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Tech-Talk Voll abgedreht

29.08.2006 ·  Das Scrollrad ist der Stein des modernen Sisyphos. Wer sein Mausrad durch das Internet rollt, fängt bei jeder Homepage erschöpft von vorne an. Hersteller Logitech will mit einer neuen Maus den geschundenen Usern helfen. Der neue Tech-Talk.

Von Raymond Wiseman
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Anderthalb Kilometer legt der Bildschirmarbeiter im Durchschnittsjahr zurück. Nicht etwa beim Gang zur Kaffeemaschine und auch nicht bei der Suche nach dem Systemadministrator. Nein, er radelt sie ab, mit dem Finger auf der Maus. Seit das Scrollrad sich zwischen die linke und die rechte Maustaste schob, hat der Zeigefinger zusätzlich zu Klick und Doppelklick ein üppiges Bewegungsspektrum.

Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Studie vom Maushaus Logitech. Ja, mehr noch: Wer sich vornehmlich im Internet tummelt, kommt im Durchschnitt sogar auf den doppelten Scrollweg. Kein schlechter Wert, besteht doch das Fitnessprogramm manchen Surfers darin, sich auf Webs Wogen tragen zu lassen.

Doch statt schwerelos über die Seiten zu gleiten, wurde bislang der manuelle Kraftakt durch Scrollräder mit Rollwiderstand erschwert. Mag auch die taktile Rückmeldung im Dreizeilenrhythmus uns Autoren kleiner Texte zugute kommen, beim raschen Rutschen durch ausufernde Dokumente bremst die Ratsche des Rades den Bewegungsdrang.

Die Revolution mit der Maus

Nun hat sich Logitech mit seiner neuen Lasermaus MX Revolution dieses Problems angenommen. Wer bei ihr rasant am Rad dreht, der huscht über ellenlange Dateilisten, Fotoalben und Musiksammlungen dahin. Der Trick: Das Schwungrad aus gewichtigem Messing wird aus der bremsenden Ratsche entkuppelt, wenn wir schwungvoll nach ihm greifen. Bis zu zehntausend Tabellenzeilen in sieben Sekunden verspricht Logitech dem Anwender, wenn er nur kräftig in die Felgen greift.

Was für ein Fortschritt: Brauchte es doch bislang 500 Umdrehungen und rund sieben Minuten, um das gleiche Ziel zu erreichen. Zehntausend Zeilen! Mehr als wir Normalanwender bislang am ganzen Tag bewältigten. Wir wurden mit sechstausend Zeilen dem Mittelmaß gerecht. Mit Logis Revolution fliegt nun im Nu die Arbeit von Tagen und Wochen über den Bildschirm. Das finden wir zwar nicht revolutionär, doch höchst angenehm.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 27.08.2006, Nr. 34 / Seite V16
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