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Sonntag, 19. Februar 2012
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„Nexus One“ Google fordert Apple heraus

14.12.2009 ·  Google bringt im kommenden Jahr ein eigenes Handy auf den Markt. Neben dem Betriebssystem Android entwickelte das Internetunternehmen auch die Hardware. Das „Nexus One“ bedeutet zudem eine Kehrtwende in der Mobilfunkstrategie.

Von Roland Lindner, New York
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Der amerikanische Internetkonzern Google forciert seine Anstrengungen im Handygeschäft und macht dabei eine unerwartete strategische Kehrtwende: Google beschränkt sich nicht mehr auf seine Handy-Software Android, sondern will amerikanischen Medienberichten zufolge schon vom kommenden Jahr an auch ein eigenes Mobiltelefon verkaufen. Google würde damit erstmals auch zu einem Hardwareanbieter. Das Google-Gerät soll ein Multimediahandy oder ein sogenanntes Smartphone sein. Mit dem Handy dürfte Google vor allem das erfolgreiche iPhone von Apple ins Visier nehmen.

Das Google-Gerät soll den Berichten zufolge den Namen „Nexus One“ haben und verfügt ebenso wie das iPhone über einen berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen). Hergestellt wird es nicht von Google selbst, sondern vom taiwanesischen Unternehmen HTC. Google selbst gab kaum Details zu seinen Plänen preis. In einem Eintrag auf dem Unternehmensblog sprach Google nur davon, ein „mobiles Labor“ eingerichtet zu haben, das die Hardware eines Partners mit Android-Software kombiniert und das von Mitarbeitern auf der ganzen Welt getestet werde.

Google will das Handy selbst auf einer Internetseite verkaufen

Google will mit seinem Handy offenbar vom traditionellen Vermarktungsweg über Mobilfunkbetreiber wie AT&T oder Verizon Wireless abweichen: Berichten zufolge will Google das Handy selbst auf einer Internetseite verkaufen. Den zugehörigen Mobilfunkvertrag müssten die Käufer des Handys selbst separat abschließen. Das wirft vor allem die Frage auf, zu welchem Preis Google das Handy verkaufen kann. Üblicherweise werden Mobiltelefone in Amerika wie auch in Deutschland von den Netzbetreibern subventioniert. Dieses Modell kommt zum Beispiel auch beim iPhone zum Einsatz. Das Gerät wird vom Partner AT&T zunächst mit Verlust verkauft, der dann aber mit dem Abschließen eines Vertrags mit dem Kunden wieder ausgeglichen wird.

Mit dem Einstieg in das Gerätegeschäft läuft Google Gefahr, seine bisherigen Partner sowohl unter den Handyherstellern als auch unter den Netzbetreibern zu verärgern. Bisher konzentrierte sich die Strategie von Google darauf, das Betriebssystem Android zu etablieren und auf möglichst vielen Handys unterzubringen. Das erste Android-Handy kam erst vor etwas mehr als einem Jahr auf dem Markt. Es kam ebenfalls von HTC und wurde von T-Mobile vertrieben, der amerikanischen Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom.

Rund zehn Handys auf Basis von Android eingeführt oder angekündigt worden

In den vergangenen Monaten hat Google sein Netz an Partnern erheblich ausgeweitet. Mittlerweile sind rund zehn Handys auf Basis von Android eingeführt oder angekündigt worden. Besonders positive Resonanz bekam das im Oktober vorgestellte Handy „Droid“, das vom amerikanischen Unternehmen Motorola hergestellt wird. Bei der Präsentation dieses Handys sorgte Google mit seiner Ankündigung für Aufsehen, dass Android künftig einen integrierten Navigationsdienst haben wird. Das gilt als ernsthafte Bedrohung für spezialisierte Anbieter von Navigationsgeräten wie Tomtom oder Garmin. Im November unterstrich Google seine Ambitionen im Handygeschäft auch mit einer Übernahme: Google will die amerikanische Gesellschaft Admob, die auf die Plazierung von Anzeigen auf Mobiltelefonen spezialisiert ist, für 750 Millionen Dollar übernehmen.

Mit seinem Vorstoß im Handygeschäft bringt Google seine Rivalität mit Apple auf eine neue Stufe. Google und Apple galten lange Zeit als Verbündete in der Technologiebranche. Google dringt aber immer mehr in Bereiche vor, in denen auch Apple aktiv ist. So hat Google ein eigenes Internetzugangsprogramm mit dem Namen Chrome und will im nächsten Jahr ein Computerbetriebssystem folgen lassen, das Chrome OS heißen soll. Google-Vorstandsvorsitzender Eric Schmidt hat im Sommer als Konsequenz aus den zunehmenden Überschneidungen seinen Sitz im Verwaltungsrat von Apple niedergelegt.

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