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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Laptop So etwas wie ein Füller von Montblanc für Bits

 ·  Es ist die Rolex unter den Notebooks: Das Q2010 von Fujitsu-Siemens ist schnell, leicht und vielseitig ausgestattet. Zudem ist ein Mobil-Modul eingebaut. Das ist der eigentliche Trumpf, denn unterwegs kommt das Internet via UMTS oder GPRS.

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Jetzt also motzen sie die Notebooks sogar mit Klavierlack in vielen Lagen auf. Sieht gar nicht mal so altbacken aus wie eine mit Diamanten übersäte Rolex und ist zudem überraschend unempfindlich gegen Fettfinger. Aber die haben rechtschaffene Benutzer dieses etwa 4000 Euro schweren und ein Kilo leichten Bitboliden ohnehin nicht - es sei denn, vom Croissant an einem Verpflegungspunkt für Technomaden. Im Vergleich zum Samsung Q30 mit seinen durchaus ähnlichen technischen Randdaten - ebenfalls kein optisches Laufwerk, dafür aber fast doppelte Akkulaufzeit - spricht für den Edeltipper von Fujitsu Siemens allenfalls das überaus edle Design bis zu nimmerlahmen Displaygelenken aus Titan.

Aber, halt! Wer den Akku abzieht, sieht die kleine Öffnung für eine Handy-Karte. Und das ist der eigentliche Trumpf: Unterwegs kommt das Internet via UMTS oder GPRS. Ein Mobil-Modul ist eingebaut und bietet dank der im etwas breiten Displayrahmen (à la „My first Sony“) integrierten Antenne spürbar flüssigere Kommunikation als mit diesen Extrakarten, deren häßlich herausragender Antennenbürzel technisch wie ästhetisch gleichermaßen unbefriedigend bleibt. Das Handy inside wird Schule machen und Ende kommenden Jahres der Standard sein; die Provider haben sich schon jetzt auf diese Kundschaft eingerichtet.

Ein Tick besser als andere

Bis auf Design und Kommunikationsmodul entspricht das Q2010 dem, was auch woanders zu finden ist. WLAN, Bluetooth, strahlendes Display, klasse Tastatur. Und ist in fast allem eben doch ein wenig besser. So überzeugt das Breitwand-Display von 12,1 Zoll Diagonale mit klarer Darstellung bis in die kleinsten Ecken und aus beträchtlichen Seitenwinkeln. Die Tastatur mit ihren zwei Millimeter Hub ist nicht nur gut; sie ist die beste, die vergleichbar flache Notebooks bisher boten. Die Festplatte faßt zwar nur bis zu 60 Gigabyte, läuft aber pianissimo. Das mausersetzende Trackpad ist nicht nur edel gestaltet, es bietet überdies einen Papillensensor als biometrischen Schlüssel. Und die Kommunikationsfähigkeit ist nicht lediglich schlicht vorhanden, sondern die Fähigkeit zur Internet-Telefonie (VoIP) ist gar zertifiziert, der Datenaustausch durch ein Verschlüsselungsmodul vertrauenswürdig. Der Intel-Prozessor 945 GMS taktet mit 1,2 Gigahertz und stützt sich auf ein Gigabyte eingelöteten Speicher, der leider nicht erweiterbar ist, wie man als mobiler Fotograf oder Videofilmer es wohl schätzte.

Der bündig schmale Akku langt für 90 Minuten bis zwei Stunden Schaulaufen, während der dem Paket beiliegende Maxi-Akku das Gewicht von 1040 um 200 Gramm und die Laufzeit auf einen knappen gewerkschaftlich abgesicherten Arbeitstag verlängert. Überhaupt, das voluptuöse Zubehör. Im riesigen Karton finden sich neben dem Starkakku noch eine Dockingstation mit eingebautem DVD-Brenner sowie ein Schutztäschchen, für dessen Ersatz sich Lederwaren-Couturier Bree schleunigst etwas Passenderes überlegen sollte. Eindruck macht die konzertante Stereoakustik aus den Lautsprechern. Standing Ovations für vier USB-Buchsen, Pfeifen wegen des fehlenden Firewire-Anschlusses und Buhrufe von allen Rängen, denen die DVI-Buchse an Notebook wie Dockingstation fehlt, weswegen der Kontakt zu nur damit ausgestatteten externen LCD-Monitoren oder Beamern ausbleibt.

Das Q2010 ist ein harmonisches Notebook, das um den Preis vor allem äußerer Veredelung ein wenig überschießende Kaufkraft aus der Manageretage abzapft. Wie immer werden Abmessungen, Gewicht und vor allem das Handymodul bald zu den unteren Gehaltsklassen durchsickern. Die dürfen sich schon jetzt freuen, auch wenn der Klavierlack auf der Strecke bleibt.

Quelle: F.A.Z., 22.08.2006, Nr. 194 / Seite T2
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