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Tipps für Windows 7 Sieben auf den zweiten Streich

18.11.2009 ·  Windows 7 ist auf beinahe allen Windows-Rechnern, die jetzt in den Handel kommen. Neue Details machen das Betriebssystem attraktiver und einfacher zu handhaben. Manche Funktion lässt sich aber mit dem richtigen Handgriff noch verbessern.

Von Raymond Wiseman
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Windows' namensgebende Domäne sind die Programmfenster. Das bleibt auch in Version 7 so, allerdings wurde die Steuerung der Fenster optimiert. So lassen sich die Fenster rasch verkleinern, vergrößern oder am Bildschirmrand positionieren, indem man ihre Kopfzeile mit der Maus schüttelt oder schubst. Doch schneller geht es mit Tastenschlüsseln in Kombination mit der Windows-Taste [Win]. Um nur das momentan aktive Fenster auf dem Bildschirm zu behalten und alle anderen zu minimieren, hilft die Tastenkombination [Win] [Pos1]. Auf volle Bildschirmgröße kommt ein Fenster mit der Tastenkombination [Win] [Cursor Hoch], und mit [Win] [Cursor Links] rutscht es auf die linke Seite.

Nützlich für kleine Displays ist die Lupenfunktion. Der Tastenschlüssel [Win] [+] vergrößert die Anzeige, die Mausbewegung verschiebt den sichtbaren Bereich. Zurück zur Standardansicht geht es mit [Win] [-]. Weitere Konfigurationen eröffnet ein Klick auf die Bildschirmlupe.

Ruht der Mauszeiger an dieser Stelle

Auf dem Windows-Arbeitsplatz befindet sich an der rechten unteren Bildschirmecke als unscheinbares Rechteck die Schaltfläche „Desktop anzeigen“. Ruht der Mauszeiger an dieser Stelle, blendet Windows 7 alle geöffneten Fenster aus und zeigt den Desktophintergrund, beispielsweise die installierten Minianwendungen auf dem Arbeitsplatz. Die Minianwendungen lassen sich übrigens auch mit [Win][G] in den Vordergrund zaubern.

Während sich diese Kleinprogramme in Vista noch in der Sidebar drängten, lassen sie sich nun frei über den gesamten Desktop verteilen. Raum für interessante Informationen: Auf Microsofts Website gibt es weitere kostenlose Minianwendungen, hier als Desktopgadgets bezeichnet, beispielsweise Nachrichtendienste vieler Medien. Außerdem finden sich hier weitere bunte Designvorlagen für Windows 7.

Übersicht ins System bringt die neue multifunktionale Taskleiste. Wird der Mauszeiger in ihr auf ein Programmsymbol geführt, zeigt eine Miniaturvorschau an, was aktuell im Fenster läuft: Texte, Bilder und Videos. Das geht sogar, wenn mehrere Fenster in einer Anwendung geöffnet sind, allerdings nur, wenn das Programm die neue Funktion unterstützt. Bald zeigt auch der Firefox in der Betaversion des Firefox 3.6, welche Seiten in seinen Registerkarten geladen sind. Sie unterstützt auch die Windows-7-Sprunglisten, die sich beim rechten Mausklick aufs Tasksymbol öffnen und die rasche Anwahl einer Internetseite oder eines gespeicherten Dokuments ermöglichen. Um eine Datei - beispielsweise eine Faxvorlage - in einer Sprungliste zu verankern, genügt es, die Datei vom Arbeitsplatz in die Taskleiste zu ziehen. Nun lässt sie sich mit einem Rechtsklick direkt über das Taskleistensymbol der Anwendung öffnen.

Schick, aber gewöhnungsbedürftig

Die Vorschaufunktion der Taskleiste ist schick, aber gewöhnungsbedürftig: Sobald mehrere Fenster eines Programms geöffnet sind, wechselt ein Mausklick aufs Tasksymbol nicht zur Anwendung, sondern zeigt die Minifenster an. Nun muss noch einmal aufs gewünschte Fenster geklickt werden. Ohne überflüssige Klickerei geht's, wenn zum Mausklick die Minus-Taste gedrückt wird. Dann öffnet sich ohne Umweg über die Vorschau sofort das zuletzt geöffnete Fenster der Anwendung. Übrigens lassen sich Programme auch direkt im Administrator-Modus starten. Hierfür wird beim Mausklick zusätzlich noch die Minus-Taste gedrückt.

Nervten bei Vista die ständigen Sicherheitsfragen, so erscheinen sie bei Windows 7 viel seltener. Die Sicherheitskonfiguration erfolgt in der Benutzerkontensteuerung des Wartungscenters, ebenfalls in der Taskleiste aufzurufen. Die voreingestellte dritte Sicherheitsstufe sorgt dafür, dass nur bei automatischen Änderungen - beispielsweise von Installationsprogrammen - der Anwender sein OK geben muss. Mehr Sicherheit bietet die vierte Stufe, die den Computer zusätzlich vor manuellen Änderungen schützt. Auch wenn diese Einstellung Vista viel Kritik eingetragen hat, bleibt sie die sicherste Variante. Nicht empfehlenswert ist die unterste Stellung des Schiebereglers. Sie ist die bequemste, aber unsicherste Einstellung, da keinerlei Sicherheitsabfragen vor Schadprogrammen schützen.

Für die Wiederherstellung des PC kann ein Systemabbild gespeichert werden

Über das Wartungscenter lässt sich auch die Systemsicherung aufrufen. Für die Wiederherstellung des PC kann ein Systemabbild gespeichert werden. Hierauf greift dann die Notfall-CD zu, die man mit Windows 7 für die Systemreparatur erstellt. Und für das selektive Backup einzelner Ordner mit Dokumenten ist zudem ein eigenes Sicherungsprogramm vorhanden.

Bisweilen werden Programme und Daten im Internet in Form eines ISO-Abbilds bereitgestellt, das vor der Verwendung auf eine CD oder DVD gebrannt werden muss. Endlich hat Windows ein Brennprogramm für solche CD- und DVD-Images. Wer die Abbilder allerdings ohne Brennen in ein virtuelles Laufwerk einlegen und direkt nutzen möchte, muss noch immer auf Fremdprodukte zurückgreifen, beispielsweise Virtual Clonedrive.

Der Mitschnitt wird als ZIP-Archiv per Mail versandt

Es gibt Programme, die treten nicht groß in Erscheinung, sind aber nützlich. Dies trifft auf die integrierte Problemaufzeichnung zu. Mit ihr lassen sich Fehlfunktionen, die sich bei der Arbeit ergeben, in Einzelbildern aufzeichnen, kommentieren und als Diashow speichern. Der Mitschnitt wird als ZIP-Archiv per Mail versandt. Der Empfänger öffnet ihn dann im Browser und vollzieht schrittweise nach, welche Eingaben und Mausklicks vorgenommen wurden. Das hilft beim Helfen. Zu finden ist die Problemaufzeichnung tief in der Systemsteuerung (Probleme erkennen und beheben, Einen Freund fragen). Rascher geht der Aufruf über das Suchfeld des Startmenüs, wenn man „psr.exe“ eingibt.

Auch die Bildschirmkalibrierung lässt sich über das Eingabefeld des Startmenüs mit „dccw.exe“ starten. Ansonsten befindet sich der Startbefehl „Farbe kalibrieren“ etwas versteckt im Anzeige-Menü der Systemsteuerung. Die Farbkalibrierung passt auf dem Display den Gammawert an.

Das geht nur in der Windows Registrierdatenbank

Mit Windows 7 halten die sogenannten Bibliotheken Einzug in den Windows Explorer. Hier werden die Inhalte von Bilder-, Dokument-, Musik- und Videoordnern zusammengetragen. Dabei befleißigt sich Windows einer eigenen Art der Darstellung, die sich vom Standard unterscheidet. Möchte man hierauf verzichten, so hilft es im Organisieren-Menü unter dem Layout-Eintrag den Bereich „Bibliothek“ abzuschalten. Wie die Dateien gelistet werden, stellen wir in der Menüleiste oben rechts mit einem Klick auf „Ansicht ändern“ ein. Unser Eindruck: So, wie die Bibliotheken angelegt sind, entlasten sie nicht. Ordnung bringen wir lieber mit Ordnern in den Datenbestand.

Ausblenden lassen sich zwar einzelne Bibliotheken mit einem Rechtsklick auf die Bibliothek und dem Befehl „Nicht im Navigationsbereich anzeigen“, nicht aber der übergeordnete Navigationseintrag „Bibliotheken“. Das geht nur - unzumutbar für Laien - in der Windows Registrierdatenbank.

Um im Windows Explorer Laufwerke und Ordner als Navigationshilfe einzublenden, muss man in den Ordneroptionen den Navigationsbereich konfigurieren (Organisieren - Ordner- und Suchoptionen - Häkchen setzen unter Navigationsbereich). Ansonsten gibt Windows 7 - abgesehen von der Adresszeile des Fensters - weder Auskunft darüber, wo die aktuell angezeigten Daten liegen, noch lässt es die Navigation über eine vernünftige Baumstruktur zu. Wer sich nach einem ordnerbasierten Datei-Manager sehnt, findet mit dem Suchbegriff „Dateimanager“ im Internet brauchbare Alternativen, sogar als Gratisprogramme, beispielsweise den funktionsreichen Freecommander.

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