http://www.faz.net/-gy9-136xi

Handys für Senioren : Einfach, schlicht und schnörkellos

Senioren-Handys: Eine einfache Bedienung und Handhabung steht im Vordergrund Bild: Nauck

Spezielle „Seniorenhandys“ richten sich vor allem an jene, die im Alter schlecht sehen, schlechter hören und Probleme mit der Motorik haben. Einfache Bedienung und Handhabung steht im Vordergrund der Entwicklung.

          Es ist schon kurios, dass in der Welt der Elektronik ausgerechnet die Zielgruppe mit der größten Kaufkraft kaum bedient wird: die rüstigen Senioren. Und das gilt besonders für die Handys. Sie werden immer kleiner, die Bildschirmschriften sind kaum lesbar, die Tasten winzig, und die Klingeltöne sowie die neu hinzukommenden Funktionen orientieren sich an der internetaffinen Twitter-Generation. Wer im besten Alter über 50 nach einem schicken, ordentlichen Mobiltelefon sucht, das durchaus etwas mehr kosten darf, aber nicht jede Spielerei mitmacht, sondern einfach zu bedienen ist, schaut mehr oder weniger in die Röhre.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          (Im Überblick: Acht Handys für Senioren im Überblick)

          Natürlich gibt es die exklusiven Handys von Vertu zu Preisen von 5000 Euro an mit bester Verarbeitung und edlen Materialien. Aber der hier besonders aufdringlich herausgestellte Luxus ist nicht jedermanns Sache. Also doch lieber ein Standard-Handy mit ordentlichen Tasten nehmen? Wir können beispielsweise das Nokia 3110 Classic oder das Klappenhandy Samsung SGH-E210 empfehlen. Auch die älteren Motorola-Modelle Razr und Krzr überzeugen mit ihrer einfachen Bedienung und guten Verarbeitung.

          Die bunte Welt der Senioren-Handys
          Die bunte Welt der Senioren-Handys : Bild: Nauck

          Andere Maßstäbe als im Rest der Handy-Welt

          Spezielle „Seniorenhandys“ richten sich vor allem an jene, die im hohen Alter gebrechlich sind, schlecht sehen und hören und Probleme mit der Motorik haben. Für diese Zielgruppe müssen Mobiltelefone eigens entwickelt werden, und dieser verdienstvollen Aufgabe haben sich nun mittelständische Unternehmen angenommen. Emporia aus Österreich und der schwedische Hersteller Doro sind hier zu nennen, aber auch deutsche Unternehmen wie Audioline aus Neuss haben den Mut, mit ungewöhnlichen Apparaten neue Wege zu beschreiten. Die großen Hersteller drücken sich.

          Wenn man davon ausgeht, dass ein Seniorenapparat in erster Linie zum Telefonieren gedacht ist, für Sicherheit und Unabhängigkeit im Alltag sorgen soll, gelten ganz andere Maßstäbe als im Rest der Handy-Welt. Einfache Bedienung und Handhabung sollten im Vordergrund stehen, sagt Christian Fleck von der Unternehmensgruppe Hörhelfer & Sehhelfer (Telefon 08 00/1 00 40 88, www.sehhelfer.de), die seit sieben Jahren einer der größten Versandhändler in diesem Bereich ist. Fleck empfiehlt große, klar voneinander abgesetzte Tasten mit ordentlichem Druckpunkt, die selbst dann präzise erreichbar sind, wenn der Nutzer einen leichten Tatterich hat. Eine gut ablesbare, eindeutige Beschriftung der Tasten sollte ebenfalls selbstverständlich sein.

          Tastatur, Display und Menüführung spielen die wichtigste Rolle

          Weil Multimedia & Co. in diesem Segment vollkommen unwichtig sind, liegt ein monochromes Display nahe, das zudem weniger Strom als die farbigen Varianten benötigt. Auch bei den Bildschirmschriften gilt: größer ist besser; die Menüs sollten sich auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich auf Telefonbuch, Anruflisten, SMS, Einstellungen und vielleicht noch einen Wecker. Mehr braucht ein Seniorenhandy nicht, je weniger Funktionen, desto einfacher die Bedienung. Tastatur, Display und Menüführung spielen also die wichtigste Rolle, aber eine ganze Reihe von Details kann sinnvoll sein, etwa eine optische Signalisierung ankommender Anrufe für Schwerhörige.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Merkel vor vierter Amtszeit : Die ewige Kanzlerin

          An diesem Sonntag wird Angela Merkel aller Voraussicht nach für ihre vierte Legislaturperiode gewählt. Und spätestens am Montag beginnt die Nachfolgedebatte und die CDU hat ein Problem.
          Stürmische Zeiten: Theresa May muss in Florenz versuchen, ihre Partei und die EU zufrieden zu stellen.

          Brexit-Rede : Theresa Mays italienischer Spagat

          Die britische Premierministerin Theresa May will in einer Rede in Florenz ihre Brexit-Politik erklären. Darin muss sie sowohl die EU als auch ihre Basis zufriedenstellen, um die Partei zu beruhigen.

          Bundestagswahl : Russland rechnet mit Merkel

          In Moskau wird über die Bundestagswahl in viel milderem Ton gesprochen, als über die Präsidentenwahlen in Amerika und Frankreich. Man will Berlin schließlich wieder als Partner gewinnen.
          Will aufrüsten: Irans Präsident Ruhani

          Streit um Atomabkommen : Iran droht Aufrüstung an

          Iran werde niemanden um Erlaubnis bitten, wenn es um seine Verteidigung gehe, sagt Präsident Rohani. Die Ankündigung wirkt wie Öl ins Feuer inmitten eines aufgeflammten Streits um das Atomabkommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.