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Dienstwagenprivileg : Vom Fördern

Das sogenannte Dienstwagenprivileg ist aufs Fahrrad und auf Pedelecs ausgedehnt worden. Das ist ausgleichende Gerechtigkeit und eine überfällige Entscheidung.

          Steht demnächst beim Fahrradhändler das zweirädrige Pendant zum anthrazitfarbenen Audi A4, wie er die Flotten von Dienstwagen dominiert? Und wie wird das Mainstream-Dienstfahrrad wohl aussehen? Artig, sportlich, elektrisch? Dass das sogenannte Dienstwagenprivileg aufs Fahrrad und auf Pedelecs ausgedehnt worden ist, per Erlass der Landesfinanzminister rückwirkend für 2012, war ausgleichende Gerechtigkeit und eine überfällige Entscheidung.

          Selbstverständlich wurde sie von der Fahrrad-Lobby, die seit Jahren daraufhin genörgelt hatte, wie ein Mann bejubelt. Tatsächlich ging es aber mehr um die „Anerkennung des Fahrrads als gleichberechtigtes Alltags-Verkehrsmittel“, wie der Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, Stork, verkündete. Also ums Image. Warten wir mal ab: Sechs von zehn Neuwagen werden bei uns als Dienstwagen zugelassen. Ähnliche Verhältniszahlen werden sich kaum beim Fahrrad entwickeln. Ob die von Stork vorhergesagte „deutliche“ Entlastung der Straßen vom Autoverkehr so bald spürbar werden wird, darf ebenfalls bis zum Nachweis dieses Effekts bezweifelt werden. Industrie und Handel ist die fiskalische Absatzförderung zu gönnen. Sie wird vor allem der Nachfrage nach Elektrorädern noch einmal zusätzlichen Schub geben und dafür sorgen, dass die als Ziel ausposaunte, aber längst erreichte Million Elektrofahrzeuge a tempo verdoppelt wird. Hat es der für längere Dienstfahrten so gut geeigneten S-Klasse der E-Bikes viel genützt, als Kleinkrafträder von der steuerlichen Ein-Prozent-Regelung längst zu profitieren?

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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          Quelle: F.A.Z.

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