, das Produkt wurde nicht im App Store, sondern in der Anwendung selbst erworben.

          Als sich der Ärger gelegt hatte und wir „Traffic Live“ ein zweites Mal für 20 Euro erwerben wollten, kam indes Entwarnung: Nach dem Fingertipp auf „Kaufen“ stellte der Routenführer fest, dass wir die Option bereits erworben hatten, und installierte das Modul unentgeltlich. Alles in allem war der gesamte Vorgang nach rund einer halben Stunde abgeschlossen. Wer sich bei anderen Betriebssystemen stundenlang mit dieser Prozedur herumgeschlagen hat, darf sich also bei Apple über eine wunderbare Perfektion bis ins Detail freuen.

          Quelle: F.A.Z.

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