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Yahoo Marissa Mayer holt sich einen Google-Manager

Der in die Defensive gedrängte Internetkonzern Yahoo schaltet auf Angriff um: Chefin Marissa Mayer holt einen ehemaligen Weggefährten von Google als Nummer zwei. Gemeinsam kämpfen sie nun gegen ihren alten Arbeitgeber.

© REUTERS Vergrößern Yahoo-Firmenchefin Marissa Mayer hat Henrique de Castro von ihrem früheren Arbeitgeber abgeworben

In der Chefetage des Internetkonzerns Yahoo sitzt künftig ein weiterer ehemaliger Google-Manager. Firmenchefin Marissa Mayer hat Henrique de Castro von ihrem früheren Arbeitgeber abgeworben. Der Spezialist fürs Online-Werbegeschäft wird als sogenannter Chief Operating Officer das Tagesgeschäft leiten. Er trägt dabei unter anderem die Verantwortung für den Vertrieb, das Mediengeschäft und die internen Abläufe im Unternehmen.

„Ich bin begeistert, dass er zu Yahoos starkem Führungsteam stößt“, erklärte Mayer am Montag am Firmensitz im kalifornischen Sunnyvale. Gerade einmal zwei Wochen nach der Geburt ihres Sohnes kehrte die 37-jährige Managerin wieder regulär an ihren Arbeitsplatz zurück, wie sie über den Kurzmitteilungsdienst Twitter bekanntgab.

Dass ein neuer Firmenchef auch neue Manager um sich schart, ist nicht ungewöhnlich. Mayer hatte bei ihrer Personalsuche zudem aufs Tempo gedrückt, weil sie schwanger war. Sie tauschte seit ihrem Amtsantritt im Juli bereits große Teile des obersten Managements aus. So bekam Yahoo einen neuen Finanzchef und eine neue Marketingverantwortliche. De Castro soll spätestens im Januar seinen Posten antreten.

Ziel der personellen Neuaufstellung ist es, Yahoos schwächelndes Werbegeschäft wieder flott zu kriegen. De Castro ist dabei eine Schlüsselfigur. Er war auch bei Google in diesem Bereich leitend tätig. Mayer wiederum war das weibliche Gesicht des Suchmaschinenprimus und zuletzt für die Kartendienste verantwortlich, bevor sie die Führung bei dem von Personalquerelen geplagten Rivalen Yahoo übernahm.

Henrique de Castro arbeitete mit Marissa Mayer bei Google zusammen und folgt ihr nun zu Yahoo © Holger Schmidt Vergrößern Henrique de Castro arbeitete mit Marissa Mayer bei Google zusammen und folgt ihr nun zu Yahoo

Yahoo hatte nach Informationen des Technologie-Blogs „All Things D“ schon eine ganze Weile um de Castro gebuhlt. Schon Mayers geschasster Vorgänger Scott Thompson hatte demnach versucht, den Google-Manager abzuwerben. „Ich glaube an die Möglichkeiten, die vor uns liegen“, sagte de Castro. Google ist Yahoos schärfster Rivale beim Ringen um die lukrative Online-Werbung. Auch Facebook buhlt um die Werbekunden. Mayer dürfte de Castro am Ende auch mit jeder Menge Geld überzeugt haben: Das jährliche Grundgehalt liegt bei 600.000 Dollar; hinzu kommen Boni.

Vor allem aber bekommt der Manager eine Million Dollar in bar quasi als Antrittsprämie, wie aus Börsenunterlagen hervorgeht, sowie über vier Jahre verteilt Aktien beziehungsweise Aktienoptionen im Wert von mehreren Dutzend Millionen Dollar. Auch Mayer selbst wurde mit vielen Millionen zu Yahoo gelockt. Sie ist der dritte Yahoo-Lenker binnen eines Jahres. Erst wurde Carol Bartz wegen Erfolglosigkeit gefeuert. Dann stolperte Scott Thompson über einen geschönten Lebenslauf. Zwischenzeitlich wurde Yahoo von Spartenchef Ross Levinsohn kommissarisch geführt. Auch er hat das Unternehmen inzwischen verlassen.

Mehr zum Thema

Google führt derweil laut einem Zeitungsbericht Gespräche mit deutschen Versicherern über den Aufbau eines spezialisierten Online-Vergleichsportals. Der Internetriese lote aus, ob die Unternehmen ihre Tarife dort listen lassen würden, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Dienstag. Ein deutschsprachiges Google-Versicherungsportal könnte den Markt für Online-Versicherer und Vergleichsportale durcheinanderwirbeln.

Der Absatz von Autopolicen über Vertreter geht bei den meisten Gesellschaften zurück, Onlineverkäufe legten zu. Dabei wachsen vor allem die Vergleichsportale - darunter Marktführer Check24 und Transparo als Zweiter, betonte die Zeitung. Alle Portale seien 2011 auf rund 750.000 vermittelte Policen in der Autoversicherung gekommen, 2012 dürften sie die Millionengrenze knacken. Google wollte dem Bericht zufolge zu den Informationen keine Stellung nehmen, auch die Versicherer hätten sich nicht offiziell geäußert.

Quelle: FAZ.NET

 
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