Wie viel kostet eigentlich ein Datenpäckchen im Mobilfunk? Diese Frage ist spätestens mit dem Wechsel vom Handy zum Smartphone aufgeworfen. Der interessierte Kunde staunt: Ohne zusätzlichen Datenvertrag zahlt man in manchen wirklich üblen Verträgen 19 Cent für 10 Kilobyte, das sind 19 Euro pro Megabyte. Ein Megabyte fällt etwa beim einmaligen Aufruf der Startseite von faz.net an. Üblich sind Preise von rund einem Euro pro Megabyte. Aber kurioserweise verlangt derselbe Anbieter für eine „Tagesflatrate“ auch nur einen Euro, und man kann damit in 24 Stunden bis zu ein Gigabyte laden. Also das Tausendfache.
Wie passen diese Preise zusammen? Gar nicht. Denn sie haben nichts mit den realen Gestehungskosten zu tun. Die Mobilfunkabteilung der Telekom stellte zur Internationalen Funkausstellung einen Tarif zur Nutzung mit dem Musikdienst Spotify vor. Ohne Anrechnung eines schon gebuchten Datenvolumens kann man nahezu unbegrenzt das „Streaming“ von Spotify in Anspruch nehmen. Da gerät man doch ins Grübeln: Ist es nicht die Telekom, die Internettelefonie verbietet, weil die damit verbundene Datenflut die Netze zusammenbrechen ließe? Sprachtelefonie nach dem IP-Protokoll benötigt jedoch deutlich weniger Datenvolumen als die Musikübertragung. Und Letztere soll nun via Spotify gratis sein? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
