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Screencast-Programme Videos aus dem Innern des PC

21.03.2010 ·  Screencast-Programme fangen oben mit Captivate von Adobe an, um sich in kostenloser Software auf dem Computer (wie Jing) oder gleich im Netz (wie Screentoaster) zu verlieren. Nun aber betritt BB Flashback nachdrücklich den Set.

Von Nils Schiffhauer
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An manchen Tagen lebt der Mensch ja mehr im Computer als in der realen Welt. Lässt die sich mit der Videokamera filmen, so ist das im Virtuellen noch einfacher. Schnell mal zeigen, wie sich ein Softwarefehler beheben lässt, wie ein Gamer gewinnt oder wie mit Software gesteuerte Geräte endlich tun, was sie sollen, das erledigt - wiederum Software. Diese sogenannten Screencast-Programme fangen oben mit Captivate von Adobe an, um sich in kostenloser Software auf dem Computer (wie Jing) oder gleich im Netz (wie Screentoaster) zu verlieren. Während die Kreativgilde um das umständliche Captivate kaum herumkommt, hat sich sonst vielfach Camtasia von Techsmith als Mittel der Wahl durchgesetzt. Da diese Software selbst Pädagogen bei der Einrichtung von Plattformen fürs E-Learning nicht überfordert, nutzen wir sie ebenfalls unfallfrei seit geraumer Zeit. Nun aber betritt BB Flashback nachdrücklich den Set. Deutlich preiswerter als Camtasia, bietet sie zwar nicht so viele Funktionen, fühlt sich aber noch handlicher an.

Flashback nimmt alles auf, was sich auf dem PC bewegt; auch Töne. Die Bildformate umfassen den weiten Bereich von 640 × 480 Pixel - was für viele Anwendungen ausreicht und sich schlank etwa in Youtube macht - bis 1600 × 1200 Pixel. Der gewünschte Bildschirm lässt sich ebenso auswählen wie die Tonquelle, was für gleichzeitig oder später eingesprochene Kommentare nützlich ist. Entweder wird der komplette Bildschirm erfasst oder ein Rahmen wie das Fenster einer Software oder ein selbstdefiniertes Rechteck. Aufnahmetaste drücken, aufnehmen, fertig. Danach liegt das Video übersichtlich als Video- und Tonspur vor, die miteinander gekoppelt sind, sich jedoch trennen lassen. In der Videospur ist jedes der üblicherweise acht Bilder („Frames“) je Sekunde nicht nur anklickbar, sondern erscheint unter dem Mauszeiger als Miniatur. Wer mehr Dynamik will, wählt bei der Aufnahme einfach mehr und bis zu 100 Bilder je Sekunde, wodurch das fertige Video dicker wird. Der Mauszeiger ist farblich unterlegt und hat eine eigene Zeile in der Videospur, was das Ansteuern von Aktionen enorm erleichtert.

Ob FTP, Youtube oder die eigene Festplatte

Für den, der via Video etwas erklären möchte, beginnt nun die eigentliche Arbeit: Ein Zoom lenkt die Aufmerksamkeit auf Details, und einblendbare Sprechblasen fassen Erklärungen. Selbst weitere Videos oder Bilder importiert das Video. Die Funktion „Highlight“ wirft einen Spot auf das, was wichtig ist. Selbst Schaltknöpfe mit Funktionen bis hin zum Aufrufen von Websites lassen sich rasch herklicken. Besonders instruktiv ist das nachträgliche Einfügen von Mausklicks, unterschieden nach rechter und linker Taste sowie Doppelklick. Das Arbeiten ist intuitiv, die Struktur klar und übersichtlich. Am Ende wundert sich der virtuelle Kameramann am meisten darüber, dass er nicht einmal den Punkt „Help“ aufrufen musste. Eine deutschsprachige Version der gesamten Software wird übrigens der Sommer bringen. Mit einem Klick schließlich landet das fertige Video passgenau dort, wo es hingehört. Ob FTP, Youtube oder die eigene Festplatte, der Kameramann braucht sich nicht um die passenden Einstellungen zu kümmern. BB Flashback gibt Videos nicht nur als Flash, in Quicktime mit H.264-Komprimierung, Windows Media Video (MWV) oder AVI aus, sondern sogar als PowerPoint, was mit Recht als letzte der Exportfunktionen aufgeführt ist.

Im Vergleich zum Camtasia fehlen BB Flashback derzeit noch zweieinhalb Dinge. Da sind einmal die Übergangseffekte von einer zur nächsten Einstellung, da hätte mancher zum andern gerne noch einen Fading-Regler für die Lautstärke. Untertitel und Schrifttafeln zudem lassen sich mit Camtasia derzeit noch bequemer produzieren. Doch das wird BB Flashback auch noch schaffen, wobei die schnörkellose Bedienerführung, die ohne größeren Lernaufwand zu professionellen Ergebnissen führt, gewiss nicht leiden wird. BB Flashback ist somit nicht nur eine preisgünstige Software für vielerlei Filme mit dem Bildschirm als Location, sondern rundum sympathisch.

BB Flashback zum Download, je nach Funktionsumfang zwischen kostenlos (Express) und 159 Euro (Pro).

Adobe Captivate, etwa 620 Euro; Camtasia Studio, 263 Euro; Jing (kostenlos), Screentoaster (kostenlos, Web-basiert)

Quelle: F.A.Z.
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