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Sony Ericsson W890 Die Musikmaschine

17.04.2008 ·  Extrem kompakt: Das Handy W890 von Sony Ericsson ist ein faszinierend kleiner Apparat, mit einer nahezu vollständigen Ausstattung und schickem Design. Besonders trumpft es jedoch in Sachen Musik und Kamera auf.

Von Michael Spehr
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„Schmal wie eine CD-Hülle“, kündigt Sony Ericsson sein Mobiltelefon W890 an. Ob das die richtige Ansprache für ein junges Zielpublikum ist? Ja, wenn man den faszinierend kleinen Apparat in erster Linie als Walkman-Handy sieht, als Musikspieler mit Bluetooth-Stereo-Übertragung (A2DP) und mitgeliefertem 2-Gigabyte-Memorystick für einige tausend Titel. Nein, denn die Generation unter 20 kauft natürlich keine CDs, sondern lädt die Musik aus dem Internet.

Egal, das W890 fasziniert durch Design, Maße und Gewicht (4,7 × 10,5 × 10 Zentimeter, 80 Gramm) und hat dennoch eine nahezu vollständige Ausstattung an Bord: UMTS mit HSDPA für den besonders flinken Datentransport in der Großstadtumgebung sowie Edge als Notnagel auf dem Land. Ein GPS-Empfänger ist zwar nicht eingebaut, wohl aber sorgt das zur Standardausstattung gehörende Google Maps mit seiner Mobilfunkortung dafür, dass man in fremder Umgebung schnell den Weg findet.

Musikerkennung und zwei Kameras

Und dann die Musikabteilung: Mit gutem Klang und einer ausgeklügelten Verwaltung der einzelnen Stücke sowie der Programmierung von Playlisten ist das W890 ein toller MP3-Player für unterwegs. Das vorhandene Repertoire lässt sich nach Interpreten, Alben oder Genres sortieren. Nur schade, dass sich ein Standardkopfhörer mit Klinkenstecker nicht direkt anschließen lässt. Als Pluspunkt kommt die Musikerkennung Track ID dazu: Was im Radio oder Club gerade läuft, nimmt man einige Sekunden lang auf, und nach kurzer Datenverbindung zeigt das Gerät den Titel und Interpreten an. Ein weiteres Extra ist die Verwaltung von Hörbüchern und Podcasts sowie „Sens Me“: Dabei werden die einzelnen Stücke in einem Koordinatensystem nach den Kriterien „schnell“, „ruhig“, „traurig“ und „fröhlich“ eingeordnet, und man kann mit einer Bildschirmlupe einzelne Titel anfahren und zu einer Wiedergabeliste hinzufügen.

Zwei Kameras sind vorhanden, eine kleine vorn für Videotelefonie und rückseitig die etwas bessere mit immerhin 3,2 Megapixeln. Draußen macht sie gute Aufnahmen, innen ist es mangels Blitz oder Fotoleuchte eher eine Glückssache. Ein Autofokus ist nicht vorhanden. Schnappschüsse lassen sich gleich ans Blog schicken oder zuvor im Gerät bearbeiten. Angezeigt werden Fotos (und Videos) auf dem Display, das mit 240 × 320 Pixel die übliche Auflösung bietet. Alternativ zum stationären Datenabgleich mit Microsoft Outlook gibt es auch eine Synchronisation mit einem Exchange-Server, wie er in Unternehmen zum Einsatz kommt. Das funktionierte mit unserem F.A.Z.-Server allerdings nicht.

Für den geschäftlichen Einsatz weniger geeignet

Im Vergleich mit dem ähnlich kompakten Nokia E51 trumpft das W890 also in Sachen Musik und Kamera auf. Seine Minitastatur und die nur mit kleinen Fingern bedienbare Vier-Wege-Wippe unterhalb der Anzeige sind gewöhnungsbedürftig. Für den geschäftlichen Einsatz ist es weniger geeignet, weil Wireless-Lan, eine sprecherunabhängige Sprachwahl und ein Dokumentbetrachter für Word- und Excel-Dateien fehlen. Beide Geräte sind sehr gut verarbeitet, haben ein logisches Menüsystem und bieten im täglichen Einsatz genug Akkuleistung für drei bis vier Tage. Wer ein ordentliches und vor allen Dingen kompaktes Handy mit viel Ausstattung sucht, ist mit dem W890 jedoch gut beraten. Ohne Kartenvertrag kostet es derzeit etwas weniger als 250 Euro.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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