Dämmen oder nicht dämmen, das ist die Frage, die zunehmend kontrovers diskutiert wird. So tauchen immer wieder Studien auf, die im hermetischen Einpacken unserer Häuser mehr Probleme sehen, als sich daraus Vorteile ergeben. Die Konsequenz: Die Unsicherheit wächst, wobei sich bei näherem Hinsehen rasch die Erkenntnis durchsetzt, dass generelle Aussagen in dieser mittlerweile überaus emotional geführten Diskussion schlicht und ergreifend nicht möglich sind. Jede Immobile will separat beurteilt werden. So kann man die Altimmobilie mit massiven Außenmauern nicht mit einem in Ständerbauweise hochgezogenen - und damit weitgehend (speicher)massefreien - Neubau vergleichen.
Würde man etwa den Leichtbau nicht dämmen, wäre er im Winter kaum bewohnbar, während man dem solide gebauten Massivhaus mit einer angeklebten Schaumplattenschicht genau das austreibt, was es über die Jahre so positiv ausgezeichnet hat: Dass nämlich die dicken Steinmauern auch im Winter die Wärme der Sonnenstrahlen speichern und bis in den späten Abend hinein an die Innenräume abgeben können. Diese Zusammenhänge hat die Politik verstanden und lässt bei der anstehenden Novellierung des Energieeinspargesetzes den „Bestandsbau“ erst einmal außen vor. Und auch wer neu baut, muss nicht unbedingt dämmen. Er muss nur, auf welchem Weg auch immer, niedrige Verbrauchswerte erreichen.