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Detroit Motor Show Hybrid ist mehr Schein als Sein

In Detroit auf der Motor Show herrscht Optimismus. In Amerika spielen Hybrid- und E-Autos noch eine Nebenrolle. Der Marktanteil liegt bei gut drei Prozent.

© F.A.Z. Boris Schmidt Vergrößern

Hollywood-Stars fahren Toyota Prius oder ein anderes Hybrid-Auto. Und „Plug-ins and hybrids rule (regieren) in Detroit“ titelt die Tageszeitung „USA Today“ zum Messeauftakt letzte Woche. Tatsächlich finden sich viele neue Modelle mit „Doppelherz“ (Elektro- und Verbrennungsmotor) unter den Exponaten in der Cobo Hall, doch auch im amerikanischen Markt spielen die Hybrid-Autos entgegen der veröffentlich Meinung bestenfalls eine Nebenrolle.

Zwar sind die absoluten Zahlen aufgrund der schieren Größe des Marktplatzes (14,5 Millionen Neuwagen 2012, ein Plus von 13,4 Prozent) beachtlich, doch letztlich ist der Marktanteil auch „nur“ bei 3,4 Prozent. Er ist jedoch deutlich gestiegen (2011: 2,1 Prozent), und es ist zu erwarten, dass es weiter aufwärts geht. Schon alleine deshalb, weil der Kunde immer mehr verschiedene Autos mit der aufwendigen Technik angeboten bekommt. Etliche neue Hybrid-Modelle stehen in Detroit, als Serienfahrzeuge wie der Honda Accord, der Toyota Avalon oder der Infiniti Q50 oder als Studien wie der VW Crossblue (ein SUV, Diesel-Hybrid).

22874572 Toyota Avalon © Boris Schmidt Bilderstrecke 

Was im Idealfall mit einem Hybriden möglich ist, zeigt seit Jahren der Toyota Prius. Er verkaufte sich in den Staaten im vergangenen Jahr 161.195 mal (2011: 136.463). Unter den zehn meistverkauften Hybriden sind fünf Toyota oder Lexus, der japanische Autoriese räumt die drei Medaillenränge ab (Prius, Camry, Prius Van), danach kommt der Buick Lacrosse (Basis Opel Insignia) vor dem Toyota Auris, der in Amerika den Namen Prius C trägt. Alle vier zusammen kommen aber nicht mal auf die 161.000 Einheiten des Prius, zu erwähnen ist noch der sechste Platz des Chevrolet Volt, der auf 23.461 Einheiten kommt.

Alles in allem sind es doch fast eine halbe Million Hybrid-Autos, das ist eine Größe, die kein Hersteller ungeachtet lassen sollte. Und es wird erwartet, dass der Anteil der Hybrid-Autos bis 2017 auf sieben Prozent steigt. Matt Trommer, Global Analysis Manager von Marktbeobachter Jato Dynamics, sagte in Detroit: „Die starke Umweltlobby, das hohe Produktbewusstheitsgrad beim Käufer und ein aktiver Gesetzgeber auf Staaten- und Bundesebene wird den Druck auf Herstellern erhöhen, so dass der Bedarf an Hybrid-Fahrzeugen steigt. Und außerdem ist der Drang nach Fahrzeugen mit besseren Verbrauchswerten ungebrochen.“ Wobei man über letzte Aussage gewiss streiten kann. In Detroit stehen noch genügend Pick-ups und riesige Geländewagen herum, für einen Teil der Bevölkerung scheint der Benzinverbrauch immer noch nicht das Thema zu sein. Für die meisten der Journalisten war die neue Chevrolet Corvette (ein Sportwagen) der Star der Show, nicht irgendein Hybrid- oder E-Auto.

Unter den Top Ten kein einziges SUV

Aber (Plug-in-)Hybriden gehört die Zukunft, sagte VW-Konzernchef Martin Winterkorn so schön plakativ auf dem Pariser Autosalon im Oktober, gleichzeitig versprach er ein wahres Konzern-Feuerwerk an entsprechenden Neuheiten. Seit Herbst 2012 ist der VW Jetta Hybrid zu kaufen (bald auch bei uns), die schon erwähnte Studie gibt eine Vorausschau auf das, was noch kommen könnte. Der Fünf-Meter-Trumm Crossblue (in Amerika ist das „Mid-Size“) mit drei Sitzreihen hat außer einem 2,0-Liter-Dieselmotor gleich zwei E-Maschinen an Bord, die Systemleistung beträgt 225 kW (306 PS), der Verbrauch nach den europäischen Normen nur 2,1 Liter Diesel. Natürlich kann der Crossblue auch an der Steckdose (Plug-in) aufgeladen werden, die rein elektrische Reichweite betrage gut 30 Kilometer.

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