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De-Mail : Offene Enden

Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt es bei De-Mail nicht, sie wird bei den Anbietern geöffnet. Dieses Sicherheitsproblem will die Bundesregierung an der Wurzel packen. Die Lösung ist absurd.

          De-Mail, die angeblich sichere E-Mail-Variante, ist kein Erfolg - weder bei Privatpersonen noch bei Behörden oder Unternehmen. Es ist ein deutscher Alleingang, ein schon jetzt totes Projekt. Aber man muss mit Wiederbelebungsversuchen der Bundesregierung rechnen. Da ist zum Beispiel die Schwierigkeit der fehlenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Der Fachbegriff meint eine Verschlüsselung übertragener Daten über alle Zwischenstationen hinweg vom Absender bis zum Empfänger. Ende zu Ende gibt es bei der De-Mail nicht. Jede De-Mail wird bei den Anbietern geöffnet. Dieses Sicherheitsproblem will die Bundesregierung an der Wurzel packen.

          Die Lösung ist absurd. Nicht etwa soll die Verschlüsselungstechnik im De-Mail-Gesetz geändert werden. Vielmehr wird per Gesetz festgelegt, dass die „automatisierte Entschlüsselung, die beim Versenden einer De-Mail-Nachricht durch den akkreditierten Dienste-Anbieter erfolgt“, „nicht gegen das Verschlüsselungsgebot“ des geplanten Gesetzes zur Förderung der elektronischen Verwaltung verstößt. De-Mail wird als sicher definiert. Das alles kann man als Posse abtun. Oder vermuten, dass mit dem abermaligen Verzicht auf die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eine Abhör-Hintertür für Polizei und Geheimdienste einhergeht. Zur Erinnerung: Noch ist die Teilnahme an De-Mail freiwillig. Aber auch diesbezüglich wird man wohl mit einigen Ideen der Bundesregierung rechnen müssen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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