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Veröffentlicht: 09.04.2014, 16:00 Uhr

Powerbank Reservetank für Smartphone und Tablet

Eine Powerbank ist kein Geldinstitut, das den Stresstest der Bafin mit Bravour bestanden hat. Hier geht es um Reservetanks mit Strom für die Mobilelektronik. Die gibt es mittlerweile in großer Vielfalt.

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© Foto Pardey Bandbreite: Eine bunte Kollektion von externen Stromspeichern für Mobilgeräte

Sie können einem ja manchmal richtig leid tun: Diese Energie-Nomaden, die auf dem Flughafen oder in einer Hotellobby nach einer Steckdose für ihr Ladegerät suchen, weil just jetzt gerade der Saft im Handy oder Tablet zu versiegen droht. Wie sie dann auf dem Fußboden hocken, um ihre Mails zu bearbeiten oder ein Telefonat zu führen, wirklich bejammernswert.

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Selbstredend gibt kein Fanboy offen zu, von solch einer Energiekrise jemals betroffen gewesen zu sein. Vorsorgende Naturen stecken sich stillschweigend ein wenig Energie fürs Smartphone ein. Externe Energiespeicher gibt es in vielen Ausführungen und mit unterschiedlichster Leistungsstärke, in groß und klein, in schick bis scheußlich. Komischerweise ist der Zweit- oder Drittakku - ganz anders als etwa bei den Digitalfotografen - auch bei denen nicht verbreitet, die den internen Energiespender ihres Mobilgeräts austauschen könnten - was ja nicht bei jedem der Fall ist. Das hängt wohl damit zusammen, dass das eine meistens haklige Demontage des Gehäuses erfordert. Die Powerbank, wie der externe Akkupack auf Denglisch heißt, wird dagegen einfach wie das Kabel vom Ladegerät in die entsprechende Buchse des Mobilgeräts eingestöpselt.

Rund 10 Euro kosten die auf den ersten Blick pfiffig wirkenden, weil kabellosen Emergency Powerpacks von Varta. Das kleine Gehäuse enthält eine CR 123 A Lithium-Batterie (3 Volt) und hat entweder einen Micro-USB- oder einen Apple-30-Pin-Stecker. So wird die Notfalllösung einfach ans zu ladende Gerät gesteckt. Die Batterien dieses Typs sind zwar nicht gerade billig, aber sie vertragen eine längere Lagerung. Im Ernstfall hat man aber keine Gewissheit, ob in der Batterie noch genügend Energie für den Ladevorgang steckt oder nicht, weil keine Anzeige über den Batteriezustand informiert. Auch begnügen sich nicht alle Mobilgeräte mit der Spannung der Batterie. Beim Ausprobieren tat sich mehrfach überhaupt nichts.

Große Unterschiede in der Leistung

Da sind der Backup Charger (rund 20 Euro) und auch das Alkaline Powerpack (rund 12 Euro), beide ebenfalls von Varta, mitteilsamer: Sie informieren mit einer beziehungsweise drei LED über den Ladezustand des Reservetanks. Im Backup Charger stecken zwei AA-Akkus mit 2.100 Milliamperestunden (mAh), in das Alkaline Powerpack soll man vier AA-Batterien einsetzen. Beide externe Stromversorger werden mit mehreren Steckern (Mini USB, Micro USB, Apple 30-Pin) geliefert, um unterschiedliche Geräte bedienen zu können. Die Information, das Powerpack sei nicht für AA-Akkus geeignet, ist überholt: Mit Nickel-Zink-Akkus, die eine höhere Spannung als die 1,2 Volt von Nickel-Metallhydrid-Zellen liefern, geht es sehr gut.

Vartas kabelloses Mini Powerpack (rund 15 Euro) hat das Format eines etwas größeren USB-Sticks und ist eine besonders kleine Powerbank mit fest eingebautem Lithium-Ionen-Akku. Hintereinander geschaltet, besitzt es einen Apple-30-Pin-Connector und einen Micro-USB-Stecker, geladen wird über den USB-Stecker am anderen Ende des angenehm taschengängigen Gehäuses. Die Leistungsdaten des kleinen Helferleins sind nicht berauschend: Die Kapazität beträgt 400 mAh. Varta gibt die Leistung sämtlicher Geräte übrigens in Stunden „Extra Talk Time“ an: Zum Beispiel eine Stunde beim Mini Powerpack, zwei Stunden bei den Emergency Powerpacks und bis zu sieben Stunden beim Alkaline Powerpack, wobei die tatsächliche Zeitspanne geräteabhängig differieren könne.

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Mit 90 Gramm Gewicht und im Format einer kleinen Taschenlampe bildet der Switch 8 von Goal Zero (rund 40 Euro) ein interessantes Beispiel für die Powerbanks mit einer Kapazität um 2000 mAh. Der Switch 8 wird zusammen mit dem Nomad 3.5 Solar Panel (rund 100 Euro) angeboten und eignet sich vorzugsweise für kleinere Mobilelektronik.

Sowohl preislich wie auch mit Leistung, Volumen und nicht zuletzt Gewicht geht es von hier an steil bergauf: Handliche 4000, 7300, 9600, 10 000 mAh und mehr, mehrere Ausgänge, ins Gehäuse integrierte Kabel, gleichzeitiges Laden mehrerer Geräte sind die Features. Geradezu fabelhafte Werte soll ein externer Akku namens BatteryBox von Herbst an bieten: 12.000 mAh Kapazität, ein MacBook Air soll von dieser Powerbank bis zu zwölf Stunden mit Strom versorgt werden können. BatteryBox verkraftet angeblich auch mehr Ladezyklen als andere externe Akkupacks.

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Von Holger Appel

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