24.08.2011 · Mehr Kontrolle auf Facebook: Für die Nutzer soll es leichter werden, Informationen selektiver zu veröffentlichen. Die meisten Mechanismen sind aber nicht neu.
Von Roland Lindner, New YorkDas soziale Netzwerk Facebook will es seinen Nutzern leichter machen, den Austausch persönlicher Daten auf der Seite zu kontrollieren. Damit reagiert das Unternehmen auf die immer wieder vorgebrachte Kritik, allzu sorglos mit den Daten seiner Mitglieder umzugehen. Von nun an soll es für die Nutzer leichter werden, Fotos, Kommentare oder andere Informationen selektiver zu veröffentlichen, so dass sie nur von bestimmten Personen gesehen werden können. Nutzer können künftig auch verhindern, dass Fotos von ihnen ungefragt von anderen Mitgliedern markiert werden. Die meisten Kontrollmöglichkeiten sind nicht neu, nur waren sie bislang tief in den Einstellungsmenüs auf der Seite verborgen und kompliziert zu handhaben. Jetzt werden sie prominent auf der Profilseite der Nutzer plaziert. Die Änderungen sollen von Donnerstag an wirksam werden.
Mit dem Umbau seiner Seite kontert Facebook die jüngste Offensive des Internetkonzerns Google, der vor knapp zwei Monaten ein neues soziales Netzwerk mit dem Namen Google+ gestartet hat. Bei Google+ ist der selektive Austausch von Informationen, den nun auch Facebook erleichtert, ein zentrales Element. Nutzer von Google+ gruppieren ihre Kontakte von vorneherein in bestimmte Personenkreise oder „Circles“, also zum Beispiel Freunde, Familie oder Kollegen. Daten können dann mit jeweils einzelnen Gruppen ausgetauscht werden. Dies und einige andere Funktionen, die Facebook vorher nicht besaß, haben Google+ von Anfang an eine glänzende Resonanz beschert. Vier Wochen nach dem Start hatte Google+ nach Angaben des Marktforschungsinstituts Comscore 25 Millionen Mitglieder. Facebook liegt freilich mit 750 Millionen Mitgliedern noch immer weit vorne.
Aushebelung der Privatsphäre
Facebook selbst gab sich Mühe, die Neuerungen auf seiner Seite nicht als Antwort auf Google+ erscheinen zu lassen. Vielmehr habe das Unternehmen an den Veränderungen schon seit sechs Monaten gearbeitet, also lange bevor Google+ an den Start ging. Die neuen Einstellungen gingen auf Wünsche der Nutzergemeinde zurück und seien in enger Abstimmung mit Datenschutzorganisationen entstanden. Google sagte in einer Stellungnahme zum neuen Erscheinungsbild von Facebook: „Wir begrüßen die Bemühungen von Facebook, Nutzern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre zu geben, weil diese das gesamte Interneterlebnis zu verbessern hilft.
Mit Google+ schaffen wir einen neuen und anderen Ansatz, um den Austausch im Internet dem Austausch in der realen Welt ähnlicher zu machen.“ Facebook wird seit Jahren vorgeworfen, die Aushebelung der Privatsphäre voranzutreiben und seine Nutzer zu drängen, möglichst viele Informationen über sich auf der Seite preiszugeben, von persönlichen Vorlieben bis zum Aufenthaltsort. Diese Daten sind wertvoll für Facebook, denn sie helfen dabei, dem Nutzer maßgeschneiderte Werbung auf der Seite zu zeigen. Seit vergangenem Jahr macht Facebook verstärkt Zugeständnisse an seine Kritiker und hat eine Reihe von Änderungen eingeführt, die Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten geben. Allerdings war es bei Facebook aufwendiger und mit vielen Klicks verbunden, die Einstellungen zu verändern.
Nun können Facebook-Nutzer bei allen Einträgen, Fotos oder anderen Inhalten einzeln festlegen, für wen sie sichtbar sein sollen, ob für alle Internetnutzer, nur für Freunde oder nur für einzelne Personen. Diese Auswahl kann nachträglich geändert werden. Nutzer können außerdem mit einem einfachen Klick auf ihrer Profilseite feststellen, welche Inhalte aus ihrem Profil für welche andere Mitglieder sichtbar sind. Zusätzlich bekommen Nutzer jetzt die Option, Markierungen von Fotos genehmigen zu dürfen, bevor sie auf der Profilseite erscheinen. Wer bislang von seinen Facebook-Freunden zum Beispiel in einem unschmeichelhaften Foto markiert wurde, konnte dies erst im Nachhinein rückgängig machen.
@Herrn Goldmann
Johann Schulz-Gebeltzig (johannsg)
- 25.08.2011, 17:54 Uhr
facebook ist mies
burt goldmann (dr_goldmann)
- 24.08.2011, 22:38 Uhr