09.08.2006 · Das Aurora m7700 ist mit sechs Kilo ein echtes Schwergewicht - mit fetter Ausstattung. Ein echt mageres Notebook ist das Asus W5F. Beide Notebooks haben ihre Vorzüge. Wenn die Anwendung klar ist.
Von Raymond WisemanSo verschieden sie sind, beide Notebooks würden wir gern behalten. Der sichtbare Unterschied: Das Alienware Aurora m7700 ist im Vergleich zum Asus W5F ein Gigant. Fast die doppelte Grundfläche, nahezu doppelt so hoch und fast viermal so schwer: kein Mitnahmekandidat für die nächste Geschäftsreise. Statt dessen ersetzen wir den grauen PC-Kasten auf unserem Schreibtisch durch das Gerät im glänzenden „Conspiracy Blue“, dessen Displaydeckel zwischen zwei gummierten Griffschalen der Alienware-Firmenkopf schmückt. Die Augen des Außerirdischen leuchten während des Betriebs hinterrücks, während wir auf das gestochen scharfe 17-Zoll-Display im 16:10-Format blicken. Zudem ließe sich über die DVI-Schnittstelle ein weiteres Datensichtgerät anschließen.
Einen kleineren, gleichwohl brillanten 12-Zoll-Bildschirm im Widescreen-Format hat das Asus W5F. Mit 1600 Gramm ist es ein leichter Vertreter der Klasse vollausgestatteter Subnotebooks. Im Gegensatz zu winzigeren Vertretern ist ein DVD-Brenner eingebaut, muß also nicht als Option mitgeschleppt werden. Zum grazilen Gesamteindruck trägt auch die Leichtigkeit des Designs des perlmutt schimmernden Gehäuses bei. Tastatur und Touchpad sind weiß, letzteres macht ein lichtgraues Punktraster griffiger. Die Tastatur hat ausreichenden Hub und saubere Tastenführung, die alphanumerischen Tasten Vollformat und die Funktions- und Navigationstasten eine stimmige Anordnung. Für den stationären Betrieb lassen sich eine Tastatur und ein Monitor - selbstverständlich auch ein Beamer - anschließen. Eine Funkmaus, die das eingebaute Bluetooth nutzt, liefert Asus (www.asus.de) mit.
Für 3-D-Animationen geeignet
Das große Alienware Aurora m7700 hat eine Volltastatur mit abgesetzten Cursortasten, separatem numerischen Tastenfeld und einem großen Touchpad mit eigenem Scrollfeld. Der Anschluß einer externen Tastatur empfiehlt sich dennoch, da die Hitzeentwicklung des Boliden nach einer Weile auch durch die Handballenauflage zu spüren ist. Ursache ist nicht nur der leistungsfähige Desktop-Prozessor - im Testgerät ein AMD Athlon 64 FX 60 Dual Core -, sondern auch die umfangreiche Ausstattung. In unserem Aurora m7700 liefen immerhin zwei Festplatten, im Raid-0-Verbund zu einem geschwindigkeitsoptimierten Laufwerk zusammengefaßt. Für die schnelle Darstellung sorgte als Grafikkarte eine NVIDIA Geforce Go 7900 GTX mit 256 MB-DDR3-Speicher. So eignet sich der Aurora nicht nur für anspruchsvolle PC-Spiele, sondern auch für 3D-Animationen und andere grafische Anwendungen, die optimale Performance verlangen. Prozessor und Qualitätskomponenten wählt der Käufer unter www.alienware.de. Das maßgeschneiderte Kultnotebook hat seinen Preis: Für die obengenannte Testausstattung, die zudem zwei Gigabyte Arbeitsspeicher, DVD-Brenner und -Laufwerk hatte, sind 4000 Euro zu zahlen.
Die Dimensionen seiner Technik machen das „Deskbook“ von Alienware weitgehend netzabhängig. Zwar läßt sich mit ihm auch mal ein gutes Stündlein ohne Steckdose überstehen, doch nach spätestens einer Video-DVD ist Ende. Das Asus W5F erweist sich hingegen als Langläufer. Der Notebook-Prozessor Intel Core Duo T2300 nutzt die vorhandene Energie effizient, und die Hardware ist stromsparend auf den mobilen Einsatz angepaßt, so daß der Kleinrechner je nach Akkukapazität und Arbeitsweise mehrere Stunden durchhält. Per Knopfdruck läßt sich zwischen Stromsparmodi und aufgabenbezogenen Arbeitsweisen - beispielsweise geräuschlose Büroarbeit oder Präsentation - umschalten. Für das Gerät sind verschiedene Akkus erhältlich, die sich wechselweise hinten aufstecken lassen und je nach Kapazität mehr oder weniger über das Gerät herausragen. Da hohe Laufzeit als Trumpf bei der Notebookwahl alles sticht, störte uns diese rückwärtige Akkuerweiterung nicht: Auf den Klapptisch im Flugzeug paßt das Leichtgewicht allemal, das mit 512 MB Arbeitsspeicher für 1800 Euro zu haben ist.
Kamera mit 180-Grad-Schwenk
Beide Notebooks warten in den getesteten Konfigurationen oberhalb des Bildschirms mit Kameras auf, die mit 1,3 Megapixel für Bildschirmtelefonie, Schnappschüsse und kleinere Videomitschnitte geeignet sind. Während Alienwares Optik starr auf den Menschen vor dem Bildschirm ausgerichtet ist, läßt sich die Kamera von Asus um 180 Grad im Gehäusedeckel schwenken, so daß auch Aufnahmen vom Gegenüber oder eine audiovisuelle Gedankenstütze einer laufenden Präsentation möglich sind. Solch ein Detail erspart den Anschluß einer zusätzlichen Web-Cam an den USB-Port.
Schnittstellen sind bei beiden Rechnern ausreichend vorhanden: Alienware liegt vorn mit vier USB-2.0- und zwei Firewire-Buchsen (IEEE 1934), gefolgt von Asus mit drei USB-2.0-Ports und einer Firewire-Schnittstelle, genug für unterwegs. Einen S-Video-Ausgang haben beide. Aurora als multimedialer Kraftprotz hat zudem einen S-Video-Eingang, bietet sich also unterwegs zur Videoverarbeitung an und wird mit Line-In- und 5.1-Surround-Buchse der elektronischen Unterhaltung gerecht. Beim Sound spuckt das Aurora mit vier Lautsprechern und einem Subwoofer an der Unterseite deutlich größere Töne - gar als Raumklang -, während sich das Asus mehr für Systemklänge und Stimmen eignet. Auch hier gilt: Daheim ist der Klang sicher wichtiger als unterwegs, wo schon Windows Startfanfare stört.
Überall ist heute der Zugang zu Netzwerken und ins Internet entscheidend: Anschluß finden beide über W-Lan (802.11a/b/g) und Buchsen für Ethernetkabel und Modem. Als zusätzliche drahtlose Schnittstellen sind Bluetooth (nur beim Asus) und Infrarot (nur beim Alienware) wünschenswert. Erfahrungsgemäß fehlt immer, was gerade gebraucht wird. Diese Regel gilt auch bei Steckplätzen: Für Speichermedien und Erweiterungen bietet das Asus W5F einen Steckplatz für Express Cards und einen Slot, in den SD/MMC-Karten und Memorysticks passen. Das Aurora setzt auf das verbreitete PC-Card-Format und ergänzt sein Angebot - Platz genug ist ja vorhanden - um einen Multi-Card-Reader, der die meisten gängigen Speicherkarten - also auch SD- und CF-Card - aufnimmt. Hier ist beim Notebook-Kauf sicher wichtig, welche Speicherkarten die mitgeführten Peripheriegeräte - Fotoapparat, MP3-Player und Pocket PC - haben. Was die Kaufentscheidung betrifft, ist sie nicht leicht: Rechnerische Höchstleistungen machen auch die knapp sechs Kilo des Alienware Aurora m7700 tragbar, wobei das obligatorische Netzteil noch nicht eingeschlossen ist. Das allein wiegt ungefähr soviel wie der Asus W5F, den wir schon aus diesem Grund lieber mit auf Reisen nähmen.