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Windows Vista Betriebssystem in 3D

14.03.2006 ·  Microsoft „Vista“ verbirgt seine wichtigen Knöpfe nicht länger in Menüs, Untermenüs und Dialogboxen, sondern bietet sie direkt auf dem Bildschirm an: Wegweiser zu bisher unentdeckten, aber nützlichen Funktionen.

Von Raymond Wiseman
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Microsofts Cebit-Stand ist ein ganz großer, doch der private Anwender sieht sich in ein Eckchen am Rande verwiesen. Da darf er sich angucken, wie Microsoft den Feierabend bereichert. Neben der Spielekonsole Xbox 360 und dem neuen Ultra-Mobile PC gehört dazu auch Windows Vista. Das Betriebssystem, das die Nachfolge aller Spielarten von Windows XP antritt, ist für die zweite Jahreshälfte angekündigt.

Im "After-Work"-Bereich des Standes beschränkt sich die Präsentation allerdings auf die eher unterhaltenden Funktionen von Windows Vista, das in der Premium-Version das Media Center enthält: Mit einer TV-Karte werden Fernsehsendungen - auch im HDTV-Format - wiedergegeben und aufgezeichnet. Videos kann man online abrufen, seine Xbox anbinden und so Musik und Filme in andere Zimmer übertragen.

Überall neue Suchfunktionen

Ob daheim oder im Büro, der Benutzer profitiert bei Windows Vista von den neuen Suchfunktionen, die das ganze System durchziehen. Schon am Fuß des StartMenüs ist ein Eingabefeld für Abfragen, deren Ergebnis darüber im Menü angezeigt wird. Suchen kann man auch Textinhalte und Eigenschaften von Dokumenten und E-Mails; Bilder, Musik, Videos und andere Dateien werden einbezogen. Der schnellste Weg zum Programmstart führt statt durch die Menüs einfach über die Eingabe seines Namens ins Suchfeld.

Basis für den schnellen Sucherfolg ist die Indizierung der Daten, die unbemerkt im Hintergrund abläuft. Auffällig hingegen ist das neue Element der Sidebar. Mit ihr zeigt Windows am Rand Informationen, auf die wir gern einmal den Blick richten. Die Leiste läßt sich mit sogenannten Gadgets bestücken, Progrämmchen, die Informationen aus dem Internet oder von der eigenen Platte sichtbar machen: empfangene E-Mails, aktive Online-Partner, Web-Nachrichten, Aufgabenlisten, Termine oder ganz simpel eine Uhr.

Augenfällig das neue Design

Augenfällig ist das neue Design. Wer mit der Maus in der Taskleiste zwischen den Fenstern wechselt, sieht nicht nur die Namen der Programme, sondern in kleinen Vorschaufenstern den Inhalt der laufenden Anwendungen, also Texte, Bilder, ja sogar bewegte Videos. Besonders attraktiv erscheint die "3D-Flipp"-Anzeige: Alle geöffneten Fenster erscheinen wie ein Fächer von Spielkarten. Ein Dreh mit dem Mausrad bringt sie in Bewegung.

Thema Sicherheit: Firewall und Defender sollen vor Einbrüchen und Spionagesoftware schützen, die Inhalte interner Laufwerke lassen sich verschlüsseln. Um Kinder vor Dingen zu schützen, die nicht altersgerecht sind, bietet Vista verschiedene Einstellungen, die je nach Vorgabe der Eltern die automatische Blockierung von unerwünschten Websites, die Freigabe von Spielen und Betriebszeiten des Rechners regeln.

Funktionen nicht länger in Menüs verborgen

Während die Ultimate Edition von Windows Vista auf private und geschäftliche Anwender zielt, ist Office 2007 als rein professionelle Bürosoftware gemeint. Die neue Version soll Ende des Jahres erhältlich sein und wartet in den zentralen Anwendungen Word, Excel und Powerpoint mit gänzlich veränderter Oberfläche auf. Sie nehmen Abschied von der gewohnten Menüstruktur und zeigen statt dessen aufgabenorientiert Symbole. Weil Funktionen sich nicht länger in Menüs, Untermenüs und Dialogboxen verbergen, sondern je nach aktueller Aktion sich direkt auf dem Bildschirm anbieten, soll dem Benutzer nicht nur der Zugriff zu den gängigen Befehlen vereinfacht werden, sondern auch der Weg zu bisher unentdeckten, aber nützlichen Funktionen gewiesen werden. Was Kennern der traditionellen Struktur höchst gewöhnungsbedürftig erscheint und im ersten Moment eher zu Ablehnungreaktionen statt zu Begeisterung führt, wird laut Microsoft rasch der Einsicht Platz machen, daß mit der neuen Bedienungsvariante die Arbeit leichter und effizienter von der Hand gehe. Dafür, daß bestehende Makros und Add-Ins trotz der geänderten Menüs weiter funktionierten, sei wie für Abwärtskompatibilität gesorgt.

Quelle: F.A.Z., 14.03.2006, Nr. 62 / Seite T2
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