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Spielekonsole Nintendo kündigt 3D ohne Brille an

11.08.2010 ·  3D ist zur Zeit groß in Mode. Jetzt kündigt auch Nintendo an, auf diese Technik setzen zu wollen. Bei einer in der Hand gehaltenen Spielekonsole sind die Schwierigkeiten nicht so groß.

Von René Meyer
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Der Erfolg von 3D im Kino und die Bestrebungen der Industrie, entsprechende Fernseh- und Abspielgeräte, Brillen und natürlich Filme in die Wohnzimmer zu bringen, sorgen auch für neue Bemühungen bei den Herstellern von Spielekonsolen. Sony und Microsoft arbeiten an Möglichkeiten, die PlayStation und die Xbox tauglich für die Darstellung räumlicher Tiefe zu machen. Immer dabei: eine 3D-Brille. Nun überraschte Nintendo mit der Ankündigung des 3DS, eines neuen Modells seiner DS-Handhelds. Das soll räumlich wirkende Bilder ohne zusätzliche Hilfsmittel darstellen, und das höchstwahrscheinlich zu einem Preis, den anderswo allein eine Shutterbrille kostet. Nicht zuletzt durch die Wii-Konsole und das DS-Handheld mit ihren neuartigen Bedienkonzepten hat sich Nintendo eine Pionierrolle erarbeitet. Dem Unternehmen wird zugetraut, abermals Maßstäbe für die Branche zu setzen.

Um den Raumeffekt zu erzielen, erhält der obere Bildschirm des 3DS eine verdoppelte Auflösung von 800 × 240 Bildpunkten sowie eine Rasterung, die jedes Auge nur die Hälfte aller Punkte sehen lässt. Nintendo kommt dabei zustatten, dass nur eine Person vor dem kleinen Bildschirm sitzt. Anders als im Kino oder vor dem Fernseher muss die 3D-Darstellung nicht mit verschiedenen Abständen und Winkeln rechnen. Die verwendete Technik erlaubt es sogar, die scheinbare Tiefe per Schieber zu regulieren und abzuschalten. Nintendo umgeht damit, dass der 3D-Effekt unterschiedlich stark empfunden wird und auf manche Spieler sogar unangenehm wirken kann.

Das aktuelle Modell DSi ist mit zwei Kameras ausgestattet, um wahlweise ein Selbstporträt oder die Umgebung aufzunehmen. Der 3DS hat eine weitere Außenkamera, wodurch Bilder und Filme im 3D-Modus möglich sind. Wegen der geringen Auflösung von 0,3 Megapixeln bleibt das jedoch eher eine hübsche Spielerei. Das untere Display wird wie bisher mit einem Stift bedient, der sich beim 3DS-Modell wie ein Teleskop ausziehen lässt. Eine daumengroße Analogscheibe, das Slide Pad, ergänzt das bisherige Steuerkreuz. Es ermöglicht fließende Bewegungen in alle Richtungen, ähnlich den Analogsticks anderer Konsolen. Ebenfalls neu ist eine Home-Taste, die ins Menü zurückführt.

Vom Start weg mehrere tausend Spiele erhältlich

Der 3DS ist abwärtskompatibel zu seinen Vorgängern DS und DSi. Damit sind vom Start weg mehrere tausend Spiele erhältlich, die im Handel und über den im Gerät implementierten Onlineshop angeboten werden. Zusätzlich sind zahlreiche 3D-Spiele in Arbeit. Nintendo setzt Marken wie "Mario Kart", "Animal Crossing" und "Nintendogs" um. Electronic Arts "Die Sims" und Sportspiele wie "FIFA". Konami hat sein Fußballspiel "Pro Evolution Soccer" und die "Contra"-Reihe angekündigt. Ubisoft baut auf "Assassin's Creed". Über Preis und Erscheinungstermin des neuen Gerätes gibt es noch keine Angaben. Nintendo wird jedoch unwidersprochen mit der Aussage zitiert, den 3DS bis zum 31. März 2011 weltweit in den Handel bringen zu wollen.

Der 3DS ist der bisher vielversprechendste Versuch, Computerspiele in 3D zu zeigen. Das war bisher ein unerfreuliches Thema, das lange zurückreicht. Schon in den achtziger und neunziger Jahren gab es Ansätze, Spielkonsolen mit Tiefendarstellung zu versehen. Sie hatten jedoch eher einen bloß experimentellen Charakter. Schaute man etwa in den Virtual Boy, ein Tischgerät in Form einer überdimensionalen Brille, sah man rote Strichzeichnungen auf schwarzem Grund. Sie führten eher zu Kopfschmerzen als zu Aha-Effekten. Mitte der neunziger Jahre, mit dem Aufkommen von 3D-Karten für den PC, hatten Headgears einen kurzen Auftritt. Die Gestelle für den Kopf waren teuer und funktionierten nur bei einer Handvoll Spielen in unbefriedigender Qualität. RENÉ MEYER

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