16.06.2009 · Facebook ist mit einer Klage gegen den Konkurrenten StudiVZ gescheitert. Die Netzwerkbetreiber hatten der deutschen Internet-Kontaktbörse vorgeworfen, die Gestaltung von Facebook kopiert zu haben.
Das soziale Netzwerk Facebook ist mit seiner Klage gegen den Mitbewerber StudiVZ wegen des Diebstahls geistigen Eigentums vor dem Landgericht Köln gescheitert. Das Gericht hat die Klage der Amerikaner „vollumfänglich“ abgewiesen. „Nun wird der Wettbewerb endlich wieder auf dem freien Markt ausgetragen und nicht mehr vor Gericht“, sagte StudiVZ-Chef Markus Berger-de León der F.A.Z. in einer ersten Reaktion.
Facebook hatte StudiVZ vorgeworfen, das Aussehen der Internetseite Facebook.com kopiert zu haben und sich illegal Zugang zum sogenannten Quellcode der Software verschafft zu haben. Beide Vorwürfe wurden vom Gericht abgewiesen. Es gebe zwar nicht zu übersehende Übereinstimmungen zwischen den beiden Communitys - der Sachverhalt der unlauteren Nachahmung erfordere aber eine „Herkunftstäuschung“, die hier nicht vorliege, begründete das Gericht seine Entscheidung. „Die Behauptung von Facebook, wir hätten uns seit Jahren den Quellecode besorgt, ist Unsinn. Facebook hat es nicht einmal geschafft, das angebliche Datenleck zu finden, beharrt aber weiter darauf, ein Leck zu haben“, sagte Berger-de León. Facebook habe mit der Klage nur versucht, negative PR gegen uns zu machen und unser Wachstum zu bremsen“, sagte Berger-de León.
Die Feststellungsklage, die StudiVZ vor dem Landgericht Stuttgart gegen Facebook eingereicht hatte, sei mit diesem Urteil obsolet, sagte Berger-de León. Eine weitere Klage von Facebook gegen StudiVZ vor einem amerikanischen Gericht läuft aber weiter. Zudem kann Facebook gegen das Urteil des Landgerichts Berufung einlegen.
Quellcode
Bernd Lehmann (BMLehmann)
- 16.06.2009, 22:56 Uhr