Home
http://www.faz.net/-gyc-769xl
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Lenovo Thinkpad Tablet 2 Tablet-PC oder modulares Notebook mit Windows 8?

Microsoft Surface liegt wie Blei in den Regalen. Jetzt kommt eine Alternative. Mit „richtigem“ Windows 8 und Stiftbedienung. Aber nicht von Microsoft.

© Wille Vergrößern Was man kritzelt, wird sehr ordentlich umgesetzt

Alles kam anders. In den Wochen vor Weihnachten brachte Microsoft sein erstes Surface-Tablet auf den Markt. Damit wollte man Apple, Google und Samsung Paroli bieten. Das Gerät ist jedoch ein Flop. Es ist zu groß, es ist zu schwer. Es bietet kaum Sofa-Surf-Spaß, und im geschäftlichen Einsatz scheitert es an fehlender Software. Denn die Maschine läuft mit Windows RT für ARM-Prozessoren. Dieses Betriebssystem scheint zwar Windows 8 wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein. Aber es ist nicht kompatibel. Nun startet Microsoft den nächsten Anlauf: Surface Pro kommt mit einem vollwertigen Windows 8 - inklusive Stiftbedienung, Core-i5-Prozessor und 4 Gigabyte Arbeitsspeicher. Allerdings wiegt der Bolide dann 900 Gramm und kostet in Amerika 900 Dollar. Am 9. Februar ist es so weit. Jedoch wird das Surface Pro vorerst auf dem deutschen Markt nicht verfügbar sein.

Michael Spehr Folgen:        

Nun kommt alles anders: Lenovo ist schon da. Der Kandidat heißt Thinkpad Tablet 2 und ist in Europa lieferbar. Zugegeben: Hinsichtlich Prozessorleistung und Bildschirmauflösung kann der Rivale aus China nicht mit dem jüngsten amerikanischen Tablet mithalten. Statt in HD-Auflösung mit 1920 × 1080 Pixel aufzutrumpfen, orientiert sich das Thinkpad am ersten Surface und bleibt bei 1366 × 768 Pixel. Aber für das Lenovo mit einer 64-Gigabyte-Festplatte werden weniger als 700 Euro aufgerufen, es wiegt nur 555 Gramm und bietet mit Windows 8 Pro ebenfalls vollen Zugriff auf die Microsoft-Welt. Also eine ideale Maschine, um das junge Windows auf einem Tablet auszuprobieren.

23092131 © Hersteller Vergrößern Das Tablet mit einer 64-Gigabyte-Festplatte kostet weniger als 700 Euro

Das Thinkpad ist mit Maßen von 26 × 16 × 1 Zentimeter einige Millimeter kleiner als das Microsoft Surface und 125 Gramm leichter. Es ist zudem an allen vier Seiten reichlich mit Schnittstellen ausgerüstet: USB (leider nur 2.0), Mini-HDMI zur Bildausgabe, ferner ein Micro-SD-Kartenslot, und unser Gerät hatte sogar einen Sim-Kartenschacht für die Mobilfunkanbindung. An der Unterseite befindet sich der Anschluss für eine Dockingstation, die nicht nur zum Halten und Laden des Apparates dient, sondern drei weitere USB-2.0-Ports bereitstellt. Eine Bluetooth-Tastatur mit mechanischer Haltevorrichtung gehört ebenso wie ein VGA-Adapter (für den Beamer) zur aufpreispflichtigen Sonderausstattung. Oben links findet der Stift bei Nichtgebrauch sein Zuhause. Zwei Kameras sind eingebaut: 8 Megapixel bietet die rückseitige, und die über dem Display liegende vorn hat 2 Megapixel. Das Gehäuse ist gut verarbeitet und wirkt sehr verwindungssteif, die Anzeige spiegelt. Die Akkulaufzeit gibt Lenovo mit zehn Stunden an, ein durchaus realistischer Wert, und wie bei einem Smartphone werden E-Mails und andere Daten auch im Schlummermodus aktualisiert.

Das Einrichten des Geräts wirft keine Fragen auf, wenn man bereits erste Erfahrungen mit Windows 8 gesammelt hat. Man benötigt ein Microsoft-Konto, das quasi als Schaltzentrale für E-Mail, Kontakte, Kalender, Facebook und Twitter dient sowie den Zugang zum Windows-8-App-Store herstellt. Wie bei Windows 8 auf dem Notebook oder Desktop-Rechner gibt es einerseits den gewohnten Desktop mit seinen überlappenden Fenstern (aber ohne Startmenü), andererseits die großen Kacheln als zweite Bedienebene, deren Kontextmenüs sich rechts und unten auf dem Monitor befinden. Dieses Janusgesicht wird häufig kritisiert. Was unter Windows 8 läuft, lässt sich auch auf dem Thinkpad installieren, sei es über den App-Store, aus dem Internet, über ein USB-Gerät oder die Freigabe eines CD-Laufwerks anderer PCs. Von den 64 Gigabyte der Festplatte stehen noch rund 33 Gigabyte für eigene Daten und Dateien zur Verfügung.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Apple iPad Air 2 und Mini 3 im Test Viel Tempo und vorsichtiger Fortschritt

Vergangene Woche wurden das iPad Air 2 und Mini 3 vorgestellt. Wir haben Apples neue Tablets bereits ausprobiert. Der Kauf lohnt sich nicht für jeden. Mehr Von Michael Spehr

22.10.2014, 05:59 Uhr | Technik-Motor
Es bleibt gut und teuer

Das Surface-Tablet – oder Notebook? – von Microsoft kommt in der dritten Version. Wieder hat das Unternehmen sinnvoll verbessert: 12-Zoll-Display, Intel-Prozessoren und stufenloser Klappständer. Doch der Preis ist immer noch zu hoch. Mehr

19.08.2014, 16:23 Uhr | Technik-Motor
Robustes Smartphone TC 55 Android auf die harte Tour

Nichts für Spielkinder: Das Smartphone TC 55 von Motorola ist geeignet für den Einsatz in widriger Umgebung. In unserem Härtetest stieß das Gerät an seine Grenzen. Mehr Von Michael Spehr

23.10.2014, 10:22 Uhr | Technik-Motor
Microsoft überspringt eine Ziffer

Mit Windows 10 sollen herkömmliche Computer und mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets verbunden werden. In einem Demonstrationsvideo feierte beispielsweise der Start-Button seine Rückkehr auf den Desktop. Auch App-Fenster sollen angepasst werden können. Mehr

01.10.2014, 11:40 Uhr | Technik-Motor
Apples neue iPads Wer braucht noch schneller und dünner?

Apple will noch mehr iPads verkaufen. Also lockt man die Kunden mit noch dünneren und schnelleren Tablets. Doch dieses Feintuning ist ausgereizt. Die Gerätegattung hat ihre Grenze längst erreicht. Mehr Von Marco Dettweiler

17.10.2014, 08:27 Uhr | Technik-Motor
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 06.02.2013, 15:57 Uhr

Sorge um Sicherheit

Von Michael Spehr

Man soll im Hotel der Zukunft sogar mit seinem Smartphone die Zimmertür öffnen. Da ist die Rede von mehr Sicherheit mit Verschlüsselung und digital signierten Zertifikaten. Mehr 3