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Test: Sony Xperia Z und HTC One Nicht mit allen Wassern gewaschen

 ·  Sony und HTC überraschen mit außergewöhnlichen Funktionen. Das Xperia Z will gebadet werden und das HTC One mit aufs Sofa. Die beiden Android-Smartphones im Vergleich.

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© Dieter Rüchel Vergrößern Ruhe im Wasserglas: Die neuen Smartphones halten, was sie versprechen

Es war Sonys Idee, das Xperia Z mit unter die Dusche zu nehmen. In der Werbung für das Smartphone geht es immer wieder ums Wasser. Im Videoclip entstaubt ein smarter Kerl sein Gerät mit den Resten seiner Trinkflasche. Und Sony garantiert sogar, dass es das Xperia in seichtem Gewässer bis zu dreißig Minuten lang aushält. Da man beim Tauchen mehr Tiefe braucht und sowieso nicht telefoniert oder surft, wird diese Funktionalität erst einmal ignoriert. Obwohl sie für Leute, die ihr Smartphone häufiger in die Toilette fallen lassen, interessant sein dürfte.

Diese Eigenschaft hat Auswirkungen auf das Design. Die Anschlüsse an den Seiten des Gehäuses sind mit Plastikkappen verschlossen, die beim Öffnen mit einem Bändchen festgehalten werden. Dies nervt bei der täglichen Nutzung, weil man bei jedem Aufladen oder Kopfhörerreinstecken die Kappe abfummeln muss. Ansonsten gefällt das kantig monolithische Design. Das Xperia Z ist nur einen Hauch dicker als etwa das iPhone 5. Mit einer Länge von 13,9 und einer Breite von 7,1 Zentimetern gehört Sonys Smartphone zu den größeren Androiden. Vorder- und Rückseite bestehen übrigens aus kratzfestem Glas.

Der Bildschirm hat mit fünf Zoll üppige Ausmaße. Er soll dank der Full-HD-Auflösung „ultrascharf und superhell“ sein. Das ist nicht der Fall. Im Vergleich zum HTC One wirkt das Display auf hellster Stufe dunkler, die Schrift auf Websites erscheint blasser, die Blickwinkelabhängigkeit ist größer. Bilder im Internet wirken zuweilen unscharf und farblos. Dafür gefällt die Kamera mit ihren 13 Megapixel. Der Chip ist zwar nicht so lichtempfindlich. Die Bilder sind aber gerade bei Innenaufnahmen deutlich schärfer als die des HTC. Zur Schärfe gesellt sich allerdings eine gewisse Blässe, so dass die Bilder einen wenig farbenfrohen Eindruck hinterlassen.

Mit dem HTC One aufs Sofa

Natürlich wirbt auch HTC mit Alleinstellungsmerkmalen des neuen Flaggschiffs „One“. So haben die Taiwaner ober- und unterhalb des 4,7 Zoll großen Displays mit Full-HD-Auflösung einen breiten Lautsprecher für Stereosound plaziert. Der Klang ist zwar wie versprochen laut, doch besser wird er dadurch nicht. Das HTC One klingt genauso blechern und spitz wie die meisten Smartphones. Diese Lautsprecher hätte man nicht unbedingt gebraucht. Doch die anderen neuen Funktionen können überzeugen. Allen voran „Blinkfeed“. HTC hat den Startbildschirm neu belegt. Nach dem Anschalten und Entsperren erscheinen keine statischen Icons mehr, sondern eine dynamische Anordnung von Neuigkeiten aus Nachrichtenportalen, Facebook oder Twitter. Diese grafisch aufbereiteten Informationen laufen kontinuierlich ein und können heruntergescrollt werden. Der Nutzer kann mit Blinkfeed individuell auswählen, was er auf seinem Hauptbildschirm sehen möchte: Es ist auch möglich, das nur auf Facebook- oder Twitter-Nachrichten zu reduzieren.

Ebenso überzeugend ist die TV-App. Mit Hilfe der Infrarot-Schnittstelle wandelt sich das HTC One zu einer vollständigen Fernbedienung für den heimischen Fernseher. Mit dieser App ist zudem eine Programmvorschau verknüpft. Die Anwendung lässt sich konfigurieren, indem Kabelanbieter und Marke des TV-Geräts angegeben werden. Vom Sofa aus schaut man sich dann auf seinem HTC die digitale Fernsehzeitschrift an, wählt Film oder Sendung aus, und der Fernseher wechselt unmittelbar den Sender. Eine praktische Anwendung, die enorm Spaß macht.

Auch das Design des HTC One gefällt uns ausgesprochen gut. Der Rücken des One ist eine leicht gewölbte Aluschale, die angenehm in der Hand liegt. Positioniert man das Gerät allerdings auf den Tisch, um darauf zu tippen, wackelt es leicht hin und her.

Eins ist besser

Das neue Smartphone von HTC wiegt mit 143 Gramm nur drei Gramm weniger als das Xperia Z, wirkt aber viel leichter. Es macht einen ebenso stabilen Eindruck. Das Display ist im Vergleich zum Sony-Gerät heller, die Schrift und vor allen Dingen die Bilder erscheinen schärfer. Bei der Auflösung der Kamera legt HTC Wert darauf, dass man sich für wenige, aber dafür großflächige Pixel entschieden habe, damit sie lichtempfindlicher werde. Dies ist auch der Fall. Bilder von recht dunklen Innenräumen schafft das One ohne Probleme, jedoch ist das Rauschen unübersehbar.

An der Software gibt es bei beiden Smartphones wenig zu meckern. Das Xperia hat ebenso wie das One die nicht ganz aktuelle Androidversion 4.1.2. Sony hält sich recht streng an das pure Android, das Betriebssystem ist nur leicht durchsetzt mit hauseigenen Apps. Das ist erfreulich. HTC setzt wie üblich auf seine Sense-Oberfläche. Dieses Mal in der Version 5. Dennoch fühlt man sich auch hier wohl während der Menüführung. Die Bildschirme wechseln flüssig, das Personalisieren funktioniert gut, die Strukturen sind logisch aufgebaut.

HTC hat es im Vergleich zu Sony geschafft, ein Smartphone auf den Markt zu bringen, das mit innovativen Ansätzen wie Blinkfeed, TV-App oder der Kamerasoftware wirklich herausragt. Es sieht zudem ansprechend aus, der Akku hält ziemlich lange, das Display ist ebenso scharf wie kontrastreich, und die Oberfläche Sense wirkt nicht mehr übergestülpt. Das Xperia Z geht im Vergleich zwar nicht baden. Aber es geht doch zu sehr im riesigen Androidmarkt unter.

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09.04.2013, 09:07 Uhr

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