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Suchmaschine „Hulbee“ Yahoo gibt alles

16.07.2009 ·  Cuil, WolframAlpha und Bing: In der Netzwelt ist es zur Mode geworden, einen Google-Killer zu präsentieren. Manche Konkurrenten sind sehr ernst zu nehmen. Die Suchmaschine „Hulbee“ ist es nicht. Denn es gibt ja Yahoo.

Von Marco Dettweiler
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Wie macht man als Anbieter einer neuen Suchmaschine auf sich aufmerksam? Man schreibt in seiner Pressemitteilung, „Googeln“ sei gestern gewesen und empfiehlt sein eigenes Produkt mit den Worten „Mit Hulbee finden Nutzer statt zu suchen“. Noch nicht interessant genug? „Mit dem offiziellen Start bricht ein neues Zeitalter der Internetsuche an.“ Mensch, dass ist ja ein Bing - äh Ding! Nichts wie hin. Wir wollen mit ins neue Zeitalter aufbrechen.

Wer zu Hulbee surft, könnte zunächst glauben, auf einer Seite für Kinder gelandet zu sein. Links oben winkt ein kleines Händchen, daneben sitzt ein Computermännchen auf Büchern und liest. Oben in der Mitte - von Grüntönen umgeben - ist das alles entscheidende Element: die Eingabeleiste. So weiß, so gut. Doch halt! Im Gegensatz zu WolframAlpha, Bing oder Google bietet Hulbee eine weitere Funktion an: eine Tag Cloud. Es wird auf der Homepage erklärt, was der Sinn dieser Wolke ist. „Hulbee schlägt dem Nutzer passende Themengebiete vor, um seine Suche weiter einzugrenzen.“ Nutzer ohne Suchanfrage bekommen schon mal ein Standard-Wölkchen an Vorschlägen: „Versicherung“, „MP3“, „Handys ohne Vertrag“, „Download“ usw.

„Sponsored links“ sorgen für Umsatz

Klickt der Nutzer etwa die Schlagworte „Handys ohne Vertrag“ an, erkennt er auf Anhieb zweierlei: Wo die Motivation ist, diese Webseite zu betreiben und was der angebliche Vorteil der Suche sein soll. Es gibt nämlich bei jeder Ergebnisliste auch mindestens zwei „sponsored links“. Bei der Suche „Handys ohne Vertrag“ sind es Quelle und Neckermann, bei „Buch“ sind es buecher.de und Thalia. Google-Surfer werden nicht überrascht sein. Dort heißen sie schlicht „Anzeigen“. Sucht man dort nach „Buch“ finden sich übrigens die gleiche Werbung. Von Google weiß man, dass damit viel Geld verdient werden kann.

Das zweite auffällige Merkmal ist die Tag Cloud, die sich nun an den linken Rand geschoben und ihre Schlagworte geändert hat. Der Nutzer kann nun „Buch“ spezifizieren, indem er ein Wort aus der neuen Tag Cloud wählt. Die Größe der Begriffe deutet an, welchen Verwandtschaftsgrad sie haben. Die Hulbee-Entwickler nennen die Wolke „Wissenskarte“. Hat man nun eigens für Hulbee eine Kategorisierung für Suchabfragen programmiert und zudem noch einen Algorithmus, nach denen die Ergebnisse gelistet werden? Nein, natürlich nicht. Wenigstens gibt das Unternehmen zu, wer der „Partner“ ist: „Hulbee hat eine hoch intuitive Nutzerschnittstelle und nutzt Yahoo API.“

Wissenskarte für Yahoo

Yahoo! In der Tat ergibt sich bei einem Vergleich eine identische Ergebnisliste. Ist Hulbee also das bessere Yahoo wegen der Wissenkarte? Nein, nicht unbedingt. Denn Yahoo arbeitet mit einer sehr ähnlichen - aber weniger anschaulichen - Methode. Wie bei Browsern und Suchmaschinen den Nutzern schon bekannt, schlägt Yahoo unterhalb des eingegeben Wortes weitere Kombinationen vor und bietet zusätzlich an, die Suche zu verfeinern. Bei „Buch“ entsprechen also die Verfeinerungsvorschläge bei Yahoo in etwa den Begriffen auf der Wissenskarte: „Spiele“, „DVDs“, „Hörbücher“, „Internetshop“, „Bestseller“ usw.

Wozu also Hulbee? Das weiß wohl keiner so recht. Wer Google oder Bing häufig gebraucht, wird bei seiner Suche intuitiv nach der gleichen Methode vorgehen, die Hulbee in Form der Wissenskarte anbietet. Der Nutzer schränkt seine Ergebnisliste durch weitere Worte ein. Diese muss er sich zudem nicht immer selbst ausdenken, denn Google und Bing kennen ebenso „Verwandte Suchvorgänge“ - wobei sich diese von Yahoo unterscheiden. Die Wissenskarte ist lediglich dann spannend, wenn der Suchende nicht so recht weiß, was er sucht. Gibt man etwa unwissend „IMSI Catcher“ ein, ahnt man aufgrund der Tag Cloud bei Hulbee, um was es geht. Die Begriffe „Handy“, „BKA“, „Funkzelle“, „Überwachung“ ordnen den Begriff ganz gut ein. Wer genaueres wissen will, klickt den ersten Treffen an. Das ist der Wikipedia-Eintrag zu „IMSI Catcher“. Wie bei Google übrigens auch.

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Jahrgang 1971, Redakteur in der Wirtschaft.

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