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Mobilfunkstandard LTE Für Schnellersurfer

Was bringt der neue Mobilfunkstandard LTE in der Praxis? Zu Hause als DSL-Ersatz gibt es Tücken. Aber mit den smarten Kleingeräten macht LTE viel Spaß.

© Fritz Jörn Vergrößern Surfstick XXL: Der Speedstick E 398 von Huwai für LTE

Mobilfunk mit allerhöchsten Datenübertragungsraten, das ist LTE, das Kürzel steht für „Long Term Evolution“. Über den Nachfolger von UMTS haben wir hier schon oft berichtet. In Deutschland wurden die Lizenzen im Mai 2010 versteigert, eine Bedingung für den Start war: Erst auf dem Land ausbauen, wo der Bedarf an Netz am größten ist. Dafür wurden die alten analogen UHF-Fernsehkanäle 61 bis 69 freigegeben, die „Digitale Dividende“ auf 790 bis 862 Megahertz.

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Dieses 800-Megahertz-LTE reicht bei guter Topologie etwa zehn Kilometer weit. In der Stadt, wo die Trägerwellen nicht so weit funken müssen, setzt man höhere Frequenzen ein: von 1710 bis 1875 Megahertz (bei der Telekom) und von 2500 bis 2690 Megahertz. Hohe Frequenzen sind potenter für die Übertragung. LTE wird je nach Anbieter mit Downloadgeschwindigkeiten „von bis zu“ 100 Megabit in der Sekunde (MBit/s) angeboten.

Schneller als Draht- oder Kabel-Internet

Dabei freut sich, wer auf dem Land lebt, schon riesig über mehr als zwei MBit/s, von diesem Tempo an kann man dann sogar ein Video gucken. Auf 800 Megahertz seien mit den verfügbaren Kapazitäten rund 50 MBit/s realisierbar, meinen Experten. Altbewährte DSL-Anschlüsse der Städter mit 6 oder 16 MBit/s können ob des LTE-Tempos ebenfalls ins Staunen geraten. LTE kann schneller sein als Draht- oder Kabel-Internet, auch dank der kurzen „Ping“- oder Antwortzeiten. Telefonieren über LTE funktioniert noch nicht, ein entsprechendes Sprachprotokoll fehlt.

Wir waren bei der ersten LTE-Begegnung in der Bonner Innenstadt dennoch erfreut: Den LTE-Stick in das Notebook stecken, und nach ein wenig Software-Fummelei standen gleich auf Anhieb mehr als 60 MBit/s zur Verfügung. Selbst die sonst müden Uploads rannten ruck, zuck, fast 16 MBit/s. Und das alles bei sehr guten Ping-Zeiten von 40 Millisekunden: So schnell antwortete das Netz, was dem einfachen und robusten LTE-Verfahren zu danken ist und Webseitenaufbau enorm beschleunigt.

22996071 LTE für zu Hause: Dabei hilft eine Fritzbox von AVM © Hersteller Bilderstrecke 

„Gestreamte“ Videos starten schneller - wenn die Gegenseite hinreichend flott liefern kann. Noch hat LTE stets große Reserven, noch bekommt jeder genügend Bandbreite - weil die Zahl der LTE-Teilnehmer in den Netzen klein ist. Wie bei UMTS gilt: Alle Nutzer einer Mobilfunkzelle müssen sich deren Bandbreite teilen. In einem Dorf zwischen Rhein und A3 ging es ebenfalls schnell. In Regensburg dagegen hatten wir Pech und kamen „nur“ auf rund 37 MBit/s. Weil der Stick außer LTE (“4G“) auch UMTS (“3G“) und Älteres beherrscht, waren wir nicht immer sicher, überhaupt LTE genutzt zu haben.

Die Praxis: In Notebooks eingebaute LTE-Sendeempfänger sind noch rar. So kostet das Sony S13A happige 2600 Euro. Das braucht’s auch nicht. Man nehme den LTE-Stick für den USB-Anschluss. Wir haben den „Speedstick E 398“ von Huawei ausprobiert. Er ist rund doppelt so groß wie ein herkömmlicher Mobilfunkaufstecker, für noch besseren Empfang kippbar (senkrecht geht’s am besten) und sieht aus, wie sich wohl ein Chinese ein Spielzeugrennboot vorstellt, Gewicht 37 Gramm.

Keine empfehlenswerte Lösung

Wie üblich in der Technik: Es gibt nichts geschenkt. Die Übertragung kostet ordentlich Strom, der Stick wird zum heißen Handwärmer. Und Geld fließt freilich auch, mehr als 50 Euro im Monat muss man bei der Telekom und Vodafone in den entsprechenden Mobilfunktarifen rechnen. Dazu kommt die Volumenbegrenzung, man achte sehr genau aufs Kleingedruckte.

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