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Wikileaks Webseite von Mastercard lahmgelegt

08.12.2010 ·  Die Anhänger von Wikileaks schlagen zurück. Nachdem Assange gestern verhaftet wurde, protestieren seine Freunde auf ihre Weise: Sie legten vermutlich die Webseite von Mastercard lahm. Das Unternehmen hatte die Überweisung von Spenden gestoppt.

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Nach der Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange hat der Konflikt um die Enthüllungsplattform eine neue Eskalationsstufe erreicht. Aktivisten blockieren die Website des Kreditkarten-Riesen Mastercard. Zuvor hatte der Finanzdienstleister die Überweisung von Spenden an Wikileaks gestoppt.

Zu dem Hacker-Angriff bekannte sich die „Anonymous“-Bewegung, die 2008 mit Protestaktionen gegen die Organisation Scientology bekannt wurde. Sie bezeichnete die Aktion als „Operation:Payback“ und sprach von einer andauernden Kampagne gegen „freiheitsfeindliche Organisationen“.

Bereits am Vortag hatten Hacker und Sympathisanten aus dem Umkreis der „Anonymous“-Bewegung die Webseite des Finanzdienstleisters der Schweizer Post, Postfinance, angegriffen. Das Unternehmen hatte am Montag ein Konto geschlossen, über das bislang Spenden für die Enthüllungsplattform Wikileaks im Internet liefen. Zur Begründung hieß es, Assange habe bei der Kontoeröffnung falsche Angaben zu seinem Wohnort gemacht.

„Willkürliche Entscheidung der Firma PayPal“

Die zu den wichtigsten Spendensammlern von Wikileaks zählende Wau-Holland-Stiftung kündigte rechtliche Schritte gegen die unangekündigte Sperrung ihres Kontos beim Online-Zahlungsdienst PayPal an. „Durch diese willkürliche Entscheidung der Firma PayPal“ habe die Stiftung keinen Zugriff mehr auf eingegangene Spenden über rund 10.000 Euro, teilte die Organisation mit.

Unterdessen veröffentlichte die Enthüllungsplattform in der Nacht zum Mittwoch 46 weitere Geheimdokumente. Aus den Depeschen von amerikanischen Diplomaten geht unter anderem hervor, dass Libyen Großbritannien vor der Freilassung des Lockerbie-Bombers stärker unter Druck gesetzt hat als bislang bekannt. In einer Mitteilung bekräftigte ein Wikileaks-Sprecher, dass die Organisation weitermachen will: „Wir lassen uns nicht mundtot machen, weder von juristischen Aktionen noch von Zensur durch Firmen“, schrieb Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson.

Der Sprecher kritisierte, dass die Vereinigten Staaten im kommenden Jahr Gastgeber der Unesco-Veranstaltungen zum „Tag der Pressefreiheit“ seien. „Wir hoffen, dass die Unesco künftig die Pressefreiheit irgendwo feiert, wo sie auch existiert“, erklärte Hrafnsson.

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