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Roaming-Gebühren Billiger telefonieren im Ausland

15.06.2009 ·  Ab 1. Juli wird Telefonieren und das Versenden einer SMS aus dem Ausland günstiger. Eine SMS beispielsweise darf nach den neuen Roaming-Regeln ohne Mehrwertsteuer höchstens 11 Cent kosten.

Von Alexander Armbruster
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„Roaming“ hört sich komisch an, ist aber viel kürzer und praktischer als: „Sich mit seinem Handy per Anruf, SMS oder Datenübertragung aus dem Ausland im eigenen Mobilfunknetz zu Hause zu melden“. Genau das wird vom 1. Juli an in Europa billiger. So haben es die zuständigen Minister der 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union längst beschlossen.

Eine SMS beispielsweise darf nach den neuen Roaming-Regeln ohne Mehrwertsteuer höchstens 11 Cent kosten. Für einen Handykunden in Deutschland bedeutet das, dass er künftig inklusive Steuern nicht mehr als 13 Cent für eine Kurznachricht aus dem Ausland bezahlen muss. Egal, ob er nun als Jugendlicher die ersten Flirtergebnisse vom Sandstrand schickt oder als Geschäftsreisender mit dem Privathandy seiner Familie mitteilen möchte, dass er noch einen Tag länger bleiben muss.

Neue Preise vom 1. Juli an

Die vier großen Mobilfunkanbieter in Deutschland - Vodafone, T-Mobile, E-Plus und O2 - haben bereits reagiert und ihre neuen Preise vom 1. Juli an verkündet. Bei allen wird eine SMS 13 Cent inklusive Mehrwertsteuer kosten. Und 51 Cent pro Minute kostet es, jemanden im EU-Ausland mit dem Handy anzurufen; 21 Cent bezahlt dabei der Angerufene.

Einzig der Anbieter E-Plus hat neben seinem herkömmlichen Angebot einen Sondertarif mit dem Namen „Reisevorteil“ eingerichtet. Bei dem kostet jede SMS netto 9 Cent und das Telefonieren - egal, ob man selbst anruft oder abhebt - 29 Cent pro Minute. Dazu kommt eine Pauschale von 75 Cent für jedes Telefongespräch. Dieser neue Tarif lohnt sich vor allem dann, wenn man öfter mal länger als kürzer telefoniert.

Insgesamt ist das Gesamtpaket entscheidend

Große Unterschiede zwischen den vier Anbietern gibt es hingegen bei den Kosten für die Datenübertragung von einem Megabyte über europäische Landesgrenzen hinweg (das „Daten-Roaming“). Bei T-Mobile kostet das beispielsweise 1,95 Euro, bei Vodafone schon 3,57 Euro, also beinahe das Doppelte. Wer zwischen den Mobilfunkanbietern vergleicht, sollte aber nicht bloß auf die Auslandstarife schauen. Denn die meisten Anrufe werden immer noch im Inland geführt. Insgesamt ist also das Gesamtpaket entscheidend.

Dabei wirkt auf den ersten Blick merkwürdig, dass es durch die neuen EU-Regeln nun oft billiger ist, eine SMS ins Ausland zu verschicken, als die gleiche Nachricht innerhalb der gleichen Stadt zu versenden. Die Inlands-SMS kostet etwa bei Vodafone 19 Cent. Allerdings bleiben in dieser Rechnung SMS-Pakete und Sonderkonditionen unberücksichtigt. Beispielsweise bietet Vodafone für 5 Euro jeden Monat 3000 SMS an. T-Mobile hat Verträge im Angebot, in denen jede SMS 5 Cent kostet.

Roaming-Gebühren sollen noch weiter fallen

Die Verbraucherschutzminister der Europäischen Union legen die Mobilfunkpreise für netz- und grenzüberschreitende Anrufe schon seit dem 30. Juni 2007 fest. Denn ihrer Ansicht nach wird der Mobilfunkmarkt in Europa von wenigen zu großen Anbietern dominiert. Die sind daher in der Lage, höhere Preise zu diktieren, als sich durch echten Wettbewerb ergeben würden. Überdies erachten die Minister das Mobiltelefonieren als so wichtig, dass es für alle EU-Bürger erschwinglich sein sollte.

Übrigens sollen zum 1. Juli 2010 und 2011 die Minutenpreise fürs „Roaming“ weiter fallen: Für abgehende Anrufe von brutto 51 Cent dieses Jahr über 46 Cent auf 41 Cent im Jahr 2011. Für ankommende Anrufe von jetzt 21 Cent über 17 auf 13 Cent ebenfalls im Jahr 2011.

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Jahrgang 1982, Redakteur in der Wirtschaft.

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