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Netzknoten DE-CIX Schaltstelle des Internet

Das Internet als Gesamtverbund besteht aus mehreren tausend Netzwerken in aller Welt. Die tauschen ihre Daten über Internetknoten aus. Einer davon liegt in Frankfurt.

© dpa In aller Welt gibt es ungefähr 350 Netzknoten

Das Internet als Gesamtverbund besteht aus mehreren tausend Netzwerken in aller Welt. Die tauschen ihre Daten über Internetknoten aus, wie man nun angesichts der Spähaktionen des amerikanischen Geheimdienstes NSA weiß. So können zum Beispiel Kunden einer Kabelgesellschaft auf Websites zugreifen, die auf einem Server liegen, der von einer Telefongesellschaft betrieben wird. Auch der länderübergreifende Datenaustausch läuft über diese Netzknoten. In aller Welt gibt es ungefähr 350 Netzknoten, davon fast 200 in Europa und knapp 100 in den Vereinigten Staaten und Kanada. In der Sprache der Techniker werden sie mit IXP abgekürzt. Das steht für „Internet Exchange Point“. An solch einem Internetaustauschpunkt sind mehrere Netzdienstleister zusammengeschlossen, die über die hier betriebenen Knotenrechner Daten zwischen ihren Netzen austauschen.

Dabei gilt die Absprache, dass jeder an einem solchen Knotenpunkt unentgeltlich Daten in die Netze der anderen senden darf. Nur in einzelnen Fällen ist bei extremen Differenzen zwischen der in ein Teilnetz übermittelten Datenmenge und aus diesem Netz in die anderen Netze fließenden Daten ein finanzieller Ausgleich vereinbart. Diese Internetknoten werden gern als die Nervenknoten des Netzes bezeichnet. Bei Ausfällen von Servern oder Leitungen in einem solchen Knoten sind unter Umständen Anwender in der ganzen Welt betroffen.

Kleinere Störungen haben größere Auswirkungen

So stand in nicht wenigen deutschen Unternehmen im Jahr 2011 die Arbeit in den Buchhaltungsabteilungen still, weil der Internetknoten in Alexandria vom damaligen ägyptischen Präsidenten Mubarak abgeschaltet worden war. Über diesen Netzknoten läuft ein großer Teil des Datenverkehrs nach Indien, wo viele Dienstleister die Buchhaltung für deutsche Unternehmen erledigen. Je nach Größe des Netzknotens und dem damit verbundenen Datendurchsatz haben auch schon kleinere Störungen größere Auswirkungen in fast allen Ländern dieser Welt. Von einer - in technischer Hinsicht - im Grunde recht harmlosen und auch nur kurzzeitig auftretenden Störung eines Switch genannten Vermittlungsrechners am Frankfurter Internetknoten im August 2012 waren zum Beispiel sowohl die Börsenhändler an der New York Stock Exchange als auch die Wertpapierhändler an der Börse in Tokio betroffen.

Für die Techniker des DE-CIX genannten Internetknotens, der sich auf vier Standorte mit 14 Rechenzentren im Stadtgebiet von Frankfurt am Main verteilt, beginnt eine schweißtreibende Arbeit unter Hochdruck, wenn ein Gerätefehler oder gar eine Leitungsstörung von den Überwachungsprogrammen gemeldet wird. Denn bei einem durchschnittlichen Datendurchsatz von 1,2 Billionen Bit in der Sekunde haben schon Störungen, die nur wenige Minuten dauern, erhebliche Konsequenzen. Immerhin entsprechen 1,2 Billionen Bit, auch Terabit genannt, dem durchschnittlichen Datenvolumen einer typischen PC-Festplatte.

Ein Betriebsüberwachungssystem im Einsatz

Datenverluste haben die Verantwortlichen des DE-CIX zum Glück nur selten zu beklagen. Das liegt zum einen an der dezentralen Struktur des Netzknotens, dessen Server und Vermittlungsrechner auf Rechenzentren an der Hanauer Landstraße, der Gutleutstraße sowie an der Weismüllerstraße und der Kleyerstraße verteilt sind. Außerdem ist am DE-CIX ein Betriebsüberwachungssystem im Einsatz, das einen großen Teil der sich anbahnenden Störungen so rechtzeitig erkennt, dass Geräte ausgetauscht werden können, bevor sie kaputtgehen, und Datenleitungen „umgeroutet“ werden, bevor es auf einzelnen Leitungssegmenten zu Fehlern kommt.

An den Start gegangen ist der Frankfurter Internetknoten im Jahr 1995 als Projekt dreier Internetdienstleister. Mittlerweile sind knapp 500 Serviceprovider und Netzorganisationen aus mehr als 50 Ländern an den Frankfurter Knoten angebunden. Der gesamte Knoten mit allen Vermittlungsrechnern und Servern in allen Frankfurter Rechenzentren ist auf einen Datendurchsatz von sieben Terabit je Sekunde ausgelegt. Der bisher höchste gemessene Datendurchsatz ist im Januar 2013 mit 2,4 Terabit in der Sekunde erreicht worden. Da ist also durchaus noch Luft.

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Dennoch bauen die DE-CIX-Verantwortlichen die Netzknoten-Infrastruktur zurzeit weiter aus, weil sie für die kommenden Jahre einen exponentiellen Anstieg der zu verarbeitenden Datenmengen erwarten. Am 1. September dieses Jahres sollen neue Hochgeschwindigkeitsanschlüsse in Betrieb genommen werden. Mit diesen Ports steigen dann sowohl der Datendurchsatz je Sekunde am gesamten Knoten als auch die Transportgeschwindigkeit an den einzelnen Knoten-Rechenzentren.

Der Frankfurter Internetknoten wird von der DE-CIX Management GmbH mit Sitz in Köln geführt. Die Betriebs-GmbH für den Knoten ist aus dem Eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft ausgegründet worden. Für die enge Anbindung an den Eco-Verband dürfte allerdings der Umstand sorgen, dass DE-CIX-GmbH-Geschäftsführer Harald Summa auch die Geschäfte des Verbands der deutschen Internetwirtschaft führt.

Quelle: F.A.Z.

 
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