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Deutsche Autohersteller werben Amerikaner sollen endlich Dieselautos kaufen

Dieselautos gelten in Amerika als schmutzig und sind verpönt. VW, Daimler, BMW und der Zulieferer Bosch wollen die Amerikaner jetzt mit gemeinsamer Werbung von den Vorteilen ihrer Dieselantriebe überzeugen.

© obs Vergrößern In Deutschland beliebt, in Amerika verpönt: der Dieselmotor

Die deutsche Autoindustrie hat auf dem wachsenden amerikanischen Markt im vergangenen Jahr mehr Neuwagen verkauft und ihren Marktanteil ausgebaut. Der Absatz von Volkswagen, Daimler und BMW kletterte fast ein Viertel auf 1,3 Millionen Einheiten. Das entspricht einem gemeinsamen Marktanteil von fast 9 Prozent. Die Deutschen sind damit etwa doppelt so schnell gewachsen wie der Gesamtmarkt und haben den amerikanischen Konkurrenten General Motors und Ford einen Teil ihrer Kunden abgejagt. "Das Autojahr 2012 ist damit für unsere Hersteller das bislang erfolgreichste überhaupt auf dem amerikanischen Markt", sagte Verbandspräsident Matthais Wissmann am Montagmorgen zum Auftakt der Automesse in Detroit. Auch 2013 würden die deutschen Hersteller in Amerika schneller wachsen als der Markt.

Vor allem die Hersteller Audi, BMW, Mercedes und Porsche dominieren den amerikanischen Premiummarkt und haben von dem Comeback des amerikanischen Marktes nach der Krise überproportional profitiert. Seit dem Einbruch im Jahr 2009 mit nur noch rund 10,4 Millionen verkauften Autos hat der Markt bis 2012 um fast 40 Prozent angezogen auf 14,5 Millionen. Für das laufende Jahr erwarten fast alle Fachleute Verkäufe von mehr als 15 Millionen Einheiten.

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Zusätzlichen Schub für die Nachfrage nach ihren Produkten erhoffen sich VW, Daimler, BMW und auch der Zulieferer Bosch von einer gemeinsamen Informationskampagne, die Verbraucher von den Vorteilen ihrer Dieselantriebe überzeugen soll. Dieselautos gelten in Amerika als schmutzig und sind verpönt. Ihr Marktanteil liegt deshalb bei nur weniger als 3 Prozent. Selbst die ebenfalls selten anzutreffenden Hybridfahrzeuge sind beliebter und kommen immerhin auf 3 Prozent.

Zum Vergleich: In Deutschland sind fast die Hälfte aller Neuwagen Dieselfahrzeuge. Unter dem Slogan "Clean Diesel. Clearly Better."  werden die Vorteile der aktuellen Diesel-Technik im Vergleich zum Ottomotor hinsichtlich Sauberkeit, Verbrauch und Leistung vor Augen geführt. Erste Erfolge des missionarischen Eifers zeigen sich: Bis Oktober 2012 stiegen die Diesel-Verkäufe der Deutschen in Amerika schon um ein Viertel auf allerdings noch immer bescheidene 116.000 Einheiten.

Mehr Fertigung vor Ort

Die deutschen Hersteller bedienen den amerikanischen Markt sowohl über Exporte aus Deutschland als auch durch Produktion vor Ort. Mit Autos aus ihren Fabriken in den Südstaaten Alabama, Tennessee und South Carolina mit 31.000 Beschäftigten vermeiden VW, Daimler und BMW die Zahlung von Einfuhrzöllen, nutzen die niedrigen Löhne dort und vermeiden Währungsschwankungen. Die Produktion der Deutschen in Mexiko und den Vereinigten Staaten legte 2012 um ein Drittel auf 500.000 Einheiten zu. Am Dienstag eröffnet VW seine 100. Fabrik, ein Motorenwerk im mexikanischen Silao. Auch Audi, Daimler und BMW bauen ihre Produktion vor Ort aus. Es handelt sich jedoch bisher nicht um Produktionsverlagerungen aus Deutschland nach Amerika. Aber auch die zweite Säule, der Export der Deutschen nach Amerika, legte im Jahr 2012 um 20 Prozent auf 630.000 Autos zu.

Quelle: F.A.Z.

 
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