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Neue Produkte vorgestellt : Googles Offensive gegen Apple und Amazon

Alles, was man braucht. Oder auch nicht? Googles neue „made by Google“-Family Bild: Google Inc.

Da hat Google nicht gekleckert: Gleich in mehreren Kategorien stellt das Unternehmen neue Produkte vor – darunter Smartphones, vernetzte Lautsprecher und ein Notebook.

          Es soll sich keiner beschweren, dass der Herbst eine triste und traurige Jahreszeit sei. Freunde der digitalen Welt erleben gerade heiße und strahlende Wochen. Nachdem Apple vor drei Wochen seine neuen iPhones vorgestellt hatte, folgte in der vorherigen Amazon mit einer beachtlichen Produktoffensive. Und nun legte an diesem Mittwochabend Google mit neuen Smartphones, Lautsprechern, Kopfhörern und Kameras nach.

          Da Google als letztes Unternehmen seine Produkte präsentiert hat, kommt man nicht umhin, dem Konzern aus Mountain View zu unterstellen, dass sich seine Ingenieure stark an den Produkten von Apple und Amazon orientiert haben. Weil die Entwicklung sicherlich viele Monate dauert, sollte man aber davon ausgehen, dass sie alle parallel gearbeitet haben. Lässt man die Chronologie der Events außer acht, erlangt man die Erkenntnis, dass sich die Geräte in ihrer Funktionalität kaum noch unterscheiden. Das ist praktisch für die Kunden, weil sie kaum etwas falsch machen können.

          Smartphones Pixel 2 und Pixel 2 XL

          Ein für Google strategisch wichtiges Gerät ist das hauseigene Smartphone. Auch wenn der Marktanteil des Betriebssystems Android mehr als 84 Prozent in aller Welt beträgt, leistete sich das Unternehmen seit Anfang 2010 mit der Nexus-Reihe eigene Geräte und seit vorherigem Jahr mit dem Pixel ein Smartphone, das „made for Google“ ist. Auf diesen Smartphones spielt Google immer als erstes die neuen Versionen des Betriebssystems aus. Nur wer ein Nexus oder Pixel besitzt, hat garantiert das aktuelle Android. Wie alle anderen Hersteller auch, ist die Bereitschaft, in Design oder Funktionalität große Veränderungen einzuführen, auch bei Google gering.

          Da liegen die Minis in ihren drei Farben. Bilderstrecke
          Da liegen die Minis in ihren drei Farben. :

          So gibt es weiterhin ein normal großes Pixel und die Phablet-Variante. Das Pixel 2 hat eine Bildschirmdiagonale von 5 Zoll, das Pixel 2 XL kommt auf üppige 6 Zoll. In beiden arbeitet der aktuelle Snapdragon 835. Der Arbeitsspeicher hat mindestens 4 Gigabyte, beide sind nach IP67 zertifiziert, der Klinkenstecker ist nun auch bei Google Geschichte, dafür schallt die Musik in Stereosound aus der Vorderseite. Der Fingerprintsensor bleibt hinten auf der Rückseite. Wie die Smartphones der Konkurrenz hat auch das Pixel 2 eine Schnellladefunktion. Nach einer Viertelstunde aufladen, soll es wieder sieben Stunden halten. Ein deutlicher Unterschied macht der Akku aus: Der hat beim Pixel 2 2700 Milliamperestunden, beim Pixel 2 XL starke 3520 mAh.

          Das neue Pixel sieht nahezu aus wie das alte. Google hat also die etwas gewöhnungsbedürftige Rückseite mit zwei Farben beibehalten. Lediglich das Kameraobjektiv ist größer geworden. Beim Pixel 2 XL bemerkt man bei genauerem Hinschauen einen deutlichen Unterschied zum Vorgänger. Weil der Bildschirm um ein halbes Zoll auf 6 Zoll gewachsen ist, hat sich der Rand reduziert. Auch Google zieht wie die Konkurrenz aus Korea den oberen und unteren Rand mit abgerundeten Ecken weiter nach oben und unten, sodass ein Seitenverhältnis von 18:9 entsteht. Dass LG das Pixel 2 XL produziert, überrascht daher nicht. Auch das G6 hat einen solchen Bildschirm. Das Pixel 2 wird übrigens von HTC gebaut. Für das Gerät haben die Chinesen ihre exklusive Funktionalität des U11 übernommen. Drückt man das Gerät etwas zusammen, wird eine Funktion ausgelöst. Beim Pixel ist es der Google Assistent.

          Googles Stärke ist seine Software – in diesem Bereich gibt es nette neue Funktionen. Besitzer von Samsung-Smartphones wissen sofort, um was es geht, wenn der Begriff „Always-on-Display“ genannt wird. Im Standby-Modus zeigt das Pixel einige Informationen wie Uhrzeit, Wetter, Kalendereinträge an. Zudem identifiziert es die Musik, die gerade gespielt wird und nennt Titel und Interpreten. Etwas umfassender ist die Integration von Google Lens. Damit scannt der Nutzer Zettel, Bilder, Buchtitel, Filmcover oder Sehenswürdigkeiten. Pixel transkribiert die Mailadresse, nennt den Künstler, verlinkt mit Buch oder Film und informiert über den Kölner Dom, die Needle in Seattle oder die Akropolis in Athen. Samsungs Assistent Bixby kann und versucht ähnliches, das lang vergessene Firephone von Amazon hatte ähnliche Ambitionen.

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