Home
http://www.faz.net/-gyc-6k1er
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Online-Spiel Runes of Magic Nun ist das dritte Kapitel aufgeschlagen

Seit einem Jahr haben sich in aller Welt mehr als drei Millionen Spieler für „Runes of Magic“ angemeldet. Das Online-Rollenspiel geht nun in die nächste Runde. Ein Blick auf das Geschäftsmodell.

© Meyer Vergrößern Alles online: Die Magie der Runen, und die Prinzessin auf hohem Roß

Vor einem Jahr erschien das Online-Rollenspiel „Runes of Magic“. Seitdem haben sich in aller Welt mehr als drei Millionen Spieler angemeldet. Um sie langfristig zu binden, wird die virtuelle Welt fortwährend ausgebaut und verbessert. Gerade erschien die dritte Erweiterung, elegant „Kapitel“ genannt.

Wie in Rollenspielen üblich, spielt man eine Figur „von 0 auf 100“: Das Besiegen von Monstern und das Erfüllen von Aufgaben wird mit Rüstung, Waffen und Gold belohnt. Vor allem bringt es die so wichtigen Erfahrungspunkte, die für einen Anstieg des Levels sorgen. Die Spielwelt Taborea ist in Abschnitte unterteilt, die für eine bestimmte Levelspanne zugeschnitten sind. So lernt man nach und nach alle Gebiete kennen. Kapitel drei bereichert die Spielwelt um einen neuen Kontinent und hebt die erreichbare Levelstufe auf 60 an. Wichtiger als die Wahl zwischen Mensch und Elf ist die Entscheidung für die Spielweise: Ob man als Krieger Rüstung trägt und ein Schwert, als Magier eher Fernzauber auslöst oder als Priester sich und andere heilt, beeinflusst die Art, wie im Kampf vorgegangen wird und welche Rolle man in einer Gruppe spielt. Die Besonderheit von „Runes of Magic“ ist, dass man sich nicht auf eine dieser Genres festlegt, sondern eine Haupt- und eine Nebenklasse wählt, etwa einen Magierpriester.

Mehr zum Thema

Der Reiz von Online-Spielen ist vor allem das Miteinander: ob man zu zweit durch die Welt springt, zu sechst finsterne Höhlenlabyrinthe stürmt oder gar im Verbund von 36 Spielern die stärksten Drachen meistert. Typischerweise schließt man sich einer Gilde an, die meist einige Dutzend Mitglieder umfasst und für die Runes of Magic einiges an Unterhaltung auffährt. So können sich Gilden Häuser einrichten, zu Burgen aufrüsten und gegen andere Gilden in Belagerungsschlachten verteidigen. Eine Neuerung mag dem Außenstehenden Stirnrunzeln verursachen, entstand aber aufgrund zahlreicher Nachfragen: Zwei Spieler können sich miteinander „verheiraten“ und profitieren als Paar von Extras wie Reittieren, auf denen beide Platz finden.

Fantasywelt, die stark an Mittelerde erinnert

Runes of Magic ist das Ergebnis der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen dem taiwanischen Entwickler Runewaker und dem deutschen Verleger Frogster. Er nahm großen Einfluss, das ursprünglich für den asiatischen Raum entwickelte Abenteuer für hiesige Gefilden schmackhaft zu machen. Mit einer Fantasywelt, die stark an Mittelerde erinnert. Mit europäisch und doch fremd wirkenden Städten und Dörfern. Mit klangvollen Orten wie Heulende Berge, Silberquell und Donnerhufhügel. In Berlin unterhält Frogster 120 Mitarbeiter, in San Francisco und Korea noch einmal 80. Sie sind die Schnittstelle zwischen Spieler und Programmierer, kümmern sich um die Übersetzung und die Kundenbetreuung.

Das Online-Spiel ist „Free to Play“, eine Vertriebsform, die aus Asien kommt und sich hierzulande immer mehr verbreitet. Das Spiel ist gratis, es gibt auch - im Gegensatz etwa zu „World of Warcraft“ - keine monatlichen Gebühren. Die einzige Voraussetzung ist ein vorhandener Breitband-Internetanschluss. Das Unternehmen verdient nur an dem Verkauf virtueller Gegenstände. Für harte Euro gibt es etwa hübsche Reittiere und Kostüme, Tränke, um schneller Erfahrungspunkte zu sammeln, oder Möbel für das Pixelheim. Frogster beteuert, dass sich alle Güter auch erspielen lassen - das dauert nur entsprechend länger. Ungefähr zehn Prozent aller Spieler investieren echtes Geld, um diese Zeit zu sparen, so ein Erfahrungswert. Doch das genügt offenbar, um das Geschäftsmodell funktionieren zu lassen. Obwohl es sich um ein kostenloses Spiel handelt, wird Runes of Magic - Kapitel 3: The Elder Kingdoms auch im Fachhandel angeboten. Die zehn Euro teure Packung erspart den Download der bisherigen drei Kapitel und enthält ein gedrucktes Handbuch, ein Poster, eine Handvoll virtueller Güter und ein virtuelles Haustier. Noch im Laufe des Jahres soll ein viertes Kapitel erscheinen.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Terror und Mediengesellschaft Nächste Runde: Paradies

Ist es wirklich der Islam, zu dem sich jugendliche Terroristen bekennen? Oder nicht vielmehr die Religion der Ego-Shooter und cool geübter Aggression? Mehr Von Guillaume Paoli

18.01.2015, 15:18 Uhr | Feuilleton
Verliebt in virtuelle Partner

Romantische Interaktionen von Mensch und Computer bieten sogenannte Dating-Sims. Nirgendwo auf der Welt sind diese gefühlsbetonten Spiele so erfolgreich wie in Japan. In Love Plus der tragbaren Spielekonsole Nintendo DS kann der Spieler sich von virtuellen Schulmädchen durch sein Leben begleiten lassen. Mehr

19.08.2014, 11:02 Uhr | Gesellschaft
Große Gegendemo Pegida Frankfurt-Rhein Main kündigt Spaziergang an

Bis zu 500 Teilnehmer will eine Gruppierung namens Pegida Frankfurt-Rhein Main auf die Beine bringen. Ein breites Gegenbündnis hat sich schon angesagt. Mehr

21.01.2015, 10:37 Uhr | Rhein-Main
Hobbit-Weltpremiere Stars verabschieden sich von Mittelerde

Der dritte Film der Hobbit-Saga hat in London Premiere gefeiert. Die Mittelerde-Stars reagierten bei der Weltpremiere von Die Schlacht der fünf Heere unterschiedlich auf das nahende Ende der Trilogie. Mehr

02.12.2014, 11:57 Uhr | Gesellschaft
Verschlüsselungsdebatte Die digitale Wohnung und ihr staatlicher Nachschlüssel

Kann ein Staat einfach bestimmen, wer Verschlüsselungstechniken anwenden darf? Über Generalverdacht im Kampf gegen den Terror und den heimlichen staatlichen Zweitschlüssel. Mehr Von Constanze Kurz

27.01.2015, 20:57 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 16.07.2010, 19:00 Uhr

Rat lohnt

Von Boris Schmidt

Ohne Navigationssystem trauen wir uns doch gar nicht mehr auf große (und kleine) Fahrt. Bedingungslos wird den Gerätschaften vertraut, die ihr Wissen aus Software und Satelliten beziehen. Mehr 5