08.09.2008 · Das Nokia E66 und das HTC Touch Diamond Pro folgen ihren Vorgängern und sind doch ganz anders. Neben Verbesserungen fallen auch einige Minuspunkte auf. Je nach Anspruch ist man auch mit dem ersten Modell gut beraten.
Von Michael SpehrZwei Nachzügler sind in der Redaktion eingetroffen. Das Nokia E66 und das HTC Touch Pro sind alte Bekannte, obwohl sie jetzt ganz frisch auf den Markt kommen. Nokias Neuerscheinung ist in Sachen Ausstattung und Technik identisch mit dem E71, das die Frankfurter Allgemeine Zeitung unlängst als bestes Symbian-Handy bezeichnet hat.
Bei insgesamt überragenden Leistungen unterscheiden sie sich nur in der Bauform: Ist das E71 ein klassisches Business-Gerät mit Mini-Tastatur unterhalb der Anzeige, präsentiert sich das E66 im Slider-Gehäuse, also mit nach unten ausziehbarem Ziffernblock. Auf der oberen Ebene sind indes die Schnellzugriffstasten für E-Mail, Kalender, Telefonbuch und Menü stets präsent. So richtet sich das E66 an denjenigen, der unterwegs nicht so viel schreibt und das deutlich kleinere Gehäuse dem Blackberry-Format des E71 vorzieht.
Neben Verbesserungen auch einige Minuspunkte
Der Schiebemechanismus wirkt deutlich robuster als der eines N95, mit einer sehr satten Bewegung gleiten die beiden Gehäusehälften auseinander und zusammen. Auch die robuste Einfassung aus Metall unterstreicht seinen hochwertigen Charakter. Weitere Unterschiede zum E71: Der Akku des E66 bietet nur zwei Drittel der Kapazität des großen Bruders, er hält aber trotz intensiver Nutzung durchaus zwei Tage. Verzichtet man auf Internet, GPS und Kamera, lässt sich die Zeitspanne zwischen den Ladevorgängen deutlich verlängern.
Dass sich die Micro-SD-Speicherkarte nur nach Abnehmen des Akku-Deckels entfernen lässt, ist ein weiterer Minuspunkt. Auch fehlt die Wortratefunktion des E71, was sehr bedauerlich ist, da einem quasi nur der Ziffernblock mit T9 bleibt: Eine virtuelle Tastatur auf dem Bildschirm samt Stiftbedienung fehlt. Dass die Beschriftung auf den Schnellzugriffstasten bei hellem Sonnenschein nur schlecht ablesbar ist, sei ebenfalls angemerkt. Positiv fällt beim E66 der eingebaute Lagesensor auf. Mit seiner Hilfe kann man das Gerät bei ankommenden Telefonaten durch diskretes Umdrehen stummschalten. Wird das Handy im Querformat gehalten, dreht sich die Bildschirmanzeige mit. Beide Nokias kosten derzeit rund 350 Euro ohne Kartenvertrag.
Weiterentwicklung des kompakten Vorgängers
Der taiwanische Hersteller HTC hat mit seinen Top-Produkten den umgekehrten Weg beschritten. Zunächst kam das Touch Diamond für Windows Mobile, es begeistert wie die Nokias mit vollständiger Ausstattung (UMTS, Wireless-Lan und GPS), bietet aber ein höher auflösendes Display (640 × 480 Pixel) in äußerst kompakter Form. Nun wird das 500 Euro teure Kleinod ergänzt um eine Variante Touch Diamond Pro mit Tastatur.
Das ist aber nicht alles. Hier wurde die Akkukapazität von 900 auf 1340 mAh vergrößert, so dass der Pro nun ein bis zwei Arbeitstage durchhält. Während der Diamond 4 Gigabyte Speicher fest eingebaut hat, bietet der Pro einen Micro-SD-Steckplatz, den man individuell bestücken kann (Lieferung ohne Karte). Der Hauptspeicher wurde auf 288 Megabyte vergrößert, die Kameraabteilung hat nun einen LED-Blitz. Alle weiteren Details entsprechen dem ersten Diamond.
Günstigeres Gerät siegt über Business-Variante
Das Gerät hat die gleiche, sehr kleine Grundfläche (102 × 51 Millimeter), aber Tastatur und Akku machen den Apparat fett, satte 18 Millimeter, sieben mehr als beim Diamond. Was soll’s, mag man zunächst sagen, aber wenn beide nebeneinander auf dem Tisch liegen, fällt der Unterschied ebenso deutlich auf wie in der Hosentasche. Die Tastatur wird seitlich herausgezogen, sie ist unseres Erachtens kein Gewinn.
Denn erstens lässt sich mit den winzigen Tasten kaum schneller tippen als mit dem Stift auf der virtuellen Tastatur, zweitens muss man unter Windows Mobile ohnehin mit dem Stift arbeiten, kann also nicht auf eine reine Einhand-Bedienung wie beim Nokia E71 ausweichen, und drittens liegt das Gerät mit ausgezogener Tastenreihe ungünstig auf dem Tisch: die obere Displayhälfte lässt sich leider nicht in Richtung Benutzer klappen und drückt den Apparat mit ihrem Gewicht nach hinten. Nach unserer Einschätzung fährt man also, von der Akkulaufzeit abgesehen, mit dem günstigeren Diamond (rund 500 Euro) besser als mit der teureren Business-Variante (rund 700 Euro).
SAR Wert
marius meyer (mm_hh)
- 09.09.2008, 13:46 Uhr