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Ein #bentgate bei Apple? : Verbiegt sich das iPhone 6 Plus oder nicht?

Dünn ist es auf jeden Fall: das iPhone 6 Plus Bild: AFP

Unter dem Hashtag #bentgate berichten Besitzer des iPhone 6 Plus, dass sich ihr neues Apple-Smartphone in der Hosentasche verbogen hat - andere verbiegen es vor laufender Kamera. Ist das realistisch?

          Es war zu erwarten. Kaum hat Apple sein neues iPhone 6 in den Verkauf gebracht - zehn Millionen Geräte sind bereits über den Ladentisch gegangen -, gibt es die ersten Problemberichte in Form von Fotos und Videos. So hat Ben Schlabs von SRLabs gezeigt, dass sich wie beim Vorgängermodell 5s auch beim iPhone 6 Plus der Fingerabdrucksensor umgehen lässt, wenn man einen künstlichen Finger nachbaut.

          Nun steht die Qualität des Gehäuses im Mittelpunkt der Kritik. Nachdem im Internet zunächst ein Foto inklusive Tweet aufgetaucht ist, auf dem der Besitzer sein verbogenes Gerät zeigt, folgen nun Videos, auf denen das iPhone 6 Plus bewusst verbogen wird. Die Blogger von Mobilegeeks glauben zu wissen, dass „Apple beim Plus auf die falschen Materialien gesetzt hat“.

          Ungeachtet der Überprüfbar- und Beweisbarkeit dieser Bilder erinnert die Geschichte an den sogenannten „Antennagate“ beim iPhone 4. Damals häuften sich die Berichte über den schlechten Empfang, wenn man das Gerät „falsch“ in der Hand hält. Anfangs hatte sich Apple zu den Klagen nicht geäußert, wenige Wochen später dann doch zur Chefsache gemacht. Steve Jobs erklärte damals, dass es in manchen Fällen sein könnte, dass man die eingebaute Antenne mit der Hand abdeckt und dadurch der Empfang gestört werde.

          Möglicherweise müsste sich Apple zum vermeintlichen „Bentgate“ dann äußern, wenn eine Sammelklage eingereicht würde. Denn das war 2010 wohl der Auslöser für die Reaktion Apples. Dem öffentlichen Kommentar Jobs' folgte übrigens noch eine Art „Austauschaktion“: Besitzer des iPhone 4 bekamen kostenlos eine Handyhülle, die die Probleme beheben sollte.

          Vergleicht man die Anzahl der verkaufen neuen iPhones am ersten Wochenende (10 Millionen Stück) mit den Berichten über das vermeintliche Bentgate (noch einstellig), kann man noch nicht bewerten, ob es sich um ein Fabrikations- oder Designfehler handelt. Fest steht, dass Apple für das iPhone 6 mit den Worten „länger und breiter, aber deutlich dünner“ wirbt und betont, es sei das „dünnste“ iPhone. Unter den aktuellen Smartphone-Flaggschiffen der Konkurrenz gibt es allerdings auch Geräte, die fast genau so dünn sind. So ist das Sony Xperia Z3 nur 0,2 Millimeter „dicker“.

          Das vermutlich erste Foto, das zum Bentgate veröffentlich wurde, zeigt ein leicht gebogenes iPhone 6 Plus. Ob das Foto echt ist, lässt sich schwer beurteilen, es könnte auch mit Photoshop oder ähnlichen Programmen nachträglich bearbeitet worden sein. Auffällig ist, dass das Display sich mit biegt und nicht bricht. Da aufgrund der Krümmung das Glas einen weiteren Weg hat, müsste es sich zumindest an der unteren oder oberen Kante lösen - oder eben zerspringen.

          Eines der Videos, das jetzt aufgetaucht ist und auf Mobilegeeks als Grundlage für deren Beurteilung dient, wirkt ziemlich glaubwürdig, weil es keinen Schnitt enthält und somit nicht bearbeitet sein kann. Der iPhone-Besitzer verbiegt sein Gerät, indem er es in beiden Händen hält und mit beiden Daumen fest in die Mitte drückt. Nach wenigen Sekunden und sichtbar starkem Druck verbiegt sich das iPhone 6 Plus.

          Da es nur wenige Besitzer geben dürfte, die ihr bis zu 1000 Euro teures Gerät freiwillig verbiegen, ist dieses Szenario für Apple-Kunden eher belustigend als beängstigend. Was schlimmer wäre, ist der Fall, der angeblich dem Urheber des Fotos passiert ist. Er habe sein iPhone 6 Plus in die Hosentasche gesteckt, sei mit dem Auto gefahren, habe länger gesessen und danach sei sein Gerät verbogen gewesen. Denn das Szenario, dass man das große iPhone in der Hosentasche trägt, ist realistisch.

          Nun ist das iPhone 6 Plus nicht das erste große Smartphone. Seit 2011 bringen immer mehr Hersteller sogenannte Phablets auf den Markt. Die Mischung aus Smartphone und Tablet wird immer beliebter. Die 5,5 Zoll des iPhone 6 Plus sind längst nicht der Maßstab aller Dinge. So hat etwa das Sony Xperia Ultra stolze 6,4 Zoll Bildschirmdiagonale. Ob sich diese oder andere Phablets verbiegen lassen, haben bisher offenkundig nur wenige ausprobiert. Da viele Phablets ein Plastikgehäuse haben, ist der Test natürlich auch weniger spannend, weil Kunststoff flexibler ist und nach Verbiegen die ursprüngliche Form wieder annimmt. Es sei denn er bricht.

          Sollte sich das iPhone 6 Plus mit seinem Aluminiumrahmen unter entsprechender Belastung verbiegen, wäre das mitunter besser für den Kunden. Denn es wäre weiterhin funktionstüchtig. Nur nicht mehr so schick.

          Quelle: FAZ.NET

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