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Soziales Bewertungsnetzwerk Yelp nun auch in Deutschland

In Amerika ist Yelp, mit rund 33 Millionen Seitenaufrufen monatlich und elf Millionen Rezensionen von der Pizzabude bis zum Zahnarzt, eine bestens bekannte virtuelle Adresse. Jetzt hat das Unternehmen eine deutsche Homepage freigeschaltet.

© yelp.de Vergrößern In Deutschland ist Yelp nicht der erste Anbieter, der mit Konsumentenbewertungen sein Geschäft machen will

Gute Empfehlungen von Verbrauchern im Internet sind für Unternehmen die beste Werbung. Andererseits werben Firmen gern selbst aktiv im Netz, vor allem auf gut besuchten Websites. Beides zusammengenommen beschreibt in etwa das Geschäftsmodell des sozialen Bewertungsnetzwerkes Yelp. In Amerika ist Yelp, mit rund 33 Millionen Seitenaufrufen monatlich und elf Millionen Rezensionen von der Pizzabude bis zum Zahnarzt, eine bestens bekannte virtuelle Adresse. Am Donnerstag hat das Unternehmen den Schritt nach Deutschland gewagt und eine lokale Homepage freigeschaltet.

„Die Deutschen sind dafür bekannt, dass sie gutes Essen und Kultur schätzen“, umgarnt Geschäftsführer Geoff Donaker seine neuen Kunden in spe. Deshalb sei die Website „wie geschaffen“ für Deutschland. Seine Expansion nach Europa startete Yelp, wohl schon aus sprachlichen Gründen, 2009 zunächst in Großbritannien und Irland. Im Mai dieses Jahres ging Yelp France ans Netz. In Großbritannien hat das Portal seit seinem Start mehr als eine Million Nutzer angezogen.

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Nicht der erste Anbieter

In Deutschland ist Yelp nicht der erste Anbieter, der mit Konsumentenbewertungen sein Geschäft machen will. Als scharfer Konkurrent gilt Qype, nach Angaben des Gründers Stephan Uhrenbacher die größte Website für lokale Bewertungen in Europa, deren Vorbild wiederum Yelp gewesen ist. Uhrenbacher betrachtet Yelps Aktivitäten, zumindest offiziell, gelassen. Doch hinter den Amerikanern steht Geld, viel Geld.

Yelps Rolle und Gewicht im Netz lässt sich gut ermessen, wenn man die Angebote betrachtet, die bislang für das Unternehmen eingegangen sind. Im vergangenen Jahr wollte der Suchmaschinengigant Google das 2004 in San Francisco gegründete Unternehmen kaufen - und bot immerhin mehr als eine halbe Milliarde Dollar für ein Unternehmen, das keinen Gewinn macht. Gründer Jeremy Stoppelman brach die Verhandlungen dann jedoch ab. Immerhin floss im Januar dann doch noch Geld, ohne dass Stoppelman das Unternehmen verkaufen musste. Der Finanzinvestor Elevation Partners investiert bis zu 100 Millionen Dollar.

Ob sich das Geschäftsmodell rechnet, ist freilich wie bei vielen anderen Internet-Start-ups unklar. Zwar gilt lokale Werbung als aussichtsreiche Erlösquelle. Mit der Regionalisierung (in Deutschland zunächst Berlin und München) ist Yelp hier gut aufgestellt. Auf der anderen Seite muss das Unternehmen immer wieder Vorwürfen entgegentreten, es „erpresse“ Restaurants, Shops und Dienstleister, Anzeigen auf der eigenen Homepage zu schalten. Denn welche Kundenbewertungen auf der Homepage erscheinen, ob positiv oder negativ, darüber entscheidet ein Algorithmus. Und dessen Funktionsweise ist - wie bei Google auch - geheim.

Quelle: F.A.Z.

 
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