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Lenovo Ideapad U300 S Die neue Leichtigkeit für Windows

 ·  Ultrabooks wie der Lenovo Ideapad U300 S sollen neuen Schwung in den Markt für Notebooks bringen. Das könnte gelingen.

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© Hersteller Robust, leicht, schick: Der erste Ultrabook von Lenovo, der Ideapad U300 S

Die nächste spannende Notebook-Generation sind die Ultrabooks. Den Namen und das Projekt hat Intel im Frühjahr in die Welt gesetzt, und damit ist eine Gerätekategorie gemeint, die an erster Stelle den Macbook Air von Apple im Visier hat. Was Intel mit einem üppigen Etat fördert, sind leichte Notebooks ohne optisches Laufwerk, die eine lange Akkulaufzeit von fünf bis neun Stunden bieten, mit einem schicken Design aufwarten, dank SSD-Festplatte flink hochfahren und natürlich die neueste Prozessoren-Architektur von Intel verwenden. 40 Prozent der Notebooks des Jahres 2012 sollen Ultrabooks sein, und Intel verspricht sich nicht weniger als eine Umwälzung des gesamten PC-Markts durch diese neue Gattung. Das kann man als Marketing-Floskel abtun, aber Verarbeitungsqualität, Bauform und Akkulaufzeit sind unter anderem jene Pluspunkte, die einen Macbook Air zum Objekt der Begierde machen. Das Auge isst mit.

Nun bringen alle namhaften PC-Hersteller ihre ersten Ultrabooks. Einige Modelle wie der Acer Aspire S3 oder das Samsung 900 X3A sind schon im Handel. Typischerweise kommt ein 13-Zoll-Display zum Einsatz, das auf einer Diagonale von 33 Zentimeter 1366×768 Pixel bietet. Das Design bleibt minimalistisch und orientiert sich eng an Apple. Der besonders flache Acer ist auf den ersten Blick kaum von einem Macbook Air zu unterscheiden. Auch bei den Materialien wie Aluminium oder Magnesium sowie dem geringen Gewicht (weniger als 1,4 Kilogramm) ist Cupertino das Vorbild.

Glas schützt das große Touchpad

Wir haben jetzt von Lenovo den U300S ausprobiert, der in zwei Varianten von Mitte November an erhältlich ist. Mit Intels Core-i5-Prozessor (1,6 Gigahertz) und kleiner 128-Gigabyte-SSD-Festplatte liegt er bei knapp 1000 Euro. Kommen der stärkere Core-i7 (1,8 Gigahertz) sowie eine 256-Gigabyte-SSD zum Einsatz, beläuft sich der Preis auf empfohlene 1400 Euro. Mit Maßen von 32,5×21,6×1,5 Zentimeter ist er kaum größer als ein DIN-A4-Blatt und flach wie ein Taschenbuch. Das Gewicht beträgt angenehme 1,32 Kilogramm, und mit diesen Basisdaten ist der „große“ 13-Zoll-Macbook-Air - der je nach SSD 1250 oder 1500 Euro kostet - der passende Vergleichspartner. Ein wichtiger Unterschied fällt allerdings sofort ins Auge: Apple liefert bei gleicher Bildschirmdiagonale eine höhere Display-Auflösung von 1440×900 Pixel. Dass sich der Macbook zudem hübsch zur Tastaturunterseite hin verjüngt, sei nur am Rande angemerkt. Der Lenovo in seinem Aluminiumgehäuse ist exzellent verarbeitet, Glas schützt das große Touchpad, aber leider nicht den Bildschirm. Jedoch wirkt das Gerät äußerst verwindungssteif, der Gesamteindruck überzeugt.

Schnittstellen für Peripherie und Zubehör sind bei allen Ultrabooks nur spärlich gesät. Der Lenovo bringt einen USB-2.0-Anschluss links und einen zweiten für das flinke USB 3.0 auf der rechten Seite mit. Ferner HDMI und einen Kopfhörerausgang, das ist schon alles. Bluetooth, Wireless-Lan und eine Webcam gehören zur Serienausstattung. Aber einen Mini-Displayport und einen Kartenleser wird man doch schnell vermissen. Immerhin bleibt die gesamte Rückseite frei, und der Displaydeckel lässt sich sehr weit nach hinten klappen, allerdings nicht vollständig in die Horizontale. Scharnierhaken für sicheres Einrasten fehlen. Auch die Tastatur orientiert sich am Mac. Sie ist vertieft und nahtlos in die Gehäusewanne eingelassen und hat mit den älteren Think-Pad-Modellen nichts mehr gemeinsam. So fehlt vor allem der Cursor-Knubbel zwischen den Buchstaben G, H und B zur Maussteuerung, und ein Fingerabdrucksensor mitsamt biometrischem Zugangsschutz ist ebenfalls nicht vorhanden. Hingegen gibt es einen Software-Diebstahlschutz mit Ortungsfunktion.

Schnelle Hochfahr- und Aufwachzeit aus dem Ruhezustand

Als Grafikeinheit fungiert Intels HD-3000-System, das direkt im Kern der Sandy-Bridge-Prozessoren integriert ist, keinen eigenen Speicher mitbringt, aber auf den Level-3-Cache des Prozessors zugreift. Es ist deutlich schneller als die ältere Intel-GMA-Grafiklösung und erreicht ungefähr die Leistung einer günstigen Einsteiger-Grafikkarte, etwa der ATI HD 5470. Selbst neueste, anspruchsvolle 3D-Spiele lassen sich (mit niedrigen Grafikdetails) auf diesem Notebook spielen. Dank Core-i7 und SSD war unser Testgerät bei rechenintensiven Anforderungen geradezu aberwitzig schnell. Die langsamste Komponente ist die Grafikabteilung mit einem Windows-Leistungsindex von 4,6. Bei der CPU und Zugriffen auf die SSD kommt das Gerät indes auf hervorragende Werte von 6,7 und 7,1.

Dank SSD-Laufwerk begeistert vor allem die schnelle Hochfahr- und Aufwachzeit aus dem Ruhezustand: Schon nach wenigen Sekunden ist der Lenovo arbeitsbereit, ein schöner Schritt hin zum Always-on-PC - und natürlich ein Angriff auf die Tablet PCs. Auch bei der Akkuleistung ist der neue U300S ein Schritt nach vorn: Der Hersteller spricht von bis zu acht Stunden (oder 30 Tagen Laufzeit im Ruhemodus). Bei uns hielt der vom Käufer übrigens nicht wechselbare Kraftspender fünf bis sechs Stunden durch und liegt damit fast auf dem Niveau eines Macbook Air. Dank Schnelllademodus holt sich der U300S mit einem nur halbstündigen Aufenthalt an der Steckdose neue Energie für drei bis vier Stunden.

Der Lüfter säuselt fortwährend, auch bei wenig Last

Im praktischen Einsatz fanden wir das Gerät sehr überzeugend. Bauform, Akkulaufzeit und Tastatur gefallen. Im Unterschied zu den größeren Think Pads kommt kein mattes, sondern ein Spiegeldisplay zum Einsatz. Die störenden Reflexionen halten sich jedoch in Grenzen. Die Helligkeit muss man in einer gut ausgeleuchteten Büroumgebung auf der höchsten Stufe fixieren. Das große Touchpad bietet - wie beim Mac - Funktionen zum Zoom oder Drehen von Bildschirminhalten, arbeitet aber naturgemäß unter Windows7 nicht so präzise wie die Einheit von Apple. Bei dem attraktiven Preis dürften nicht nur Manager zugreifen. Auf Platz eins der Wunschliste steht ein SD-Speicherkartenlaufwerk. Auf dem zweiten Platz wünscht man sich eine bessere Kühlung. Der Lüfter säuselt fortwährend, auch bei wenig Last. Heiß wird das Gerät allerdings nicht, da der Luftstrom durch die Tastatur eingezogen wird.

Wir meinen, dass den Ultrabooks eine gute Zukunft bevorsteht. Für dicke und schwere Notebooks mit kurzer Akkulaufzeit bleibt nur eine enge Nische, die neue Leichtigkeit wird das Rennen machen. Der Begriff Ultrabook wird sich durchsetzen, aber auf spannende Rivalen mit AMD-Prozessor darf man sich ebenfalls freuen.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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