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Contra Apple Faule Äpfel

23.01.2009 ·  Apple hat weder die Maus noch die graphische Benutzeroberfläche erfunden. Allein durch die Begeisterung eines Rudels von Designern und Graphikern wird ein Rechner nicht besser, sondern zum Zeitgeist-PC für Besserverdienende.

Von Hanns Mattes
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Zum Anfang noch etwas Nettes über Macs: Inzwischen werkelt in ihnen ein Unix-Betriebssystem - und damit ist Apple der Konkurrenz aus Redmond schon einmal um Lichtjahre voraus.

Weniger angenehm sind Teile des Geschäftsgebahrens des Konzerns, der seine Rechtsabteilung schnell auf missliebige Blogger hetzt. Und wirklich unerträglich ist die Riege der Apple-Nutzer, die angebissenes Obst als Ersatzreligion betrachten. Dabei ist selbst die schwärmerisch bejubelte Optik der Geräte ein gnadenloser Ideenklau beim Braun-Designer Dieter Rams.

Ihr gravierendster Nachteil

Der von Apple-Gläubigen oft beschworene Vorteil der Mac-Produkte, nämlich das einigermaßen reibungslose Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten, ist eigentlich ihr gravierendster Nachteil: Für eine festdefinierte Palette von Bauteilen lässt sich der Programmcode maßgeschneidert anpassen - aber die Wahlfreiheit des Kunden geht dabei in die Binsen.

Selbst das zu recht oft geschmähte Windows-Betriebssystem und vor allem die diversen Unix-Varianten wie Linux oder BSD sind dafür ausgelegt, möglichst viele Computer-Architekturen und Hardware zu bedienen. Im Ergebnis kann sich der Käufer ein System recht frei nach seinen Wünschen zusammenstellen und auch später Bauteile fast nach Belieben tauschen.

Und für den Preis eines MacBooks gibt's ohnehin deutlich bessere Notebooks, bei denen man sich das Betriebssystem aussuchen kann und das nicht so schnell den Hitzetod stirbt wie das Macbook Air. Übrigens: Ein Student hat einmal testhalber Linux auf einem Macbook installiert und sich anschließend darüber gefreut, dass die Laufzeit des Akkus um gut zwei Stunden höher ausfiel als unter Mac OS X.

Als Rechner im Tonstudio

Unbestritten gibt es Nutzungen, bei denen die Macs und die entsprechende Software hervorragende Arbeit leisten, als Rechner in Tonstudios zum Beispiel. Nur: Welchem Alltags-User nutzt das, mal abgesehen davon, dass einem auch der Mac Britney Spears und die Backstreet Boys nicht erspart hat? Auf der anderen Seite beteiligte sich Apple am unsäglichen Digital Rights Management (DRM), das unter dem Vorwand berechtigten Urheberrechtsschutzes den User entmündigt und ihm die Kontrolle über die Daten auf seinem Rechner entzieht.

Apple-Nutzer wärmen sich unterdessen an einem aus der Vergangenheit herübergeretteten, elitären Image. Sollen sie ruhig. Irgendjemand muss ja auch überteuerte Handys mit dem Stromverbrauch eines Reihenhauses oder MP3-Player zu Irrsinns-Preisen kaufen.

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Jahrgang 1964, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Groß-Gerau.

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