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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Unterwegs verbunden Was bringt den Tablet-PC überall ins Netz?

 ·  Ohne Internetverbindung ist alles nichts: iPad & Co. wollen unterwegs ins Netz. Die Wege dahin sind verschlungen. Wir schlagen einen Pfad durch das Dickicht der Tarife und Möglichkeiten.

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© Getty Images Wo muss ich hin, wo ist das Netz? Orientierungsversuche mit dem Tablet-PC

Wie kommt man unterwegs ins Netz? Wer sich in der Weihnachtszeit mit der Kaufentscheidung für einen Tablet-PC umgetrieben hat oder gar mit einem solchen Flachrechner beschenkt wurde, steht nun gleich wieder vor der Qual der Wahl: Das iPad oder der Androide wollen ins Internet: Mails checken und die Welt retten, etwa bei Facebook und Twitter. Hier beginnt nun eine Odyssee der Technik und Tarife. Wurde beim Kauf eines iPad, eines Samsung Galaxy oder eines Nexus 7 von Google die etwas teurere Variante mit Mobilfunkeinheit gewählt, ist die Frage nach dem passenden Mobilfunktarif aufgeworfen.

Aber allein mit W-Lan ausgerüstete Tablet-PCs lassen sich unterwegs ebenfalls ans Netz anbinden. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, ein vorhandenes Mobilfunknetz des Smartphone mit zu nutzen, das Stichwort lautet „Tethering“ oder „mobiler Hotspot“. Wer ein smartes Phone einsetzt, hat in der Regel ohnehin ein gewisses Datenvolumen zu seinem Mobilfunkvertrag hinzugebucht. Das lässt sich bei aktuellen Geräten der Gattung iPhone, Android oder Windows Phone bequem mit anderen W-Lan-Partnern teilen, die Menüs lauten Tethering, mobiler Hotspot oder Internetfreigabe. Die Mobilfunkabteilung stellt den Kontakt zum WWW her, und das Wireless-Lan-Modul reicht die Daten weiter an externe Geräte.

Zwangsbremse mit tröpfelnden Bytes

Man gibt einen Namen für den Smartphone-Hotspot und ein W-Lan-Kennwort vor. Anschließend lasse man das iPad oder den Androiden nach W-Lan-Netzen in der Umgebung suchen und buche sich wie in einen herkömmlichen Router ein. Die Technik ist ausgereift und funktioniert prima. Auf zwei Nachteile sei indes hingewiesen: Erstens achte man auf sein Datenvolumen. Wer andere Partner ins Netz bringt, wird gegebenenfalls früher durch die Datendrosselung der Netzbetreiber ausgebremst. 500 Megabyte im Monat mögen für das Smartphone allein ausreichend sein. Ist das Volumen ob der zusätzlichen Gäste erreicht, startet die Zwangsbremse mit tröpfelnden Bytes - bis zum Monatsende. Ferner sei darauf hingewiesen, dass der Hotspot-Betrieb den Akku des Smartphone stark belastet. Länger als vier bis fünf Stunden hält keins im Gastgeber-Modus durch.

Eine ähnlich lange Betriebszeit bieten mobile Hotspots als eigenständige Gerätegattung. Sie belasten also den Smartphone-Akku nicht. Die auch „MiFi“ genannten Router mit Sim-Karte gibt es zu Preisen von unter 100 Euro, und sie haben meist eine Firewall und etliche Router-Extras. Es lassen sich mehrere W-Lan-Geräte anschließen, und die Verschlüsselung schützt vor ungebetenen Surf-Gästen. Die Mini-Router werden einmalig am PC im Betrieb genommen, anschließend arbeiten sie unabhängig vom Rechner. Am weitesten verbreitet sind die Huawei-MiFis. Ein interessanter Exot für Weltreisende ist der „Goodspeed“ von Uros (www.uros.com), der gleich zehn Steckplätze für Sim-Karten verschiedener Länder bietet, auf dass man stets den günstigsten Tarif findet.

Und das ist gleich die nächste Hürde, auch für jene, die nur im eigenen Land ihren Tablet-PC verwenden möchten: Wie findet man den passenden Datentarif für iPad & Co.? Diese Frage beschäftigt natürlich auch die stolzen Neubesitzer eines Geräts mit eingebauter Mobilfunkeinheit. Vier Parameter sollte man im Blick behalten: Netzqualität, Preis, Datenvolumen und das Kleingedruckte. Erst mit ordentlichem Datentempo macht die Sache richtig Spaß, und damit sind Geschwindigkeiten jenseits von 3 MBit/s gemeint. Mehr Tempo nimmt man gern, der neue LTE-Standard verspricht bis zu 100 MBit/s, die allerdings nur punktuell in wenigen Großstädten zu erreichen sind.

O2 und E-Plus schneiden schlechter ab

LTE ist schön, wenn man es hat, aber derzeit in Deutschland noch keine Pflicht für den Tablet-PC. In den Ballungsräumen kann man in den mit HSDPA aufgerüsteten Netzen von Telekom und Vodafone auf Geschwindigkeiten von 10 bis 20 MBit/s kommen, die für den Tablet-Einsatz allemal ausreichen. Telekom und Vodafone sind die Platzhirsche, wenn es um guten Netzausbau und hohes Tempo geht. O2 und E-Plus schneiden in Tests und Messfahrten grundsätzlich schlechter ab, und die Differenz ist spürbar. Wer viel in ländlichen Regionen unterwegs ist, sollte übrigens eher die Telekom als Vodafone wählen, denn sie bietet den besseren Edge-Ausbau. Edge kommt zum Einsatz, wenn UMTS nicht zur Verfügung steht.

Für die Wahl des maßgeschneiderten Tarifs ist ferner eine grobe Einschätzung des monatlich anfallenden Datenvolumens unabdingbar. Ist man nur sporadisch via Mobilfunk online, mag ein kleines Monatskontingent von 100 bis 500 Megabyte ausreichend sein. Alle Betriebssysteme haben einen Verbrauchszähler. Auch wenn die Angaben schon wegen der unterschiedlichen Abrechnungstakte der Mobilfunker nicht ganz exakt sind, liefern sie einen ersten Anhaltspunkt zur Tarifauswahl. Für den Gelegenheitssurfer kann ferner eine Tagesnutzungspauschale (“Tagesflat“) ideal sein. Sie gilt in der Regel für 24 Stunden, fast immer mit Volumenbeschränkung. Die Telekom beispielsweise verlangt für „Xtra web ’n’ walk Day Flat“ fünf Euro am Tag, das Abrechnungsintervall endet um Mitternacht, und das Datenvolumen wird von einem Gigabyte an gedrosselt.

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Eine Übersicht mit öffentlichen W-Lan-Hotspots © TuM Eine Übersicht mit öffentlichen W-Lan-Hotspots

Bei anderen Tagesflat-Tarifen sollte man genauer hinsehen. Was etwa die Telekom-Tochtergesellschaft Congstar als „Surf Tagesflat“ für scheinbar günstige 99 Cent anbietet, entpuppt sich nach Lektüre der Fußnote 66 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen als Mogelpackung: Man kann zwar in einem Monat eine Tagesflat nach der anderen buchen, darf aber im gesamten Abrechnungszeitraum nur insgesamt 200 Megabyte bis zur Drosselung verbrauchen. Eine „richtige“ Tagesflat ohne diese Einschränkung kostet dann im Tarif „Prepaid Internet Tagesflat“ 2,50 Euro am Kalendertag mit einer Volumengrenze von 500 Megabyte. Aber dieser Tarif ist nicht in Verbindung mit einer Nano-Sim erhältlich, die man wiederum fürs iPad 4 oder iPad Mini benötigt.

Sparen durch öffentliche W-Lan-Hotspots

Der Blick ins Kleingedruckte ist auch bei Laufzeitverträgen sinnvoll. Für 10 Euro im Monat bekommt man attraktive Tarife mit einem Tempo von bis zu 7,2 MBit/s und einem Datenvolumen von einem Gigabyte. Das hört sich zunächst gut an. Allerdings handelt es sich um kleine Anbieter, die als Wiederverkäufer der Netzbetreiber auftreten. Auch hier sind die AGB nicht ohne Fallstricke. Das vernünftigste Paket eines namhaften Anbieters scheint uns die „Tablet Flat“ von 1 & 1 zu sein, die ohne Vertragslaufzeit 10 Euro im Monat kostet, ein Gigabyte Datenvolumen und ein Tempo von bis zu 7,2 MBit/s im Vodafone-Netz enthält.

Zum Vergleich: Bei Vodafone kostet die „Mobile Internet Flat 3,6 Light“ schon 15 Euro im Monat, obwohl sie nur ein Datentempo von bis zu 3,2 MBit/s erlaubt. Bei der Telekom fallen bei gleichem Tempo und Volumen 18 Euro im Tarif „Mobile Data S Eco“ an. Die LTE-Tarife von Telekom und Vodafone beginnen bei 40 Euro pro Monat, schnell landet man bei 80 Euro und mehr. Um doch noch ein ganz besonders günstiges und empfehlenswertes Angebot jenseits von Telekom und Vodafone zu nennen: Aldi-Talk im E-Plus-Netz bietet mobiles Internet zu Monatspreisen von vier Euro (bis 150 Megabyte) und sieben Euro (für 500 Megabyte) an.

Jenseits der Grenze können pfiffige Zeitgenossen im Ausland durch die Nutzung öffentlicher W-Lan-Hotspots viel sparen. Die Großstädte in aller Welt sind mit solchen Angeboten nahezu flächendeckend versorgt. Was in Deutschland wegen der „Störerhaftung“ nicht funktioniert, ist von San Francisco bis Seoul ein Teil der Grundversorgung, vergleichbar dem öffentlichen Nahverkehr. Nur sollte man wissen, dass diese meist gratis bereitgestellten und von jedermann ohne Anmeldung verwendbaren Netze alles andere als sicher sind. Im Internet zu surfen, das mag noch angehen. Aber schon den Zugriff auf das E-Mail-Konto oder Facebook sollte man vermeiden. Vom Online-Banking gar nicht zu reden.

Ein Notnagel - doch einfach in der Handhabung

Zuverlässigen Schutz bietet ein VPN, die Abkürzung steht für Virtual Private Network. Geschäftsreisende kennen das VPN vom Notebook-Einsatz, es stellt einen sicheren Datentunnel in die heimische Firmenzentrale her. Ein VPN lässt sich auch am Tablet-PC in wenigen Minuten einrichten. Es gelten die gleichen Parameter wie unter Windows oder am Mac. Wer von seinem Arbeitgeber die Zugangsdaten für das Notebook erhalten hat, kann also kostenfrei auch den Tablet und das Smartphone absichern. Einen Nachteil haben die VPN indes: Lange Wege, etwa von Südkorea in die Frankfurter Unternehmenszentrale, bremsen selbst eine noch so schnelle Internetverbindung aus. Ein VPN-Dienstleister mit Servern rund um den Globus ist also angesagt. Der Marktführer, er hat einen etwas unanständigen Namen, listet auf seiner Seite www.hidemyass.com derzeit mehr als 300 Server in mehr als 50 Ländern der Welt. Das günstigste Angebot ist bereits für 5 Euro im Monat zu haben.

Ein zweiter Dienst, den wir ebenfalls empfehlen können, erweitert die Nutzungsmöglichkeiten von Hotspots in aller Welt noch einmal deutlich, indem er die kostenpflichtigen Angebote von Hotels, Restaurants, Flughäfen und Stadtnetzen einbezieht. Statt an jedem einzelnen Ort ein Surfticket zu erwerben und sich mit stets neuem Nutzernamen und Kennwort einzubuchen, erwirbt man pauschal ein Ticket für Hunderttausende von Hotspots, jedes W-Lan-Gerät ist verwendbar, und man spart sich die Akrobatik unterschiedlichster Nutzernamen. Empfehlenswert ist Boingo Wireless. Das Unternehmen besteht seit mehr als zehn Jahren und unterstützt derzeit 600.000 Basisstationen, die sich zudem im Netz schon vor Reiseantritt lokalisieren lassen (www.boingo.com).

Eine Gratis-App für iOS und Android findet den nächsten Hotspot in der Umgebung, und eine VPN-Verbindung gehört ebenfalls zu diesem Angebot, das für Regionen wie Nord- und Südamerika oder Asien weniger als 10 Euro im Monat kostet. Europa ist teuer, hier werden fast 30 Euro je Monat fällig.

Ein Notnagel, jedoch einfach in der Handhabung, ist die iOS-App „Boingo WiFi Credits“, die stundenweise den Netzzugang an allen 600 000 Hotspots erlaubt. Man muss keine Kreditkarteninformationen hinterlegen, sondern bezahlt über Apples iTunes, das ist der Clou. In den Vereinigten Staaten kommt man für moderate 2 Dollar ins Netz, in Deutschland verlangt Boingo derzeit vergleichsweise happige 4,50 Euro. Aber das ist immer noch deutlich günstiger als der Basispreis vieler Hotels, und die Handhabung ist unschlagbar einfach.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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