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Neue Regeln Ebay gängelt seine Nutzer

06.02.2010 ·  Das Auktionshaus Ebay hat wieder einmal seine Regeln geändert. Die neueste Aktion: Kleinverkäufer und neue Anbieter müssen jetzt das hauseigenen Bezahlsystem Paypal nutzen. Das soll angeblich das Bezahlen sicherer machen.

Von Nadine Oberhuber
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Das Auktionshaus Ebay hat wieder einmal seine Regeln geändert. Die neueste Aktion: Kleinverkäufer und neue Anbieter müssen jetzt das hauseigenen Bezahlsystem Paypal nutzen. Das soll das Bezahlen sicherer machen, in erster Linie werden Aktionen dadurch aber teurer, und zwar für alle Privatleute, die ab und zu mal ein paar Dachbodenfunde oder Haushaltsaltlasten versteigern wollen.

Für wen gilt die neue Regel?

Für die Käufer bleibt alles beim Alten, denn die Paypal-Pflicht gilt nur für die Verkäufer. Und auch nur für die Gelegenheitsanbieter, also nicht für professionelle Händler. Jeder, der auf der Auktionsplattform als neuer Verkäufer auftritt oder bisher weniger als 50 Bewertungen von anderen Nutzern bekommen hat, muss künftig das Bezahlen über Paypal anbieten. Es ist dann zwar nicht die einzige Möglichkeit, mit der die Käufer die Kaufsumme transferieren können, aber es muss immer eine davon sein. Auch das Zahlen per Überweisung, per Nachnahme oder per Rechnung ist aber möglich, wenn der Käufer es denn anbietet.

Wozu soll das gut sein?

Das Auktionsplattform selber sagt, es wolle das Bezahlen sicherer machen. Denn Paypal fungiert wie ein Zwischenhändler: Der Käufer überweist den Kaufpreis an Paypal. Das Bezahlsystem meldet es dem Verkäufer, der schickt daraufhin die Ware an den Kunden ab. Sobald der die Ware erhalten hat, wird das Geld an den Verkäufer ausgezahlt. Das klingt gut, das Problem ist nur:

Erstens kostet der Paypal-Dienst den Verkäufer Geld, knapp zwei Euro pro 100 Euro Umsatz, zusätzlich zu den sonstigen Ebay-Gebühren. Bei Zahlungen quer durch Europa ist es etwa das Doppelte.

Deshalb werfen Kritiker – zweitens - der Plattform Ebay Geldschneiderei vor. Denn mit der neuen Regelung nutzt Ebay seine marktbeherrschende Stellung aus. An der Online-Auktionsplattform kommt hierzulande kaum einer vorbei – und wenn Ebay nun zwingend vorschreibt, dass die Tochterfirma Papypal zu nutzen ist, drückt es damit auch Paypal auf dem Markt durch.

Drittens klingt die Idee mit dem Zwischenhändler zwar gut, aber sie funktioniert längst nicht so reibungslos wie gedacht. Über verspätete Zahlungseingänge oder fehlende Lieferungen klagen viele Auktionsteilnehmer. In solchen Fällen verspricht der Bezahldienst Paypal zwar, Ersatz für bezahlte aber nie angekommene Ware zu leisten, aber bei der kulanten Abwicklung solcher Fälle hapert es, sagen etliche Nutzer.

Was also tun?

Wer besonders ausgefallene Dinge loswerden möchte oder ältere Gegenstände verkaufen will, kommt oft nicht um Ebay herum. Es gibt allerdings auch andere Second-Hand-Marktplätze im Internet, auf denen Käufer sogar zum Teil kostenlos ihre Sachen versteigern können (wie Hood, Ricardo oder Azubo). Aber sie sind oft weniger gut besucht, das heißt auch, dass nicht so viele Kunden auf ein Produkt buhlen und die Preise weniger in die Höhe treiben wie bei Ebay. Oder sie sind (wie Amazon) eher auf neuere Produkte ausgelegt und eher im Technikbereich oder bei neuere Büchern gut bestückt.

Wer schon viele Auktionen auf Ebay hinter sich hat und dementsprechende Bewertungen, für den entfällt ja der Paypal-Zwang ohnehin. Eine andere Klausel, die Ebay erst im Herbst für Verkäufer eingeführt hatte, hat das Auktionshaus immerhin jetzt wieder kassiert: Für Artikel mit Minipriesen hatte Ebay den Händlern den kostenlosen Versand vorschreiben wollen. Die liefen im Internet dagegen Sturm. Wer versteigert künftig schon noch Gegenstände, wenn er Gefahr läuft, dabei draufzuzahlen, weil er nur einen Euro dafür bekommt, aber sie für vier Euro verschickt? Diese Regel gilt ab dem morgigen Monatg nicht mehr.

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Jahrgang 1973, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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