23.11.2009 · Einkaufen im Internet ist bequem: Onlineshops liefern sperrige Produkte direkt nach Haus. Dazu bieten sie die Ware meist günstiger an als Elektronikfachmärkte. Die Stiftung Warentest hat zehn Onlineshops getestet. Drei sind „gut“.
Verstopfte Straßen, volle Parkhäuser und Gedränge in den Läden. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist Shoppen in den überfüllten Innenstädten für viele Kunden ein Greul. Wer entspannt einkaufen möchte, bestellt von zu Hause aus - per Onlineshopping. Aber wie seriös sind die Anbieter im Internet? Wie sicher ist, dass die bestellte Ware auch ankommt? Nehmen die Shops die Ware bei Nichtgefallen problemlos zurück? Wie gut sind die Websites der Onlineanbieter? Stiftung Warentest hat zehn Onlineshops getestet. Bei den ausgewählten Shops bestellten die Tester verschiedene Flachbildfernseher.
Die drei besten im Test: computeruniverse, t-online.de Shop und cyberport. Sie machen ihre Sache gut. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte bei einem der drei bestellen. Die Onlineshops wickelten die Bestellung komfortabel ab und selbst die Rückgabe der Ware klappte. Computeruniverse punktet außerdem mit der größten Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten: Selbst per Lastschrift können Kunden den Flachbildfernseher bezahlen. Das bieten nur die wenigsten Onlinehändler im Test.
Nicht jeder Onlineshop liefert pünktlich
Nicht jeder Onlineshop hält die versprochenen Lieferzeiten ein. Die Stiftung Warentest hat ausschließlich Fernseher bestellt, die spätestens innerhalb einer Woche geliefert sein sollten. Das aber schaffte nicht jeder Onlineshop. Am längsten dauerte die Lieferung bei Pixmania und Zarsen: durchschnittlich etwa anderthalb Wochen. Auch Medianess versprach die Lieferung des neuen Fernsehers innerhalb einer Woche. Nach der Bestellung kam eine E-Mail mit der Nachricht, die Ware sei vergriffen. Sie könne aber mit einer relativ langen Lieferdauer neu bestellt werden. Die Tester bekamen bei Medianess dreimal die folgende Information: „Laut unserem Lieferanten soll ihr Gerät in 30 Tagen bei uns eintreffen.“ Die Warentester stornierten die Aufträge und bestellten andere Fernsehmodelle, um den Test durchführen zu können.
Trotz verzögerter Lieferzeiten: Im Internet lassen sich auch bei großen elektronischen Geräten Schnäppchen erzielen. So kostete ein ausgewählter Philips-Fernseher bei einem Saturn-Markt in Berlin 548 Euro. Bei den geprüften Onlinehändlern lagen die Preise bei 429 bis knapp 500 Euro - ohne Versandkosten. Bei computeruniverse kostete der Versand bei Vorkasse 27,95 Euro und bei Zahlung per Kreditkarte 33,95 Euro. Redcoon verlangt 17,99 Euro für ein DPD-Paket. Und obwohl die Versandkosten je nach Bezahl- und Versandart und dem bestellten Produkt sehr unterschiedlich ausfallen, lässt sich gegenüber dem stationären Handel kräftig sparen.
Vorsicht bei Pixmania
„Mangelhaft“ lautet das Urteil für Pixmania. Hier fielen gleich mehrere Punkte negativ auf: Die Website ist sehr unübersichtlich. Kunden können Neuware nur schwer von gebrauchter Ware unterscheiden. Wer im Bestellvorgang den Vor- und Zurückpfeils nutzt, verliert die zuvor eingegebenen Daten und muss von vorn beginnen. Bricht der Kunde den Auftrag hingegen während des Bezahlvorgangs selbst ab, erhält er dennoch eine Bestellbestätigung per E-Mail - ohne die Bestellung je aktiv bestätigt zu haben.
Dazu hat Pixmania als einziger Internethändler im Test deutliche Mängel in seinen Geschäftsbedingungen (AGB). Probleme gab es auch bei der Rückabwicklung: Die Rücksendekosten wurden einmal nicht erstattet. Selbst die Rückerstattung für den Fernseher mussten die Testpersonen mehrmals anmahnen. In einem Fall erhielten sie ihr Geld erst nach 39 Tagen zurück.
Zahlung per Lastschrift
Geduld mussten die Tester auch bei Zarsen und bei HOH mitbringen: Nach Rückgabe der Fernseher warteten sie bei HOH über einen Monat auf ihr Geld, bei Zarsen fast zwei. Kauft der Kunde bei diesen beiden Händlern oder bei Medianess mit Kreditkarte ein, kommen zum Kaufpreis noch zwischen 2,5 und 4 Prozent Kreditkartengebühr hinzu - das ist wenig kundenorientiert. Keiner der Onlineshops im Test lieferte auf Rechnung.
Amazon bietet, wie auch computeruniverse, die Zahlung per Lastschrift an. In zwei Fällen verweigerte Amazon jedoch nachträglich das Lastschriftverfahren - den Grund dafür nannte der Shop nicht. Auch den Einkauf per Nachnahme lässt der wohl bekannteste Onlinehändler nicht zu. Bekannt ist Amazon für seine schnelle Bestell- und unkomplizierte Rückabwicklung. Doch im Test erstattete Amazon die Kosten für die Rücksendung einmal nicht komplett, insgesamt war die ganze Prozedur etwas undurchsichtig. Auch Infos zu Zahlung und Lieferung muss sich der Kunde mühsam in Hilfekapiteln auf der Website erarbeiten.
Darauf sollten Sie vor dem Kauf achten
Preissuchmaschinen. Die günstigsten Onlineangebote finden Sie über Preisdatenbanken wie evendi.de, guenstiger.de, idealo.de oder preistrend.de. Es empfiehlt sich, immer mehrere Suchmaschinen zu verwenden: Verschiedene Suchmaschinen greifen auf unterschiedliche Datensätze und Shops zu.
Website. Bevor Sie einen Onlineshop nutzen, den Sie noch nicht kennen, sehen Sie sich die Website genau an: Sind die AGB leicht zu finden und verständlich? Gibt es klare und vollständige Informationen zu Versandkosten, Widerruf, Rückgabe und Reklamation?
Anbieteradresse. Bestellen Sie nur bei Onlineshops, die eine vollständige Firmenadresse nennen: Ansprechpartner, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefon.
Versandkosten. Rechnen Sie beim Preisvergleich die Versandkosten dazu! Sie variieren je nach Onlineshop und Zahlungsart. Die zusätzlichen Kosten können auch von Produkt zu Produkt variieren.
Versicherungen. Prüfen Sie vor dem Bestellen die Kosten im Warenkorb. Lassen Sie sich keine Transportversicherungen, keinen Käuferschutz oder Ähnliches „andrehen“. Denn auch ohne eine solche Versicherung trägt der Händler das Versandrisiko für Lieferung und Rückersendung. Die Zusatzleistung ist bei seriösen Händlern überflüssig und mit unnötigen Kosten verbunden.
Sicherheit. Übermitteln Sie sensible Daten wie Ihre Kontoverbindung oder Kreditkartennummer nur verschlüsselt. Erkennen können eine verschlüsselte Verbindung an dem Kürzel „https“ in der Adresszeile Ihres Browsers.
Darauf sollten Sie nach dem Kauf achten
Widerruf. Bei Fernabsatzverträgen, die per Internet, Telefon oder Post zustande kommen, haben Sie gegenüber gewerblichen Händlern ein Widerrufsrecht. Innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt können Sie die Ware ohne Angabe von Gründen zurückgeben. Ab 40 Euro Warenwert muss der Verkäufer die Rücksendekosten tragen, wenn Sie schon angezahlt oder komplett gezahlt haben. Wenn in den AGBs nichts geregelt ist, trägt der Händler in jedem Fall die Rücksendekosten.
Rücksendung. Kontaktieren Sie den Anbieter und teilen Sie ihm mit, dass Sie die Ware zurücksenden und den Kauf widerrufen möchten. Fragen Sie nach speziellen Paketmarken und Formularen, die Sie verwenden müssen. Oft wird die Abholung von großen und sperrigen Waren vom Onlineanbieter organisiert. Wenn Sie die Ware selbst verschicken können, heben Sie den Einlieferungsschein als Beleg auf.
Verpackung. Senden Sie die Ware möglichst in der Originalverpackung zurück. Das beugt Ärger vor. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Originalverpackung allerdings nicht. Prüfen und behandeln Sie die Ware möglichst sorgfältig, damit der Anbieter bei Rückgabe keinen Wertersatz verlangen kann.
Rückzahlung. Verlangen Sie die Rückzahlung des Kaufpreises der zurückgegebenen Ware auf Ihr Bank- oder Kreditkartenkonto. Lassen Sie sich nicht mit einer Gutschrift auf ein Kundenkonto beim Anbieter abspeisen.
Gewährleistung. Gegenüber privaten Käufern haftet der Verkäufer bei Neuware zwei Jahre lang für Sachmängel. Innerhalb der ersten sechs Monate müssen Sie nicht beweisen, dass der Mangel schon beim Kauf bestand. Nur für „offensichtliche Mängel“ können Händler in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen verlangen, sie innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt zu melden. Im Gewährleistungsfall muss der Verkäufer die Ware kostenlos reparieren oder ersetzen.